Karl-Foerster-Garten

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Der Senkgarten im August 2009
Der kleine Teich im Senkgarten, August 2009

Nachdem Karl Foerster mit seiner Gärtnerei 1910-1911 von Berlin-Westend nach Potsdam-Bornim umgezogen ist, entstanden seit 1912 rund um das Wohnhaus Gartenwelten, die den Potsdamer Ortsteil Bornim als „Worpswede der Gartengestalter“ weltbekannt machte. Es ist wohl kein Zufall, dass sich Karl Foerster hier angesiedelt hat, am Rande der Feldflur, die Peter Joseph Lenné im 19. Jahrhundert gestaltete. Gegenüber dem Gartentor stehen die alten Eichen der Remise Raubfang, ein Waldstück, in dem sich früher das Vieh unterstellen konnte. Der Foerster-Garten ist heute Anziehungspunkt für Gartenfreunde gleichermaßen wie für die internationale Fachwelt.

Das Gartendenkmal, dessen Hauptthema die Präsentation winterharter Blütenstauden ist, umfasst heute die Gartenteile Senkgarten, Naturgarten, Steingarten, Frühlingsweg, Herbstbeet und Versuchsgarten (1960 aufgegeben). Foerster studierte dort die Standortansprüche und die optische Wirkung der Stauden und ihre Zusammenstellungen.

Mit nur einem Besuch erschließt sich der Reichtum, den wir Karl Foerster verdanken, sicherlich nicht. Deshalb lohnt es sich durchaus, die Anlage zu den verschiedenen Jahreszeiten wiederholt zu besuchen. Die Gartenanlage wurde in den 60er und 70er Jahren von Hermann Göritz und Peter Herling neu gestaltet und bepflanzt. Eine umfassende Rekonstruktion des Gartendenkmals wurde im Rahmen der Bundesgartenschau 2001 für ca. eine Millionen Mark aus Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Raumordnung des Landes Brandenburg durch den Sanierungsträger Bornstedter Feld investiert. Der Berliner Gartenarchitekt Martin Heisig (1957-1960 Gärtnerlehre bei Karl Foerster) erstellte das Projekt für die umfangreiche Rekonstruktion.

Karl Foerster legte stets großen Wert darauf, dass sein Bornimer Garten jedem interessierten Besucher offen stand. Marianne Foerster, seine heute hier lebende Tochter, führt diese Tradition fort. Geöffnet ist täglich von 9 Uhr bis zur Dunkelheit. Führungen durch das Gartendenkmal erfragen Sie bitte bei Marianne Foerster unter Telefon 0331 – 520 936

Gartendetails

Der Senkgarten ist der Mittelpunkt der Gartenanlage. Der rechteckig, terrassiert und geometrisch gegliederte Senkgarten ( 25 x 40 m) wurde nach dem Vorbild der sogenannten „ sunken gardens“ englischer Landhausgärten angelegt. In der Mitte liegt das Seerosen-Wasserbecken innerhalb eines Ufergärtchens. Neben den Uferstauden wie Schwertlilien, Trollblumen, Wiesenrauten, Goldranunkeln, Gräsern, Bambus, Taglilien erfreuen Ritttersporn, Phlox, Sonnenhut, Dahlien, Iris u.v.m. mit kräftigen Farbeffekten. Hauptblütezeit im Senkgarten ist der Sommer und Herbst.

Der Frühlingsweg mit seinem Blühhöhepunkt von März bis Mai zeigt Stauden, wie Adonisröschen, Küchenschelle, Anemone, Blaukissen, Schnee- und Christrose, Primel u.v.m. Daneben prägen Gehölze wie Kornelkirsche, duftender Winterschneeball, Seidelbast, Azaleen sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen, wie Krokus, Tulpen, Lerchensporn und Narzissen diesen Gartenteil.

Das Herbstbeet, dessen Blühhöhepunkt von September bis in den November reicht, versammelt unter Ahornbäumen Astern, Chrysanthemen, Silberkerzen, dekorative Gräser, sowie Zwiebelpflanzen wie die Herbstzeitlosen.

Der Steingarten der sieben Jahreszeiten mit der Farnschlucht ist ein erlebbarer Blühkalender der Klein- und Steingartenstauden vom Vorfrühling beginnend, über den Frühling, Frühsommer, Sommer, Herbst, Spätherbst bis hin zum Winter.

Weblinks

Karl Foerster - Artikel bei der Gartenliteratur