Land Brandenburg
| Land Brandenburg Wappen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Potsdam |
| Fläche: | 29.478,61 km² (Februar 2007) |
| Einwohner: | 2.506.200 (30. September 2010) |
| Bevölkerungsdichte: | 86 Einwohner je km² |
| Inoffizielle Landeshymne: | Märkische Heide, märkischer Sand |
| Schulden: | 18,0 Mrd. € (Juli 2009) |
| Arbeitslosenquote: | 9,8 % (Oktober 2010) |
| ISO 3166-2: | DE-BB
|
| Offizielle Webseite: | www.brandenburg.de |
| Politik | |
| Ministerpräsident: | Matthias Platzeck (SPD) (seit 26. Juni 2002) |
| Regierende Parteien: | Koalition aus SPD und Linke (seit 27. September 2009) |
| Sitzverteilung im Landtag: | SPD: 31 Linke: 25 CDU: 19 FDP: 7 B 90/Grüne: 5 fraktionslos: 1 insgesamt 88 Sitze (seit September 2009) |
| letzte Wahl: (zum 5. Landtag) |
27. September 2009 |
| nächste Wahl: (zum 6. Landtag) |
September 2014 (voraussichtlich) |
| Parlamentarische Vertretung | |
| Stimmen im Bundesrat: | 4 (seit 3. Oktober 1990) |
Das Bundesland Brandenburg, auch „Land Brandenburg“, früher die „Mark Brandenburg“, „Kurmark“ und kurz „Brandenburg“ genannt, ist das Bundesland im Nordosten von Deutschland, in dem sich auch die Stadt Potsdam befindet, welche zugleich die Landeshauptstadt von Brandenburg ist.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Während der deutschen Ostexpansion wechselte das Landgebiet mehrfach den Besitzer. Der letzte slawische Territorialfürst Pribislaw vererbte das Land im Jahr 1150 an Albrecht dem Bären. Da die Erbansprüche des Sprewanenfürsten Jaxos übergangen worden waren, nahm sich dieser die Brandenburg mit Gewalt. Die Rückeroberung durch Albrecht im Jahr 1157 gilt als Gründungstag der Mark Brandenburg. Es begann eine große deutsche und flämische Besiedelung, wobei sich die slawischen Heveller großenteils in Fischerdörfer (Kieze) zurückzogen. Noch bis ins 15. Jahrhundert lebten Deutsche und Slawen nebeneinander. Nach dem Aussterben der brandenburger Linie der Askanier im Jahr 1320 folgten Wittelsbacher und die Luxemburger. Und mit ihnen kamen das Chaos und das Raubrittertum. Dennoch wurde die Mark Brandenburg durch die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. im Jahr 1356 zum Kurfürstentum erhoben.
Im Jahr 1415 erhielt Friedrich VI., Burggraf von Nürnberg, aus dem Haus der Hohenzollern von Kaiser Sigismund die Kurwürde für die Mark Brandenburg. Die jetzige Kurmark wurde befriedigt und entwickelte sich langsam. Kriege wurden selten geführt. Dennoch haben die Hohenzollern sich an den Kriegen anderer europäischer Herrscher beteiligt, oder wurden hineingezogen. Eine große Ausnahme bilden die drei Schlesischen Kriege von Friedrich II. im 18. Jahrhundert. Die Vergrößerung ihres Territoriums erreichten die Hohenzollern hauptsächlich durch Erb- und Heiratsverträge. Nach dem Erlöschen einer fürstlichen Herrscherlinie verliefen durch Erbfall viele Ländereien an die Mark Brandenburg.
Der Dreißigjährige Krieg brachte große Zerstörung und Entvölkerung. Durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm begann die Neuordnung durch Immigration. Hierzu erließ der Kurfürst das Edikt von Potsdam. Seit 1701 - Krönung des Kurfürsten Friedrich III. zum König in Preußen - war die Mark Brandenburg untrennbar mit Preußen verbunden. Brandenburg (zusammen mit Berlin) war nur noch ein Teil Preußens, wennauch die größte Provinz. Berlin schied erst mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 aus der damaligen Provinz Brandenburg aus.
1945 wurde die Provinz Mark Brandenburg wiedergebildet. Diese bestand aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder) der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg, allerdings ohne die gesamte Neumark östlich der Oder. Zwei Jahre später erfolgte jedoch die Auflösung Preußens und die Umbenennung in „Land Brandenburg“. Im Jahr 1952 wurde durch die ehemalige DDR-Regierung das Land Brandenburg in die Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam eingeteilt. Am 3. Oktober 1990 wurde das Land Brandenburg neu gegründet und am 14. Oktober 1990 die Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam zuzüglich der Kreise Perleberg, Prenzlau und Templin zusammengelegt.
Als die beiden Länder Berlin und Brandenburg im Jahr 1996 zusammengelegt werden sollten, wurde dies durch eine Volksabstimmung im Land Brandenburg verhindert.
