Potsdam
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Potsdam ist die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg und mit über 150.000 Einwohner (Stand: 2008) die einwohnerreichste Stadt dieses Bundeslandes. Sie grenzt im Nordosten unmittelbar an die deutsche Hauptstadt Berlin an und gehört zur europäischen Metropolregion Berlin-Brandenburg.
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Geschichte
Gründung
Wann die Stadt Potsdam gegründet wurde, ist nicht bekannt. Es existiert lediglich eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 993, in welcher der Ort „Poztupimi“, an der Stelle des späteren Postdams, erstmals genannt wurde. Bisherige Forschungen gehen aber davon aus, daß es bereits um 700 eine Besiedelung des späteren Stadtgebietes durch den slawischen Stamm der Heveller gab. Am Ufer der Havel – gegenüber der Einmündung der Nuthe – lag vom 8. bis zum 11. Jahrhundert ein slawischer Burgwall. Später wurde hier die Heilig-Geist-Kirche errichtet.
Potsdam blieb bis zum 18. Jahrhundert ein unbedeutendes Städtchen. Eingegrenzt durch Sümpfe und Gewässer konnte sich die Stadt nicht ausdehnen und stagnierte in ihrer Entwicklung.
Residenzstadt
Vom 15. bis fast zur Mitte des 20. Jahrhundert herrschten in der Mark Brandenburg erst die Markgrafen, dann die Kurfürsten, später die Könige in und schließlich die Könige von Preußen, welche in ihrer Blütezeit – im 18. Jahrhundert – aus der Mark das Zentrum von Preußen und aus Potsdam eine Residenzstadt machten.
Die Regierungszeit von Friedrich dem Ersten – in den Jahren von 1688 bis 1713 – ging fast spurlos an den Potsdamern vorüber, abgesehen von der Stagnation der erfolgreichen Entwicklung der Stadt. In den 25 Jahren seiner Regentschaft wurden in Potsdam nur drei Straßen neu gebaut, die Friedrichstraße, die Französische Straße, die Berliner Straße mit jeweils nur sehr wenigen Häusern. Berlin und seine Lieblingresidenz Oranienburg waren ihm wichtiger. Das einzig nennenswerte, was Friedrich I. hinterließ, ist das 1701 – anläßlicher seiner Krönung – errichtete Fortunaportal.
Mit der Thronbesteigung von Friedrich Wilhelm I. (König, 1713–1740) begann eine völlig neue Entwicklung für Potsdam. Nur wenig nach seinem Regierungsbeginn marschierten die ersten Grenadiere aus Mittenwalde in die Stadt ein. Nach dem Willen des „Soldatenkönigs“, wie man ihn später nennen wird, soll in Potsdam das „Herz der Militärmonarchie“ schlagen. Weitere Bataillone aus den umliegenden Städten folgten und wurden in den Bürgerhäusern untergebracht. Potsdam wird zur Soldaten- und Garnisionstadt. Eine weitere große Bauphase – die Zweite Stadterweiterung – beginnt. Zahlreiche alte Häuser werden abgerissen und der Stadtkanal wird begradigt (1722) – er wird als Transportweg für das Baumaterial benötigt. Neue Plätze und Straßen werden angelegt – mit dem Lineal ausgerichtet, in Reih und Glied, wie auf einem Schachbrett und alles zusammengehalten von einer Stadtmauer. Und es werden drei neue Kirchen gebaut: die Heiligengeistkirche (1726–1734), die Nikolaikirche (1721–1724) und die Garnisonkirche (1730–1735). Weitere wichtige Bauwerke sind: das Jagdschloß „Stern“,das Nauener Tor, das Brandenburger Tor, das Jägertor, das erste Gebäude des Großen Militärwaisenhauses, die „Große Stadtschule“ und die ersten Häuser des Holländischen Viertels. Die Bevölkerungszahl stieg von 1.500 im Jahre 1713 auf 11.708 (1740) – darunter fast 3.500 Soldaten.
