Schafgraben

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Schafgraben in Richtung Norden; Sommer 2009
Schafgraben in Richtung Süden zur Havel; Frühjahr 2009

Der Schafgraben befindet sich im Westteil der Stadt Potsdam zwischen dem Park Sanssouci und der Havel. Der in Nord-Süd-Richtung angelegte Wassergraben diente u.a. zur Einschiffung von Baumaterial für das Neue Palais. Zu diesem Zweck wurde 1764 zusätzlich der Palaisgraben ausgehoben, der bis zur Baustelle des Neuen Palais verlief und dieses Areal nahezu umrundete. Der Palaisgraben, der ab Höhe Kuhtor / Meierei vom heutigen Schafgraben - Parkgraben in westlicher Richtung hin abzweigte, wurde 1881 wieder zugeschüttet.

Im Zusammenhang mit dem Schafgraben gab es zudem immer wieder Versuche, das Wasser im Park Sanssouci zu regulieren und nutzbar zu machen. Für hiesige Zustände fast schon kurios mutete eine manuell betriebene Wasserhebungsmaschine an, die ihr Vorbild in China fand - dies zu einer Zeit, als die Dampfkraft schon erfunden war und erste Pumpenwerke ihre Arbeit verrichteten. 1827 wurde am Maschinenteich ein inzwischen wieder weitgehend abgetragenes Pumpenwerk gebaut, dem der Teich nach wie vor seinen Namen verdankt. Freilich brachte auch dies keine entscheidende Verbesserung in der Wasserversorgung von Sanssouci. Erst das Dampfmaschinenhaus in der Neustädter Havelbucht schaffte schließlich das, was bei allen bis dahin stattgefundenen Versuchen misslang: die Fontänen von Sanssouci dauerhaft zum Sprudeln zu bringen.

Heute ist der Schafgraben eher in Dornröschenschlaf verfallen und dennoch nicht ganz ohne Bedeutung: Im Volksmund erhalten ist die Bezeichnung "Bosporus" für die Engstelle der Geschwister-Scholl-Straße an der Schafgrabenbrücke, und der Schafgraben dient immerhin dem Statistischen Amt der Stadt Potsdam für die rechnerische Aufteilung des Stadtteils: Westlich des Schafgrabens wird das Gebiet als Potsdam-West bezeichnet, östlich des Schafgrabens als Brandenburger Vorstadt. Dies ist aber nicht korrekt: Potsdam-West ist lediglich eine Neubausiedlung westlich der Kastanienallee.

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