Eduard Claudius

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Eduard Claudius (li) mit Hermann Kant, 1967

Eduard Claudius (Pseudonym: Edy Brendt, * 29. Juli 1911 in Buer bei Gelsenkirchen; † 13. Dezember 1976 in Potsdam) war ein deutscher Schriftsteller, Diplomat und ein Opfer des Faschismus.

Geschichte

Eduard Claudius wurde als Eduard Schmidt am 29.07.1911 in Buer geboren. Nach seiner Maurerlehre von 1925 bis 1927 arbeitete, wie sein Vater, als Bauarbeiter. Bereits mit 16 Jahren übernahm er eine Funktion in seiner Gewerkschaft. Neben seines Berufes war er als Arbeiterkorrespondent tätig. Seine Wanderjahre führten ihn von 1929 bis 1932 nach Österreich, in die Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Claudius, der seit 1932 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) war kurzzeitig verhaftet. Ein Jahr später emigrierte er in die Schweiz, wo er den antifaschistischen Widerstandskampf weiterführte. Er schrieb Flugblätter und organisierte Protest- und Hilfsaktionen. Als er 1936 verhaftet wurde und ihm die Auslieferung an Deutschland drohte, floh er nach Spanien. Dort kämpfte Claudius in den Internationalen Brigaden als Soldat und Kriegskommissar im Spanischen Bürgerkrieg für die Verteidigung der rechtmäßig gewählten Regierung gegen die faschistischen Putschisten. Im Jahr 1938 wurde er in Frankreich interniert, konnte jedoch in die Schweiz fliehen. Dort wurde Claudius als illegaler Einwanderer erneut verhaftet und verbrachte mehrere Jahre in verschiedenen Arbeitslagern. Anfang 1945 gelangte er nach Italien, wo er sich der Partisanenbrigade „Garibaldi“ anschloss und weiter gegen die Faschisten kämpfte.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Claudius zunächst Pressechef des bayerischen Ministeriums für Entnazifizierung. 1948 übersiedelte er jedoch in die Sowjetische Besatzungszone und ließ sich in Potsdam nieder. Hier arbeitete zunächst als freier Schriftsteller, trat aber 1956 in den Diplomatischen Dienst der DDR. Hier war er von 1956 bis 1959 Generalkonsul in Syrien und von 1959 bis 1961 Botschafter der DDR in Nordvietnam.

Eduard Claudius war Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR und von 1955 bis 1957 dessen Erster Sekretär. Im Jahr 1965 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Künste in Berlin und war dort von 1967 bis 1969 als Vizepräsident tätig. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem den Nationalpreis der DDR und wurde zwei Mal mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR (in Silber und in Gold) ausgezeichnet. Außerdem wurden verschiedene Einrichtungen und Straßen in der DDR nach ihm benannt.

Eduard Claudius, der in der Rosa-Luxemburg-Straße 26 in Babelsberg und zuletzt im Finkenweg 13 (Brauhausberg) wohnte, starb am 13. Dezember 1976. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Neuen Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee.

Literarisches Werk

Eduard Claudius schrieb Romane, Dramen, Erzählungen und Reportagen. Am bekanntesten ist sein Roman "Grüne Oliven und nackte Berge", der autobiografisch über den Spanischen Bürgerkrieg erzählt. Sein Roman "Menschen an unserer Seite", der von einem sozialistischen Aktivisten handelt, wurde von der Literaturkritik der DDR hoch gelobt und galt als Musterbeispiel für den sozialistischen Realismus.

Außerdem schrieb er unter anderem „Salz der Erde“. (1948), „Von der Liebe soll man nicht nur sprechen“ (1957), „Wintermärchen auf Rügen (1965) und die Autobiographie „Ruhelose Jahre“ (1968) .

Quelle

  • „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988; S. 18f
  • Eduard Claudius – Artikel in der Wikipedia
  • literaturport.de