Königliches Schauspielhaus

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Das Schauspielhaus, um 1940

Das Königliche Schauspielhaus, von den Potsdamern auch als „Stadttheater“ oder Kanaloper genannt, befand sich in der Innenstadt, in der Straße Am Kanal und grenzte an die Berliner Straße. Das Theater wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges, in der Nacht von Potsdam, zerstört und der Standort in der Zeit der DDR mit dem Hochhaus, Am Kanal Nummer 7, neubebaut.

Geschichte

Das Stadttheater wurde in den Jahren zwischen 1793 und 1795 auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet, der Kunstsinn und eine ausgeprägte Vorliebe für die schönen Dinge des Lebens besaß. Mit dem Bau wurde der Oberhofbauamts-Intendant, Michael Philipp Boumann, als ausführender Architekt betraut. Dieser musste zunächst das geeignete Grundstück finden und später den Fortgang der Arbeiten beaufsichtigen. Die Entwürfe lieferte der Architekt Carl Gotthard Langhans.

Das Theater fasste 700 Gäste und war ein öffentliches Theater. Die Hofgesellschaft hatte ein eigenes Schlosstheater. Friedrich Wilhelm II. behielt sich aber auch für sein Königliches Schauspielhaus das Recht vor, selbst das Programm zu bestimmen und die Künstler auszuwählen.

Das Schauspielhaus, im Jahr 1844
Das Schauspielhaus mit der Berliner Brücke, im Jahr 1912

Nach dem Jahr 1800 fanden seltener Aufführungen statt und das Haus wurde geschlossen. Im Jahr 1846 wurde das Theater von einem Unternehmer kommerziell betrieben. Und im Jahr 1938 wurde es eine städtische Bühne.

Das Königliche Schauspielhaus wurde am 21. Dezember 1940 bei einem nächtlichen Angriff englischer Bomber schwer beschädigt. Und bei den Kämpfen der letzten Kriegstage um Potsdam wurde das Schauspielhaus in der Nacht von Potsdam, am 25. April 1945, in Brand geschossen und dadurch zerstört. Die Ruine wurde jedoch erst im Jahr 1966 - nach Bergung des „Schadow-Reliefs“ - abgetragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Spielstätte Am Kanal zunächst verloren, die Schauspieler mussten einen anderen Bühnenort finden. Im Jahr 1946 wurde das Brandenburgische Landestheater gegründet, welches seine Spielstätte zunächst im Schlosstheater des Neuen Palais fand. Ein neuer provisorischer Spielort wurde am 16. Oktober 1949 mit Goethes „Faust I“ in der ehemaligen Gaststätte Zum Alten Fritz, in der Zimmerstraße, eröffnet.

Blick auf den ehemaligen Standort des Stadttheaters, im Herbst 2008

Über dem Portal des Schauspielhauses mit dem Spruch „Dem Vergnügen der Einwohner“ war ein zwölf Meter langer und 1,50 Meter hohes Relief zu sehen. Dieses Relief „Fest der Musen und Grazien“ schuf Johann Gottfried Schadow und stellte Figuren der griechischen Mythologie bei der Kunstausübung dar. So zum Beispiel „Thalia“ (die Göttin der Komödie), „Apollo“ (mit der Leier) und „Melpomene“ (die Mutter der Musen). Fragmente von diesem Relief sind heute im Foyer des Berliner Kronprinzenpalais, in der Straße „Unter den Linden“, zu sehen. Eine Initiative fordert die Rückgabe des Reliefs an Potsdam.

Die Name „Kanaloper“ kam daher, dass das Schauspielhaus direkt am Stadtkanal lag. Dadurch, daß dieser Kanal vermehrt auch als Abwasserkanal mißbraucht wurde, drangen auch in das Stadttheater üblen Gerüche. Somit erhielt der Name auch einen abwertenden Charakter.

Weblinks

Quellen

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