Brandenburger Vorstadt

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Das Brandenburger Tor,
Frühjahr 2001

Die Brandenburger Vorstadt befindet sich westlich des historischen Stadtzentrums von Potsdam. Sie beginnt am Brandenburger Tor und endet an der Stadtgrenze mit der Pirschheide und dem Wildpark. Im Norden wird sie durch den Park Sanssouci und im Süden durch die Havel begrenzt.

Geschichte

Jugendstil-Fenster in der Nansenstraße, Ecke Feuerbachstraße, um 2006
Die Zeppelinstraße, Frühling 2009

Anfänge

Die Brandenburger Vorstadt wurde im Jahr 1786 erstmals in Karten genannt und gehörte, wie alle anderen Vorstädte – außer der Teltower Vorstadt – bereits im 18. Jahrhundert zu Potsdam. Im 18. Jahrhundert existierten auf diesem Terrain hauptsächlich Gärten, Handwerksbetriebe und Meierein. (Die Lennéstraße hieß früher „Gärtner- und Viehmästerstraße“ und der Köhlerplatz war der Zimmerplatz.) Der größte Betrieb dieser Art war der Bürnische Vorwerk, der heute zum Park Charlottenhof gehört. Erwähnenswert ist auch ein Ziegeleibetrieb, der sich auf dem Gelände der Villa Ingenheim befandt.

Städtische Entwicklung

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann die städtebauliche Erschließung. Ein erster Siedlungsschwerpunkt war der nördliche Teil der heutigen Lennéstraße mit dem Köhlerplatz – wo sich der königliche Marlygarten befand – und der südliche Teil der heutigen Geschwister-Scholl-Straße. Baumaterial wurde mit dem Schiff zur Neustädter Havelbucht gebracht. Dort entstand ein Baudepot, an deren Stelle heute das Dampfmaschinenhaus vom Park Sanssouci als Moschee steht. Der Schafgraben wurde ausgehoben, er diente dem Transport und der Entwässerung des Gebietes. Auch auf die spätere Entwicklung der Brandenburger Vorstadt hatte die Hofhaltung Einfluss. Zwar wohnten bis 1888 hauptsächlich Handwerker, Kleinbürger und Rentiers in dem Gebiet, aber als sich ab 1888 Kaiser Wilhelm II. das Neue Palais als Wohnschloss aussuchte, gab das einen Entwicklungsschub für die Brandenburger Vorstadt. Es wurden Straßen neu angelegt und mit bürgerlichen Mietshäusern in geschlossener Reihe bebaut und es entstanden viele Villen. An der Kreuzung Meistersingerstraße / Ecke Nansenstraße wurde unter dem Einfluss der kaiserlichen Familie von Gotthilf Ludwig Möckel die Erlöserkirche errichtet. Sie bildete das Zentrum der neuen Brandenburger Vorstadt.

Hohe Mietshäuser in geschlossener Bebauung sind typisch für diesen Bereich, während in der Nähe vom Park noch ältere, kleinere Häuser anzutreffen sind. Die Bebauung aus den Jahren um 1900 mit herrschaftlichen Mietwohnhäusern ist ein Indiz dafür, dass insbesondere Beamte und Angehörige aus dem Bürgertum hier lebten. In der Brandenburger Vorstadt finden sich zahlreiche Häuser, die dem Jugendstil zugerechnet werden können. Die Siedlungen „Stadtheide“ und „Sonnenland“ wurden erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gegründet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In den Jahren 1971 bis 1975 entstand ein Neubaugebiet an der Zeppelinstraße – zwischen Kastanienallee und den Siedlungen Sonnenland und Im Bogen. Es entstanden in Plattenbauweise fünfgeschossige Flachbauten, Hochhäuser, die heutige Zeppelin Grundschule und ein Einkaufsmarkt. Das Wohngebiet trug den Namen Potsdam West.

Weitere Details

In der Brandenburger Vorstadt befinden sich das Neubauviertel Potsdam West, die Siedlungen am Schillerplatz, Auf dem Kiewitt, Stadtheide, Im Bogen (Auswahl), und die Waldgebiete Pirschheide und Wildpark.

Die wichtigste Verkehrsader ist die Zeppelinstraße. Hier befindet sich untr anderem der Bahnhof Charlottenhof, das ehemalige Kino Charlott, das ehemalige Königlich preußische Proviant-Amt, der Luftschiffhafen, die Villa Ingenheim und viele. Als zweite Hauptstraße dient die Geschwister-Scholl-Straße. Sie führt direkt am Park Sanssouci entlang und ist geprägt durch ihre vielen, Einkaufmöglichkeiten und.

Weitere historische Bauwerke sind die ehemalige Garde-Ulanen-Kaserne am Luisenplatz (heute Sparkasse), das Sankt-Josefs-Krankenhaus in der Allee nach Sanssouci.

Eine Unterteilung dieses Gebietes in Brandenburger Vorstadt und Potsdam West mit dem Schafgraben als Grenze gibt es eigentlich nicht. Alle Stadtteile fallen letztendlich unter dem Begriff Brandenburger Vorstadt. Nur das Statistische Amt der Stadt Potsdam nimmt diese Aufteilung für ihre statistischen Erhebungen vor.

weitere Bilder

Weblinks

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“; Verlag für Berlin-Brandenburg; 2010; ISBN 978-3-942476-03-4; Quelle u.a. zur Abgrenzung (siehe S. 12)