Quelle: „1000 Jahre Potsdam – Blätter aus der Stadtgeschichte; Teil 1“, Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; Druckerei Märkische Volksstimme Potsdam; 1987)
Das Ende von Preußen
Unter dem Deckmantel der Demokratie errichtete die, bei den Reichstagswahlen im Jahr 1932 an die Macht gelangte, jedoch am Tag von Potsdam (1933) hier nicht gewählte Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) eine totalitäre Diktatur, welche keine anderen Mächte neben sich duldete und diese mit allen Mitteln bekämpfte. Am Ende dieses Strebens bildeten die mächtigsten Gegner des Faschismus – die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanien, Frankreich und die Sowjetunion – eine Allianz um das Deutsche Reich und mit ihm auch das bis dahin gewachsene Preußen sowie seine Alliierten – zu entmachten. Bei diesem zweiten großen Krieg, der durch seine weltweiten Auswirkungen auch der Zweite Weltkrieg genannt wird, wurde auch die Stadt – in der Nacht von Potsdam (1945) – schwer getroffen und dabei große Teile der Stadt zerstört.
Nachdem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde das Deutsche Reich im Potsdamer Abkommen in die vier Besatzungszonen und später – im sogenannten Kalten Krieg – in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) aufgeteilt. Im Verlauf des Kalten Krieges wurde im Jahr 1961 die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze errichtet. Als Mahnung dieser Ereignisse wurde unter anderem ein Denkmal am Platz der Einheit, das Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg, errichtet, damit die nachfolgenden Generationen niemals vergessen, was in jener Zeit geschehen ist.
Erst knapp 30 Jahre nach dem Beginn des Kalten Krieges wurde Deutschland wieder vereint. Mit der Wende wurde auch das Ende der DDR in einer friedlichen Revolution vom Volk beschlossen.
Das 21ste Jahrhundert
Potsdam entwickelte sich schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Medien-, Kultur-, und Wissenschaftsstadt.
Bereits lange vor der Jahrtausendwende, im Jahr 1911, wurde die Universum Film AG – später kurz UFA genannt – gegründet welche, zusammen mit dem Studio Babelsberg, bis zum Zweiten Weltkrieg zu einem der führenden Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Europa wurde und was dem betreffenden Stadtteil auch den Beinamen „Medienstadt Babelsberg“ einbrachte. Dort gab es große Kapazitäten an moderner Ausstattung. Nach der Wende wurde das Gelände wieder zu einer bekannten Produktionsstätte für internationale Filmprojekte.
Die Kulturlandschaften der ehemalige Residenzstadt von Preußen, mit seinen vielen historischen Sehenswürdigkeiten, wie dem Park Sanssouci oder der Innenstadt, wurde im Jahr 1990 von der UNESCO als größter Zusammenhang deutscher Welterbestätten in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Zudem fand hier im Jahr 2001 die Bundesgartenschau statt, aus welcher der Volkspark entstand und während dessen auch viele Parkanlagen erneuert wurden.
Seit der Wende sind drei öffentliche Hochschulen und mehr als 30 Forschungsinstitute in der Stadt ansässig. Mit dem Anfang 2009 neugegründeten Institut für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit öffnete offiziell im Herbst des selben Jahres, neben den Bekanntheiten wie der Universität Potsdam und dem Hasso-Plattner-Institut, eine weitere Forschungsstätte ihre Pforten. Zudem haben sich hier, bis zum Jahr 2003, rund 70 IT-Unternehmen mit rund 1.500 Mitarbeitern in der Stadt niedergelassen, darunter auch Größen wie Oracle.
Weitere Details
Zu Potsdam gehören rund 470 Hektar Parkland, 3.000 Hektar Wald und 1.100 Hektar Wasserfläche in Form von Seen und Flüssen.
Nach der letzten bekannten Zählung (am 31.12.2009) hatte Potsdam 153.117 Einwohner (siehe auch Einwohnerzahlen). Rund 15 Prozent davon sind Studierende, die Dichte an Wissenschaftlern pro Einwohner ist die höchste in Deutschland.
Der derzeitige Oberbürgermeister von Potsdam ist Jann Jakobs. Die Stadtverwaltung und der Bürgerservice haben ihren Sitz im Neuen Rathaus.
Quellen
- Platzeck: Mit Oracle Potsdam als Hightech-Standort aufgewertet – Artikel bei heise online, vom 30. Juni 2003
Weblinks
- Potsdam.de – Offizielle Webseite
- Potsdam – Artikel bei der Wikipedia

