Matrosenstation Kongsnaes
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Die ehemalige Matrosenstation Kongsnaes befindet sich in der Berliner Vorstadt von Potsdam, in der Schwanenallee – am Ufer des Jungfernsees. Von der Matrosenstation sind heute noch einige norwegische Häuser und ein frei stehender hölzerner Torbogen – mit der Schriftzug „Kongsnæs“ – erhalten.
Der Torbogen
Zur ehemaligen königlichen Anlegestelle Kongsnaes gehört der frei stehende hölzerne Torbogen. Dieser ist mit Drachenköpfen und dem Schriftzug „Kongsnaes“ (Königliche Landzunge) versehen. Der Torbogen markiert die frühere Anlegestelle des kaiserlichen Dampfschiffes „Alexandria“ sowie das ehemalige Empfangsgebäude der Anlegestelle, welches zusammen mit den heute noch erhaltenen Norwegischen Häusern die Matrosenstation bildete.
Geschichte
Kaiser Wilhelm II. hatte auf einer seiner Nordlandfahrten den Entschluß gefasst, am Jungfernsee eine Matrosenstation im norwegischen Stil errichten zu lassen. Dafür erhielt der norwegische Architekt Holm Hansen Munthe im Jahr 1892 den Auftrag für eine reich verzierte Empfangshalle, welche die eigentliche Attraktion der Anlage sein sollte.
Bei dem Bau dieser Empfangshalle wurde nach dem Ikea-Prinzip verfahren. Der Pavillon wurde in Schweden komplett produziert, in Einzelteilen nach Deutschland verschifft und vor Ort von schwedischen Zimmerleuten aufgebaut. Vorbild für den Bau war das Holmenkolmen-Tourist-Hotel im damaligen Kristiania (heute Oslo).
Es folgten der Bau eines Bootshauses für die „Alexandria“, der hölzerner Torbogen und eine Kombination aus Matrosenunterkunft, Wohnhaus des Stationsleiters und Werkstatt (Schwanenallee Nummer 7, 7a und 7b).
Im Sommer 1897 gelang es hier dem Berliner Physiker Adolf Slaby, mit einer Versuchsanlage für die drahtlose Telegrafie, zur 1,6 Kilometer entfernten Heilandskirche in Sacrow eine Funkverbindung aufzubauen. Damit wurde hier, an der kaiserlichen Dampferanlegestelle, Technikgeschichte geschrieben.
Nach der Abdankung des Kaisers wurden das Kapitänshaus vermietet. In den Jahren von 1922 bis 1940 nutzte der kaiserliche Jagdklub die Empfangshalle als Klubhaus. Bootshaus und Empfangshalle gerieten am Ende des Zweiten Weltkrieges (im Jahr 1945) vermutlich durch Artilleriebeschuss in Brand und wurden zerstört.
Zwischen den Jahren 2003 und 2008 wurden von der Anlegestelle Fahrten mit einem nachgebauten Wikingerschiff angeboten. Das Schiff – die Kari – fuhr im Linienverkehr zur Heilandskirche oder konnte gemietet werden. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Angebot des Vereins gegen Arbeitslosigkeit (Eviga), aus Steglitz, aufgegeben.
Das Kapitänshaus und die Matrosenkaserne sind bis heute bewohnt. Die drei Gebäude – die Matrosenunterkunft, das Wohnhaus des Stationsleiters und die Werkstatt – sind heute noch im Original erhalten. Vom Empfangsgebäude sind lediglich die Fundamente zu sehen. Brüstungen und Teile des Bollwerkes liegen katalogisiert für den Wiederaufbau bereit. Ein Förderverein setzt sich für dieses Ziel ein. Er veranlasste auch den originalgetreuen Nachbau des Eingangstores.
Weblinks
- Förderverein Kongsnæs e.V. – Offizielle Webseite
- Matrosenstation Potsdam – Artikel beim Freundeskreis Klassische Yachten
- Matrosenstation Kongsnaes soll wieder aufgebaut werden – Artikel bei Welt Online, vom 6. Mai 2003

