Eleonore Prochaska

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Elenore Prochaska als Schütze August Renz

Maria Christiane Eleonore Prochaska wurde am 11. März 1785 als Tochter eines Unteroffiziers in Potsdam geboren. Als der Vater als Krüppel aus dem Krieg gegen die junge französische Republik nach Hause kam und die kränkelnde Mutter die Kinder (Eleonore hatte noch drei Geschwister) nicht mehr versorgen konnte, mußten diese 1794 in das Königliche Großes Militär-Waisenhaus. 1810 wurde E. P. bei der Familie des Hofbaurates Manger als Küchenmädchen und Haushaltshilfe eingestellt. Das politisch aufgeweckte Mädchen ließ ihre patriotischen Gefühlen freien Lauf und verließ heimlich Potsdam. Ihr Ziel war es als Jäger im Lützower Freikorps für die Freiheit zu kämpfen.

Als Jäger August Renz ertrug E. P. alle Strapazen des Soldatenlebens und wurde sogar bis zum Unteroffizier befördert. Am 16.09.1813, bei dem erbitterten Gefecht in der Schlacht an der Göhrde (Nähe Lüneburg), als die ersten Reihen der Soldaten im Geschoßhagel fielen, nahm die mittlerweile 28jährige Eleonore eine Trommel auf und führte den Angriff weiter. Eine Kartätschenladung zerschmetterte ihr den Schenkel. Im Lazarett erlag sie am 05.10.1813 ihren schweren Verletzungen. Auf dem Friedhof von Danneberg (Elbe) wurde Eleonore Prochaska mit allen Ehren bestattet.

Zwei Jahre später schrieb Beethoven zu Friedrich Dunckers Drama “Leonore Prochaska” eine Bühnenmusik. Und der Magistrat von Potsdam ließ auf dem Alten Friedhof zu Ehren der "Heldenjungfrau" - so der Text - ein Denkmal errichten. Es dauerte jedoch bis 1889 ehe der Magistrat sich dazu hinreißen ließ, eine Frau so zu würdigen.

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Quellen

  • „1000 Jahre Potsdam – Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil II“ – Autorenkollektiv; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; Potsdam 1989