Geografie
Brandenburg grenzt an sechs Länder. Polen im Osten, Sachsen im Süden, Sachsen-Anhalt im Westen, Niedersachsen im äußersten Westen auf einem kurzem Stück an der Elbe, Mecklenburg-Vorpommern im Norden. Zudem umschließt es das Bundesland und die Hauptstadt Deutschlands Berlin. Dabei umfasst es den so genannten „Berliner Speckgürtel“, also die Ortschaften rund um Berlin. Das Land wird von 14 größeren Flüssen durchzogen. Es gibt viele Seen, sowie moorartige Gebiete. Der Boden ist meistens sandig bis lehmig. In Brandenburg sind 15 Großschutzgebiete ausgewiesen, davon ein Nationalpark, drei Biosphärenreservate und 11 Naturparks. Insgesamt nehmen diese Flächen ein Drittel der Gesamtfläche ein.
Infrastruktur
Die Verkehrs-Infrastruktur konzentriert sich fast vollkommen auf die Regionen um Berlin und Potsdam. Denn die meiste Industrie ist dort angesiedelt. Es gibt bei Eisenhüttenstadt an der Oder und in Brandenburg an der Havel zudem Stahlwerke. Im Nordosten Brandenburgs befindet sich ein industrieller Schwerpunkt mit einer Erdölraffinerie (PCK Raffinerie GmbH) und zwei Papierfabriken. Das „platte Land“ wird oft durch Landwirtschaft oder Forstwirtschaft genutzt. Im Süden Brandenburgs befinden sich Braunkohleabbaustätten. Brandenburg besitzt zudem 10 Hochschulen.
Landkreise und Städte
Das Land Brandenburg ist in 14 Landkreise und vier kreisfreie Städte unterteilt.
- Barnim, Eberswalde (BAR)
- Dahme-Spreewald, Lübben (Spreewald) (LDS)
- Elbe Elster, Herzberg (Elster) (EE)
- Havelland, Rathenow (HVL)
- Märkisch-Oderland, Seelow (MOL)
- Oberhavel, Oranienburg (OHV)
- Oberspreewald-Lausitz, Senftenberg (OSL)
- Oder-Spree, Beeskow (LOS)
- Ostprignitz-Ruppin, Neuruppin (OPR)
- Potsdam-Mittelmark, Belzig (PM)
- Prignitz, Perleberg (PR)
- Spree-Neiße, Forst (Lausitz) (SPN)
- Teltow-Fläming, Luckenwalde (TF)
- Uckermark, Prenzlau
Die kreisfreien Städte sind:
- Brandenburg an der Havel
- Cottbus
- Frankfurt (Oder)
- Potsdam
Wappen
Nach der Brandenburgischen Verfassung ist der rote märkische Adler auf weißem Feld (Artikel 4) das Wappen des Landes Brandenburg. Die Landesflagge ist Rot-Weiß mit zentriertem Landeswappen. Aber den märkischen Adler und das Wappen gibt es schon ziemlich lange. Bereits 1157 soll es das Wappen des Markgrafen von Brandenburg: Otto I., der Sohn Albrechts des Bären, gewesen sein. Bis zum Ende trug der Adler noch seine Herrschaftsinsignien (Schwert und Brustschild), die aber nach der Wende entfernt wurden.
Sprachen
Neben der hauptsächlich verwendeten Sprache Deutsch wird im östlichen Teil der Niederlausitz, in der Umgebung von Cottbus, auch die westslawische Sprache Niedersorbisch, von etwa 20.000 Menschen als Muttersprache gesprochen (zweisprachiges Gebiet).
Weblinks
- Landesportal Brandenburg – offizielle Webseite
- Land Brandenburg – Hauptartikel bei der Wikipedia
- Märkische Heide, märkischer Sand – Artikel bei der Wikipedia
Quellen
- „Die Hohenzollern und ihr Werk – Fünfhundert Jahre vaterländische Geschichte“; Autor: Otto Hintze, Verlag Paul Parey Berlin, 2. Auflage, 1915
weitere Bilder
Quellen
- Kommunen leben auf Pump – Artikel bei der PNN, vom 27. Juli 2009; Quelle zu „Schulden:“
- Die Fraktionen im Landtag – Seite beim Landtag Brandenburg; Stand: 21. Oktober 2009; Quelle zu „Sitzverteilung im Landtag:“
- Bundesrat – Artikel bei Wahlen in Deutschland, vom 29. September 2009; Quelle zu „Stimmen im Bundesrat:“
- Stimmenverteilung im Bundesrat – Seite beim Bundesrat; Stand: 19. Oktober 2009; Quelle zu „Stimmen im Bundesrat:“
- Chronik der Landesregierung – Artikel bei der BLzpB; Stand: 19. Oktober 2009; Quelle zu „Regierende Parteien:“
- Arbeitslosenquote im Oktober 2010 – Übersicht bei der Bundesagentur für Arbeit; Stand: 30. Oktober 2010
- Geschichte – Seite beim MdJ; Stand: 6. Oktober 2010
