Brandenburger Vorstadt
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Die Brandenburger Vorstadt befindet sich im Westen vom historischen Stadtzentrum Potsdams. Sie beginnt heute am Brandenburger Tor und endet am Schafgraben, wo der Stadtteil Potsdam-West beginnt. Hier befinden sich unter anderem die Wohngebiete „Auf dem Kiewitt“ und die Siedlung am Schillerplatz, sowie das ehemalige Kino Charlott.
Geschichte
Die Brandenburger Vorstadt gehörte, wie alle anderen Vorstädte – außer der Teltower Vorstadt – bereits im 18. Jahrhundert zu Potsdam. Sie beginnt hinter dem Brandenburger Tor, wird nördlich durch den Park Sanssouci und südlich durch die Havel begrenzt. Im 18. Jahrhundert existierten auf diesem Terrain hauptsächlich Gärten und Meierein. (Die Lennéstraße hieß früher „Gärtner- und Viehmästerstraße“.) Der größte Betrieb dieser Art war der Bürnische Vorwerk, der heutie zum Park Charlottenhof gehört. Erwähnenswert ist auch ein Ziegeleibetrieb, der sich auf dem Gelände der Villa Ingenheim befandt.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann die städtebauliche Erschließung. Ein erster Siedlungsschwerpunkt war der nördliche Teil der heutigen Lennéstraße mit dem Zimmerplatz – wo sich der königliche Garten Marly befand – und der südliche Teil der heutigen Geschwister-Scholl-Straße. Baumaterial wurde mit dem Schiff zur Neustädter Havelbucht gebracht. Dort entstand ein Baudepot. Der Schafgraben wurde ausgehoben, er diente der Entwässerung des Gebietes. Auch auf die spätere Entwicklung der Brandenburger Vorstadt hatte die Hofhaltung Einfluss. Zwar wohnten bis 1888 hauptsächlich Handwerker, Kleinbürger und Rentiers in dem Gebiet, aber als sich ab 1888 Kaiser Wilhelm II. das Neue Palais als Wohnschloss aussuchte, gab das einen Entwicklungsschub für die Brandenburger Vorstadt. Es wurden Straßen neu angelegt und mit bürgerlichen Mietshäusern in geschlossener Reihe bebaut. An der Kreuzung Meistersingerstraße / Ecke Nansenstraße wurde unter dem Einfluss der kaiserlichen Familie von Gotthilf Ludwig Möckel die Erlöserkirche errichtet. Sie bildete das neue Zentrum der neuen Brandenburger Vorstadt.
Hohe Mietshäuser in geschlossener Bebauung sind typisch für diesen Bereich, während in der Nähe vom Park noch ältere, kleinere Häuser anzutreffen sind. Die Bebauung aus den Jahren um 1900 mit herrschaftlichen Mietwohnhäusern ist ein Indiz dafür, dass insbesondere Beamte und Angehörige aus dem Bürgertum hier lebten. In der Brandenburger Vorstadt finden sich zahlreiche Häuser, die dem Jugendstil zugerechnet werden können. Die Siedlungen „Stadtheide“ und „Sonnenland“ wurden erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gegründet.
Zu DDR-Zeiten wurde die Brandenburger Vorstadt noch einmal deutlich nach Westen ausgedehnt. Im 1971 bis 1975 errichteten Neubaugebiet an der Zeppelinstraße – zwischen Kastanienallee und den Siedlungen Sonnenland und Im Bogen entstanden fünfgeschossige Flachbauten sowie Hochhäuser in Plattenbauweise. Die damals neu eingeführte Bezeichnung Potsdam West wird auch heute noch von vielen Bewohnern der Vorstadt benutzt.
Weblinks
- Brandenburger Vorstadt e.V. – Offizielle Webseite
- Brandenburger Vorstadt - Potsdam West - Wildpark – Artikel bei Potsdam.de
- Westliche Vorstädte von Potsdam – Artikel bei der Wikipedia

