Holländisches Viertel

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Straßenzug im Holländischen Viertel, im Frühjahr 2006

Das Holländische Viertel liegt im Norden der historischen Altstadt von Potsdam und umfasst vier Karrees zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Hebbelstraße sowie zwischen der Kurfürstenstraße und der Gutenbergstraße.

Geschichte

Ein Dreigeschosser im Holländischen Viertel,
im Frühjahr 2006

Das Viertel wurde auf Geheiß von Friedrich Wilhelm I. von Preußen, dem Soldatenkönig, im Zuge der zweiten Stadterweiterung zwischen 1735 und 1742 mit insgesamt 134 Häusern angelegt. Es ist leicht zu erkennen, dass die Bebauung nach Plan erfolgte. So stehen in den Nord-Süd-Straßen die Häuser mit der Traufseite zur Straße, während in den Querstraßen die Häuser ihren Giebel zeigen. Roter Ziegel und weiße Portale geben dem Viertel holländisches Flair.

Ursprünglich war geplant, die Häuser ausschließlich an holländische Einwanderer zu vergeben. Es kamen jedoch nicht genug Immigranten nach Potsdam, und einige gingen nach der Fertigstellung der Stadterweiterung auch wieder in die Niederlande zurück. Deshalb wurden viele der Häuser auch französischen und preußischen Händlern, Künstlern und Grenadieren zugeteilt.

Bevor gebaut werden konnte, musste ein sumpfiges Areal trockengelegt werden. Es wurde ein Auffangbecken ausgehoben, um das Wasser zu sammeln, bevor es in den Heiligen See abfließt. Das war die Geburtsstunde des Bassinplatzes.

Bis in die 1970er hinein verfiel das Viertel. Dann beschloss der Stadtrat, es zu rekonstruieren, was nach der Wende durch Privatmittel wesentlich beschleunigt wurde. Die ersten Bewohner waren damals Hausbesetzer, Künstler und Denkmalpfleger. Heute ist das Holländische Viertel weitestgehend restauriert und bewohnt. Es gibt viele kleine Läden, Restaurants und Cafés, welche das Viertel beleben und Potsdamer wie Touristen gleichermaßen anziehen.

In der Mittelstraße 8 befindet sich das Jan-Bouman-Haus. Jan Bouman war der Architekt des Holländer Viertels. Das Potsdam-Museum ermöglicht es dort ein historisches Holländerhaus von innen kennenzulernen. In der Mittelstraße 25 wohnte ab 1746 der Hofbildhauer Friedrich Christian Glume. 1777 zog Carl Philip von Gontard, einer der bedeutensten Architekten Friedrichs des Großen, in das Haus in der Benkertstraße 16.

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