Luisenplatz

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Blick über den Luisenplatz zum Brandenburger Tor, um 2006

Der Luisenplatz befindet sich in der Brandenburger Vorstadt, am Brandenburger Tor. Hier mündet von Osten die Brandenburger Straße und nach Westen gehen fächerartig die Allee nach Sanssouci, die Zimmerstraße und die Zeppelinstraße ab. Im Osten wird der Platz durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Schopenhauerstraße begrenzt.

Geschichte

Der Luisenplatz, in den 1930er Jahren
Der Luisenplatz, Mitte der 1960er Jahre

Lange Jahre war der Luisenplatz ein Holzsägeplatz, auf dem noch bis etwa 1840 ein Zimmermann sein Holz zuschnitt. Im 19. Jahrhundert dehnte sich die Stadt langsam weiter aus und der Platz wurde bebaut. 1854 wurde Peter Joseph Lenné mit seiner Gestaltung beauftragt. Neben einer Eingefassung durch Bäume wurden die vorhandenen Straßen betont. In der Mitte entstand ein Rondell mit einem Springbrunnen. Eine Brunnenschale wurde von vier Sandsteinfiguren getragen, die die Jahreszeiten symbolisieren sollten. Die Wasserversorgung erfolgte über das Wasserwerk in der Moschee an der Neustädter Havelbucht. Das abfließende Wasser wurde damals noch oberirdisch in die Brandenburger Straße abgeleitet. Es diente dort zur Spülung der Gosse, denn Kanalisation gab es noch nicht.

1903 wurde der bereits schadhafte Brunnen abgerissen und durch ein Bronzedenkmal von Kaiser Friedrich III. ersetzt. Dieses Denkmal stand dort bis 1936. Nach seiner Versetzung im Zuge der Olympischen Spiele in Berlin demontierte man das Denkmal und stellte es vor dem St.-Josefs-Krankenhaus in der Allee nach Sanssouci auf. Dort fand es noch bis 1943 seinen Platz, bis es schließlich als Kriegsmetallreserve eingeschmolzen wurde. Bei der Umgestaltung des Platzes 1936 entstand auch ein Parkplatz, der gleichzeitig für Aufmärsche genutzt werden konnte. Dieser erhielt damals ein Kopfsteinpflaster und an den Seiten schwere Granitpoller mit Eisenketten zur Abgrenzung von der Straße.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand auf dem Luisenplatz der Schwarzmarkt statt. Nach seiner Umbennung in „Brandenburger Platz“ trug er ab den Weltfestspielen 1951 den Namen „Platz der Nationen“. Bis in die 1980er-Jahre fanden hier neben Abschlüssen von Maidemonstrationen an der Ehrentribüne auch Rummel, Zirkus und andere Veranstaltungen statt.

Zur Bundesgartenschau 2001 wurde eine Tiefgarage unter dem Platz angelegt. Es verschwand auch die Straßenbahn an der Südseite des Platzes mit ihren Haltestellen, sie wurde auf die Rückseite des Gebäudes der Sparkasse verlegt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde der Platz nach einem Entwurf der Landschaftsarchitektin Cornelia Müller neu gestaltet. In der Mitte entstand wieder ein Brunnen. Die neuen Fahrstühle und Zufahrten für die Tiefgarage wanderten an den Rand, um den Platzcharakter nicht zu stören. Auffällig ist der nur geringe Einsatz von Bäumen, die auch nur am Rand des Platzes stehen. Direkt um den Brunnen herum gibt es keine möglichen Schattenspender. Da ohne den Parkplatz auch keine Autos mehr die Veranstaltungen behindern können, kann der Luisenplatz nun auch wieder für größere Veranstaltungen genutzt werden. So war es zum Beispiel schon möglich, eine Eisbahn beim Potsdamer Weihnachtsmarkt aufzubauen.

Seit 2005 befindet sich ein Kunstwerk des Künstlers Stefano Bombardieri auf dem Luisenplatz: Die Installation zeigt ein lebensgroßes Nashorn, das an einem Metallgerüst hängt und in der Luft schwebt.

Die schweren Eisenketten von der ehem. Platzbegrenzung tun noch heute ihren Dienst als Umfriedung des Sowjetischen Ehrenmals auf dem Bassinplatz. Als stadtbildprägendes Gebäude zeigt sich auch heute noch die Garde-Ulanen Kaserne 1, an der Südseite des Platzes, wo sich heute eine große Zweigstelle der Sparkasse befindet.

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