Brauhausberg

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Der Brauhausberg mit Kriegsschule und Wackermanns Höhe, um 1910

Der Brauhausberg im Potsdamer Stadtteil Templiner Vorstadt ist ein Teil der Ravensberge und mit einer Höhe von 88 Metern der drittgrößte Berg von Potsdam. Seine heutige Bezeichnung erhielt der Berg im 18. Jahrhundert auf Grund des hier erbauten Königlichen Brauhauses.

Geschichte

Im 16. Jahrhundert wurde auf den Hängen des Brauhausberges Wein angebaut und gekeltert. Von 1515 bis 1700 war der Kurfürstliche Weinberg von einem Tiergarten umgeben. Im Mai 1631, während des 30-jährigen Krieges, biwakierte auf dem Berg das schwedische Heer unter ihrem König Gustav II. Adolf (1594-1632). Um das Jahr 1700 wurde der Weinanbau eingestellt und es begann die Bebauung des Berges. Im Jahr 1703 ließ sich der Potsdamer Schützenverein am Osthang des Berges einen Schießplatz mit Nebengebäuden bauen. 1716 erfolgte der Bau des Königlichen Brauhauses. Im Jahr 1728 wurden Stollen in den Berg getrieben. Im Winter wurde Eis aus der Havel gewonnen und dort eingelagert, um im Sommer die Bierkühlung für das Königliche Brauhaus sicher zu stellen. Die Eingänge zu diesen Stollen sind heute noch zu erkennen.

Für die umfangreichen Bauarbeiten in Potsdam, die der preußische König Friedrich II. in Auftrag gab, wurden zugereiste Maurer- und Zimmermannsgesellen angeworben. 1752 wurde am Berghang Bauraum und Material für zwanzig Wohnhäuser bereitgestellt. Diese als Unterkünfte für die Gesellen gedachten Häuser mußten die Bauleute jedoch selbst errichten. Die so entstandene Wohnsiedlung war der Anfang des Wohnviertels rund um die heutige Max-Planck-Straße. 1804 erfolgten zwei weitere Baumaßnahmen. König Friedrich Wilhelm III. ließ die eigens für den Waren- und Materialtransport angelegte Landstraße zu einer Chaussee ausbauen. Außerdem beauftragte er den Bau des Belvedere auf dem Brauhausberg für seine Gemahlin Luise. Der Aussichtsturm im neugotischen Stil wurde nach Plänen des Baumeisters Andreas Ludwig Krüger erbaut.

Unterhalb des Turmes lag das beliebte Restaurant „Wackermanns Höhe“, welches 1851 aus einem alten Kolonistenhaus errichtet wurde. Bauherr und Betreiber war die Familie Hoffmann, Mitinhaber der Brauerei „Adelung & Hoffmann“, der ehemaligen Königsbrauerei. Hier wurde das allseits beliebte Bier der Sorte Potsdamer Stange ausgeschenkt. Neben dem Belvedere wurde in den Jahren von 1899 bis 1902 nach Plänen von Franz Schwechten die neue Kriegsschule erbaut. Die stetige Zunahme von Wohnbauten, Gaststätten und Wirtschaftsgebäuden erforderte die Anlage einer weiteren Straße. Diese wurde 1930 mit Gleisen versehen für die Erweiterung einer Straßenbahnlinie. 1940 entstand nach Entwürfen von Heinrich Laurenz Dietz das Kino „Bergtheater“.

Fast alle Gebäude des Brauhausberges wurden während der Nacht von Potsdam, der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, völlig zerstört. In den verbliebenen Gebäudeteilen der ehemaligen Kriegsschule residierte dann die Bezirks- und die Kreisleitung der SED. Daher bekam das rote Klinkergebäude den Spitznamen Kreml. Von 1969–1971 wurde auf dem Brauhausberg unter der Schirmherrschaft des staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport der Grundstein für die Schwimmhalle am Brauhausberg gelegt. 1977 erfolgte die Eröffnung des Restaurants Minsk. Nach der politischen Wende zog 1991 der Landtag Brandenburg in das Gebäude der ehemaligen Kriegsschule. Da der Gebäudekomplex zu klein und nicht dem Standard des 21. Jahrhunderts entsprach, zog der Landtag in das neu errichtete Landtagsgebäude am Alten Markt, welches dem ehemaligen Stadtschloß der Hohenzollern nachempfunden wurde.

Quellen

  • „Von der Kriegsschule zum Parlament“ in „Schriften des Landtages Brandenburg“, Heft 3/2000;