Breite Straße

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Die Breite Straße in Richtung Westen, 2008
Die Moschee, im Frühling 2006
Die Hiller-Brandtschen Häuser, im Frühling 2006

Die Breite Straße verbindet die Innenstadt von Potsdam mit der Brandenburger Vorstadt. Sie beginnt am Alten Markt und endet an der Zeppelinstraße, nahe der sogenannten Moschee.

Geschichte

Die Breite Straße ist bereits seit dem Jahr 1683 als „Allee gen Pannenberg“ bekannt. Im Jahr 1671 werden für die Angehörige des Hofstaates und für die Einwohner, die durch den Schloßneubau umgesiedelten wurden, die ersten Häuser errichtet. Von 1710 bis 1718 hieß sie „Churfürstliche Freyheit“. Als Friedrich II. aus seiner Residenz eine repäsentative Stadt machen ließ, gehörte auch die Bebauung dieser Straße dazu. Da die Gelder auch damals knapp waren, wurden fast alle Häuser der Straße als Fachwerkhäuser ausgeführt und lediglich mit einer massiven, barocken Zierfassade versehen.

Unmittelbar an der späteren Schopenhauerstraße endete die Breite Straße. Sie wurde begrenzt durch das Neustädter Tor. Dahinter verlief eine schmale Straße die bald nach Norden abbog und zum späteren Luisenplatz führte.

Viele historische Bauwerke sind erhalten geblieben, wie die Hiller-Brandtschen-Häuser, das Predigerwitwenhaus, das Militärwaisenhaus und einige Bürgerhäuser. Andere wertvolle Bauwerke wurden Opfer des Zweiten Weltkrieges, wie die Garnisonkirche, die Breite Brücke, das Neustädter Tor oder das Ochsenkopfhaus.

Im Jahr 1948 erfolgte die Umbenennung der Straße in „Wilhelm-Külz-Straße“ – nach Wilhelm Külz (1875-1948), dem Vorsitzenden der LDPD. Ab 1972 wurden ein Teil der Neustädter Havelbucht zugeschüttet und für die geradlinige Weiterführung der Breiten Straße bis zur Zeppelinstraße Häuser abgerissen. Somit gab es eine neue Ost-West-Tangente unter Umgehung der Innenstadt. Den ehemaligen Verlauf des Ufers der Havelbucht erkennt man an der gebogenen Form des Neubaublockes des Wohngebietes Neustädter Havelbucht an der Nordseite der Straße. Am 16. Juli 1973 wurde dieser Straßenabschnitt eingeweiht. Mit einem Generalbebauungsplan fassten die Stadtverordneten 1975 den Beschluss, die Breite Straße zur sozialistischen Magistrale auszubauen. Westlich der Dortustraße entstanden durch Neubau in acht- bis elfgeschossigen Wohnscheiben und vier 17-geschossigen Punkthochhäusern insgesamt 4500 Wohnungen. Die Havelbucht bekam eine Uferpromenade.

Im Jahr 1992 erhielt die Breite Straße wieder ihren alten Namen.

Weitere Details

Direkt neben den Hiller-Brandtschen Häusern – in der Breiten Straße Nummer 10 und 12 – befindet sich das Evangelische Pfarr- und Witwenhaus – in der Breiten Straße Nummer 14. In der Nähe befinden sich außerdem das Wasserwerk von Sanssouci – die sogenannte Moschee im arabischen Stil – und das Große Militär-Waisenhaus, welches die Hiller-Brandtschen Häuser in architektonischer Hinsicht ergänzen sollten.

Gegenüber den Hiller-Brandtschen Häusern befindet sich das ehemalige Ständehaus, in dem seit dem Jahr 2001 wieder das Naturkundemuseum seinen Sitz hat.

Weitere Bilder

Quellen

  • „Von der kurfürstlichen Landschaftsallee zur sozialistischen Magistrale - die Wilhelm-Külz-Straße“; Herausgeber: Potsdam Museum - Heft 29, Potsdam, 1988
  • potsdam-chronik.de
  • Waltraud Volk: Potsdam historische Straßen und Plätze heute, VEB Verlag für Bauwesen Berlin 1988, S. 55, ISBN 3-345-00050-4