Eliteschule des Sports
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Im Potsdamer Stadtteil Potsdam-West zwischen der Zeppelinstraße und dem Havelufer in direkter Nähe zum Sportpark am Luftschiffhafen ist die Eliteschule des Sports „Friedrich-Ludwig-Jahn“ gelegen. Das Schulgebäude selbst ist ein DDR-typischer Neubau vom Typ „Erfurt“. Erbaut im Jahre 1977 und 2001 aufwändig saniert.
Aus dem gleichen Jahr stammt das weithin sichbare 14-stöckige Sportinternat: "Haus der Atheleten". In diesem Internat können Schüler der Klassen 7 bis 13, leistungssportlich trainierende Azubis und Studenten, sowie Lehrgangsteilnehmer der Spitzen- und Landessportverbände wohnen.
Zu DDR-Zeiten war das Schulgelände wie auch der Sportpark Luftschiffhafen für die Allgemeinheit nicht zugänglich. In der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) wurden Spitzensportler unterrichtet, die durch ihre Leistungen zum Ruhme des Sozialismus betragen sollten. Hierbei wurde der Unterrichtsplan auf die jeweiligen Trainingseinheiten abgestimmt, es gab Stunden am frühen Morgen und spät am Abend ,sowie Einzelunterricht. Die räumliche Konzentration von Wohnen, Schule und Training sowie die enge Zusammenarbeit von Erziehern, Lehrern und Trainern verlief erfolgreich und trug dazu bei, viele sportliche Erfolge zu ermöglichen.
So beispielsweise diejenigen von Birgit Fischer, der erfolgreichsten Kanutin der Welt, welche von 1975 bis 1980 die KJS besuchte. Weitere prominente Schüler waren etwa Katrin Boron oder Udo Beyer.
Mit der Wende im Herbst 1989 und den damit einhergehenden politischen Veränderungen stand auch die Existenz der KJS auf dem Spiel. Ihr Image in der Potsdamer Bevölkerung war schlecht. Allein die Versorgung der Sportschüler mit Südfrüchten führte zu „Bananen-Neid“. Die betriebene Abschottung, die enge Verbindung der Schule zum Armeesportclub (ASK) und der Generalverdacht des systematischen Dopings im DDR-Sport taten ein Übriges. So wurde die sportliche Ausrichtung in den Folgejahren vernachlässigt, aus der KJS wurde die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe 55.
Im Laufe der Zeit wurde eine nüchterne und ideologiefreie Betrachtung der ehemaligen DDR möglich. So konnten verschiedene im Einheitsprozess abgewickelte Einrichtungen auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden und in der Bundesrepublik ihre Wiedergeburt erleben. Ein Beispiel hierfür sind die Polykliniken. Auch auf die Vorzüge und Erfolge des Systems Kinder- und Jugendsportschule besann man sich. In der Folge wurde das Verbundnetz der „Eliteschulen des Sports“ gegründet, zu dem die Sportschule Potsdam gehört. Zielstellung dieser 40 Schulen im gesamten Deutschland ist es, den Schülern optimale Ausbildungs- und Trainigsmöglichkeiten zu bieten.
Dieses Ziel ist in Potsdam mit der Sportschule, dem Sportinternat, dem Olympiastützpunkt am Luftschiffhafen und den Trainingsstätten sowie den ärztlichen Einrichtungen optimal erreicht. Entlang der Havel finden sich die Stützpunkte der Sportarten Kanu, Judo, Fußball der Frauen, Leichtathletik, Triathlon, Schwimmen, Fechten und Rudern.

