Marmorpalais
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Das Marmorpalais am Ufer des Heiligen Sees war der erste Schlossbau im Neuen Garten. Es gilt als repräsentativer Bau des preußischen Frühklassizismus und wird deshalb auch als „Perle des Frühklassizismus“ bezeichnet.
Geschichte
Der kubische Hauptbau des Marmorpalais wurde in den Jahren von 1778 bis 1789 nach Plänen des Hofbaumeisters Friedrichs II., Carl von Gontard, errichtet.
1797 wurde, unter der Leitung des Architekten Michael Philipp Daniel Boumann (1747–1803), damit begonnen zwei eingeschossige, über Viertelkreisgalerien mit dem Kubus verbundenen Seitenflügel anzubauen, um der räumlichen Beengtheit des bisherigen Gebäudes abzuhelfen. Am 16. November jedoch stirbt Friedrich Wilhelm II. vor der Fertigstellung der Erweiterungsbauten. Friedrich Wilhelm III. lässt nur den Rohbau abschließen, die Gestaltung der Innenräume nimmt erst sein Sohn Friedrich Wilhelm IV. vor. Im 19. Jahrhundert wurde das Mamorpalais als Potsdamer Wohnsitz der preußischen Königsfamilie genutzt. Wilhelm I. und Wilhelm II. lebten dort mit ihren Familien.
Seit 1932 fungierte das Marmorpalais als Schlossmuseum. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Brandbomben beschädigt. Weitere direkte und indirekte Beschädigungen erlitt das Palais, als die Sowjetarmee das Gebäude ab 1946 als Offizierskasino nutzte. Nach begonnener Sicherung und Rekonstruktion, ab dem Jahr 1954, eröffnete hier am 1. März 1961 eine Außenstelle des Armeemuseums der DDR seine Tore. Die noch nicht ausgeführten Restaurierungsarbeiten wurden daher nicht weitergeführt. Im Jahr 1984 begann die Planung einer umfassenden Rekonstruktion durch die Nationale Volksarmee (NVA). Erste Baumaßnahmen begannen 1988.
Von 1993 bis zum Februar 2001 wurde eine Generalrekonstruktion des Marmorpalais vorgenommen.
Gestaltung
Die Innenräume gehen auf Entwürfe von Carl Gotthard Langhans zurück und gehören zu den kostbarsten erhaltenen Beispielen des Frühklassizismus. Der Grottensaal, der Konzertsaal und die Wohnräume des Königs sind prachtvoll mit Intarsien, Seidenbespannung, Stukkaturen, Marmorkaminen, Gemälden und Kunsthandwerk ausgestattet. Besonders kostbar ist die englische Wedgwood-Keramik.

