Brauerei am Brauhausberg

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Das Gebäude der ehemaligen Brauerei am Brauhausberg befindet sich im Potsdamer Stadtteil Templiner Vorstadt, an der Ecke Heinrich-Mann-Allee und Albert-Einstein-Straße. Die Brauerei war zuletzt Teil der Radeberger-Gruppe und steht – seit dem Verkauf an die „Vistas Real Estate GmbH“, im Jahr 2008 – leer.

Geschichte

Gambrinus, der Schutzherr der Brauer, an der Fassade der ehemaligen Brauerei, um 2006

Am Anfang der Leipziger Straße (Nr. 7–9), wo der Brauhausberg steil zur Havel abfällt, wurde im Jahr 1688 ein Korn-Magazin für das Proviantamt errichtet. Der Speicher l wurde ab dem Jahr 1716 als „Königliche Brauerei“ eingerichtet.

Im Jahr 1829 begründeten die von ihren Münchener Braustudien zurückgekehrten Potsdamer W. Adelung und A. Hoffmann ihre „Bayrisch Bier Brauerey“. Sie übernahmen die bis dahin staatseigenen Braustätten der Königlichen Brauerei in eigene Regie und brauten das erste untergärige Lagerbier in Preußens Residenz, führten aber auch die Brautradition des Potsdamer Stangenbieres fort. Der Betrieb wurde später auf die andere Straßenseite, in die Leipziger Straße Nummer 60, verlegt.

Die Brauerei-Inhaber Adelung und Hoffmann ließen zudem im Berg unterirdische Kellergewölbe ausheben und in Klinkerstein ausbauen, um diese als Eiskeller für die Brauerei-Erzeugnisse nutzen zu könne. Aus der Zeit der Romantik stammt auch die Fassadenplastik des Gambrinus (am späteren Archiv), welche einen sagenhaften flandrischen König – ein Zeitgenosse Karls des Großen – darstellt, der als Schutzherr der Brauer gilt.

Später, nach dem Umzug der Brauerei in die Leipziger Straße Nummer 60, wurden die Brauerei-Gebäude auf das Grundstück an die Ecke Heinrich-Mann-Allee und Albert-Einstein-Straße verlegt. Ab dem Jahr 1834 konnte der Ausbau des alten Brauerei-Grundstückes mit dem Korn-Magazinen des Proviant-Amtes begonnen werden, aus dem dann die Speicherstadt entstand. Auf Wunsch Friedrich Wilhelms IV. wurde diese Anlage im Jahr 1844 von Ludwig Persius im normannischen Burgenstil umgebaut. Es wird berichtet, dass während der Regierungszeit des „Soldatenkönigs“, Friedrich Wilhelm I., und des „Alten Fritz“, Friedrich II., die Königsbrauerei zu Potsdam ein obergäriges Schankbier – wegen der hohen Gläser „Stangenbier“ genannt – als festen Bestandteil der Soldzahlungen an die Soldaten lieferte.

Die Brauerei am Brauhausberg gehörte bis zum Jahr 1887 der Brauerei „Adelung & Hoffmann“ und wurde später an die Berliner Kindl Brauerei verkauft. Am 31. Dezember 2002 wurde der Standort am Brauhausberg geschlossen und ins Gewerbegebiet Potsdam-Süd, in Straße „An der Brauerei“, verlegt.

Bis zum Jahr 2008 gehörte die Brauerei zur Radeberger-Gruppe, als die bereits vorher geschlossene Brauerei an die „Vistas Real Estate GmbH“ (kurz Real Estate) verkauft wurde. Die Real Estate beabsichtigte damals den Weiterverkauf an einen Interessenten, der das Grundstück für eine gemischte Nutzung als Wohnraum und für technische Gewerbe ausbauen wollte. Bei den Planungen wurde auch ein Vorschlag der SPD von der Real Estate abgelehnt, die im selben Jahr obdachlos gewordenen Jugendklubs Spartacus und S13 hier aufzunehmen, obwohl Teile der Brauerei bereits als Künstler-Ateliers, von einem weiteren Interessenten (ein halbes Jahr zuvor), ausgebaut werden sollten und auch vom Verein „Brauhausberg“ bereits als Partystätte genutz wurden. Zudem haben auch rund 30 Nutzer des Künstler- und Gründerzentrums „Puschkin“, am Pfingstberg, ihr Interesse an den Räumen angemeldet, da sie ebenfalls ihr Domizil, in der früheren Kfz-Zulassungsstelle in der Puschkinallee 16, spätestens zum Ende des Jahres 2009 räumen müssen.

Quellen