Kulturhaus Babelsberg

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Kulturhaus Babelsberg
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BLDAM-Eintrag 09155968
Wikidata-Eintrag Q2039510
Rathaus Babelsberg. 06.07.2024

Das Kulturhaus Babelsberg im Potsdamer Stadtteil Babelsberg befindet sich in der Karl-Liebknecht-Straße 135, an der Kreuzung zur Rudolf-Breitscheid-Straße. Es ist auch unter dem Namen Kulturhaus „Herbert Ritter“ bekannt.

Geschichte

Im Jahr 1898 beschließt die Gemeindevertretung von Nowawes das Grundstück des ehemaligen Gasthaus Göhlsdorf zu erwerben, um dort ein Gemeindehaus zu bauen. Als Architekt wurde der Potsdamer Otto Kerwien gewonnen. Noch im selben Jahr war die Grundsteinlegung. Im Jahr 1900 wurde der große Backsteinbau, das Rathaus Nowawes, eingeweiht und verfügte neben Amts- und Sitzungsräumen auch über eine Kellerwohnung für den Hausmeister und einen Ratskeller. Über diesem bewohnte der „Armen“-Arzt Doktor Hecht eine große Sieben-Zimmer-Wohnung. Darüber wohnte der Gemeinde-Vorsteher und über diesem in einer Vier-Zimmer-Wohnung der Gemeinde-Sekretär. In einem gesonderten Bau auf dem Hof befanden sich Arrest-Zellen.

Vor der Eingemeindung von Neuendorf, Nowawes und Neubabelsberg, hatten diese Gemeinden ihre eigenen Rathäuser. Als im Jahr 1907 Neuendorf zu Nowawes vereinigt wurde, hatte die Neuendorfer Verwaltung fortan ihren Sitz in der Arztwohnung vom Rathaus Nowawes. Im Jahr 1938 wurde die Villenkolonie Neubabelsberg eingemeindet. Aus Nowawes wurde die Stadt Babelsberg. Diese blieb allerdings nur für ein Jahr selbstständig. Mit der Eingemeindung in die Stadt Potsdam verlor das Rathaus Babelsberg seine ursprüngliche Funktion. Die Räume dienten danach unter anderem als Reserve-Lazarett und Ausleihstelle der Bibliothek.

Am 1. August 1956 wurde das Haus, nach einem Beschluss des Rates der Stadt, zum Klubhaus umgestaltet. In den 1960er Jahren wurde das Klubhaus zu einem Kulturhaus und zu einem kulturellen Zentrum von Potsdam entwickelt. Im Mai 1974 wurde dem Haus der Name „Herbert Ritter“ verliehen. Die Bemühungen um den Namen „Bertolt Brecht“ hatten keinen Erfolg gehabt, da die Brecht-Erben nicht ihre Zustimmung gaben. In den Jahren 1989 bis 1990, in der Zeit der Wende, verfiel das Haus und mit ihm auch die bisherigen kulturellen Strukturen.

Ab Anfang oder Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus als Stadtteilkultur- und Bürgerzentrum neu aufgebaut, dabei wurden umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten im Außen- und Innenbereich des Hauses durchgeführt. Und ab dem Sommer 2005 übernahm die der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. die Trägerschaft des Kulturhauses.

Im Januar 2023 wurde das Kulturhaus Babelsberg zum „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg gewählt.


Ratskeller

Das 1900 eröffnete Lokal im Ratskeller wurde zum Jahreswechsel 2018/19 geschlossen. In den folgenden Jahren war zunächst von der Suche nach einem Nachmieter für die Gastwirtschaft die Rede. Im Sommer 2022 teilte die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit, dass in den Räumen ein Angebot der Jugendhilfe geplant sei und dazu Verhandlungen mit einem Träger geführt würden. Im Januar 2023 schloss die Stadt eine erneute gastronomische Nutzung endgültig aus. Der Ratskeller soll künftig nicht mehr als Gaststätte genutzt werden.


Quellen

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