Altes Rathaus
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Das Alte Rathaus von Potsdam befindet sich in der Innenstadt auf dem Alten Markt.
Das Brockesche Rathaus wurde im Jahr 1753 von Jan Bouman und Ludwig Hildebrant für den Magistrat der Stadt errichtet. Von diesem Zeitpunkt an dauerte es aber noch gut 100 Jahre bis im Jahr 1753 gewählte Abgeordnete dort einzogen. Nach Fertigstellung des Neuen Rathauses in der Friedrich-Ebert-Straße 79/81, im Jahr 1874, wurde das Alte Rathaus Sitz der städtischen Finanzverwaltung und der Sparkasse.
Im Jahr 1777 erhielt das Alte Rathaus die Bekrönung durch den Atlas, der die Last der Welt auf seinen Schultern trägt. Diese blieb, obwohl das Rathaus am Ende des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt wurde, auf ihrem Platz.
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Geschichte
Vom Bau bis 1945
Der preußische König Friedrich II. ließ in den Jahren 1745 bis 1755 das Gelände vor dem Stadtschloß und um den Alten Markt umgestalten. Neben den Umbauten direkt am Stadtschlosses und dem Neubau des Palast Barberini wurde auch das Alte Rathaus errichtet. Hierzu wurde wiederum der Oberbaudirektor Jan Bouman, nachdem dieser auch das Holländische Viertel und das Berliner Tor mitgestaltet hatte. Es wurde eine Schaufassade geschaffen. Diese bestand aus den acht korinthische Säulen und einer Kuppel mit kupferner Spitze, die mit der vergoldeten Bleifigur in Form des Atlas (Figur aus der griechischen Mythologie), aufgekront wurde. Gemeinsam mit den direkt an das Rathaus anschließenden Windelbandsches Haus und dem Knobelsdorff-Haus, wurde so die Ostseite des Alten Marktes gestaltet und es entstand typische Platzsituation.
Im Jahre 1777 stürzte die auch als „Puppe“ bezeichnete Atlasfigur vom Rathaus und wurde durch ein Kupferduplikat ersetzt, welches ebenfalls vergoldet wurde. In Anspielung auf die Häftlinge des Stadtgefängnisses, welche bis 1875 im Rathausturm inhaftiert waren, wurde der Ausdruck „unter der Puppe sitzen“ geprägt.
Erst ab 1875 benutzten aber auch die Potsdamer Stadtverordneten das Alte Rathaus für ihre Sitzungen. Zehn Jahre später, im Jahr 1885 zogen dann die Stadtverwaltung und deren Stadtkasse in das Rathaus ein. Nachdem dieses micht mehr ausreichte und durch Verhandlungen mit dem nebenan wohnenden Bäckermeister Windelband, konnte dessen Haus ab 1898 auch für die Stadtverordneten mitbenutzt werden. In den Jahren 1910 bis 1916 gab es Pläne, einen Ausbau des Rathauses bis auf seine doppelte Größe vorzunehmen und hierzu das Windelbandsche sowie das Knobelsdorfsche Haus abzureißen. Infolge eines städtischen Ideenwettbewerbes wurde dieser Plan nicht realisiert und stattdessen der Barberini-Palast ausgebaut. Im Jahre 1916 zogen dann alle Stadtvertreter an ihren neuen Standort. Nur die Sparkasse und die Stadtkasse blieben zunächst im Alten Rathaus, was einen Komplettumbau der angrenzenden Gebäude im Jahre 1920 zur Folge hatte.
Zerstörung und Wiederaufbau
Bei einem der Luftangriffe auf Potsdam, in der Nacht von Potsdam (am 14./15.04.1945), wurde auch das Alte Rathaus schwer beschädigt. Durch das Feuer und die abgeworfenen Sprengbomben mit einer starken Splitterwirkung, wurde das Gebäude, trotz der Sicherung mit Bretterverschlägen, schwer getroffen. Das Windelbandsche Haus war durch einen Volltreffer sogar völlig zerstört worden und auch das Knobelsdorffhaus war sehr schwer beschädigt. In den ersten Jahren nach dem Krieg fehlte es an notwenigen Mitteln und Resourcen, das historische Gebäudeensemble wiederaufbauen zu können, so dass erst 1960 die Arbeiten begonnen werden konnten. Das ursprüngliche Alte Rathaus war jedoch so schwer beschädigt, dass man sich für einen Abriss, mit Ausnahme des vorderen Treppenhauses und der sich darüber befindlichen Kuppel, mit dem unbeschädigtem Atlas entschied.
Im Jahre 1966 wurde dann die Wiedereinweihung als Kulturhaus „Hans Marchwitza“ gefeiert. Bezüglich der neuen Nutzung hatte es jedoch einige Änderungen und Umbauten gegeben. So wurde z.B. im hinteren Teil des Rathauses ein großer Saal mit einer Fassade aus Glas errichtet, in dem auch die neuen Treppenhäuser untergebracht werden konnten. Die ursprünglich roséfarbene Aussenfassade wurde aufgrund einer Forderung des Kulturministeriums der DDR in einem Weiß gestrichen. Ein Wiederaufbau des zerstörten Windelbandschen Hauses war damals nicht möglich. Zur Darstellung der ursprünglichen Ensemblewirkung wurde jedoch ein Glasdurchgang zum vollständig restaurierten Knobelsdorffhaus mit Fenstern in einer Rastereinteilung erschaffen, die eine Höhe des ehemaligen Gebäudes darstellten und aufnahmen. Die damaligen Gesamtkosten des Wiederaufbaues betrugen insgesamt 4,8 Millionen DDR-Mark. Die Arbeiten wurden den damalige VEB Hochbauprojektierung Potsdam und den Architekten Horst Görl und Ernst Pfrogner übertragen.
Gegenwart
Auch nach der politischen Wende und Wiederveinigung ist das Alte Rathaus ein wichtiger Kulturstandort in der Stadt Potsdam geblieben. Neben einer ständigen Ausstellung zur Geschichte im Erdgeschoss des Hauses, gibt es weitere Räume in denen die Ausstellungen ständig wechseln. Im großen Saal des Anbaus finden regelmäßig Vorträge und Diskussionsforen über die städtischen, kulturellen, aber auch wissenschaftlichen Themen der Stadt, sowie Empfänge und Tagungen statt. Weiterhin werden die Räume für Lesungen und Musikauftritte genutzt. Zudem wird seit Jahren auch eine Nutzung als Teil des Stadtmuseums erwogen.
Nach einer dreimonatigen Restaurierung durch eine Berliner Werkstatt wurde am Ende des Jahres 2008 der Atlas mit seiner Weltkugel mit mehr als 400 Gramm Blattgold überzogen und dann wieder auf dem Rathaus montiert. Die Restaurierung des Atlas ist Teil der noch laufenden Sanierung des Alten Rathauses, bei der insbesondere die Fassade saniert werden soll und welche noch bis Ende 2011 andauern wird. (Quelle: RBB-Nachrichten)
Weblinks
- Altes Rathaus (Potsdam) – Artikel bei der Wikipedia
Quellen
- RBB-Nachrichten, vom 15. Dezember 2008

