Neustädter Tor

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Der Obelisk vom Neustädter Tor, um 2006

Das Neustädter Tor befand sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Breiten Straße, auf Höhe des Hochhauses mit der Nummer 22. Das Tor wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und die Reste später abgetragen. Ein Obelisk ist das letzte Überbleibsel des Tores, welches in den Jahren von 1753 bis 1969 am Ende der Breiten Straße stand. Der Obelisk wurde nach Rekonstuktionsarbeiten im Jahr 1981 unweit des alten Standortes wieder aufgestellt.

Geschichte

Das erste Neustädter Tor wurde im Jahr 1722 im Zusammenhang mit der Ersten barocken Stadterweiterung erbaut. Es war eine Durchfahrt durch den damals errichteten Palisadenzaun und noch völlig schmucklos. Als im Jahr 1733 bei der Zweiten barocken Stadterweiterung die Stadtgrenze weiter nach Westen verlegt wurde, blieb das Tor davon unberührt. Am gleichen Standort verbleibend erfüllte es mit seinen Wachhäuschen weiterhin seine Kontrollfunktion zur Steuer- bzw. Zolleintreibung.

Erst im Jahr 1753 wurde das allgemein bekannte Neustädter Tor mit Hilfe des Archtikten Georg W. von Knobelsdorff errichtet. Das Tor bestand aus zwei Obelisken, welche mit ägyptisierenden Hieroglyphen versehen waren. Diese Hieroglyphen waren nicht echt, sondern den ägyptischen nur nachempfunden. Bekrönt wurden die Obelisken jeweils mit einem preußischen Adler. Zu beiden Seiten gab es je ein Häuschen für die Wachmannschaft und den Zoll.

Im Jahr 1945 wurde das Tor sehr stark zerstört. Ab dem Jahr 1953 wurde der Plan verfolgt die Breite Straße weiter nach Westen bis zur Zeppelinstraße auszubauen. Dafür wurde ein Teil der Neustädter Havelbucht mit Trümmern von Bauten, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, zugeschüttet. Auch das zerstörte Neustädter Tor musste dem Straßenausbau weichen. Man trug es im Jahr 1969 ab, bevor die Straße in den Jahren 1972 und 1973 verlängert wurde.

Der Obelisk, der die Kriegszerstörung überstanden hatte, wurde im Jahr 1981 restauriert und in der Breiten Straße, nahe der Lindenstraße, aufgestellt. So steht er in unmittelbarer Nähe seines alten Standortes und erinnert heutzutage an das ehemalige Stadttor.

weitere Bilder

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.
  • „Von der kurfürstlichen Landschaftsallee zur sozialistischen Magistrale - die Wilhelm-Külz-Straße“; Herausgeber: Potsdam Museum - Heft 29, Potsdam, 1988