Schloß Sanssouci

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Gartensite des Schlosses; Frühjahr 2012

Das Schloß Sanssouci (vom französischen „sans souci“ für „sorgenfrei“, auch „Schloss Sanssouci“ geschrieben) befindet sich im östlichen Teil vom Park Sanssouci, nahe der Historischen Mühle. Es wurde im 18. Jahrhundert als Sommerschloß für König Friedrich II. errichtet und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen von Potsdam.

Geschichte

In den Jahren von 1745 bis 1747 ließ König Friedrich II. das Sommerschloß im Stil des Rokoko nach eigenen Skizzen errichten. Mit der Planung beauftragte er den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Knobelsdorff riet Friedrich II. das Gebäude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen, zu unterkellern und bis nahe an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, um dem Gebäude vom Parterre aus gesehen eine representativere Wirkung zu verleihen. Dieser Vorschlag fand bei Friedrich II. jedoch keine Zustimmung, denn er wollte kein representatives Gebäude, sondern ein Wohnschloß im Stil des Rokokos, das nur seinen privaten Bedürfnissen entsprach. Er wollte eine enge Verbindung zwischen Wohnen und Natur. Es wurde nach dem Aspekt der Bequemlichkeit errichtet. Das zwölfräumige Haus ließ sich aber nur schlecht heizen und war fußkalt, da es nicht unterkellert war. Die Grundsteinlegung war am 14. April 1745. Am ersten Mai 1747 fand die Einweihung des Schlosses statt, obwohl noch nicht alle Räume fertig waren. Friedrich II. lebte in fünf Zimmern dieses Schlosses während der Sommermonate von Ende April bis Anfang Oktober. Das Gebäude wurde nur für den König und seine privaten Gäste erbaut. Nach seiner Thronbesteigung trennte er sich räumlich von seiner Frau Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, indem er ihr das Schloß Schönhausen bei Berlin zuwies. Sanssouci sollte „sans femmes“, ohne Frauen, sein. Der preußische König komponierte, musizierte und philosophierte in dem Schloß. Zu seinen Lebzeiten ließ Friedrich der Große an der Außenfassade keine und in den Innenräumen nur mit Widerwillen Reparaturen vornehmen. Als er dann am 17. August 1786 im Schloß Sanssouci starb, wurde er neben seinen Lieblingshunden in der Gruft neben dem „Weinberghäuschen“, nach eigener Verfügung, begraben. Doch sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. befolgte diese Anweisungen nicht und ließ den Leichnam in der 1945 zerstörten Garnisonkirche neben dessen Vater, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., beisetzen. Am 17. August 1991, seinem 205. Todestag, wurde der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Königs im Ehrenhof des Schlosses Sanssouci aufgebahrt, eskortiert von einer Ehrenwache der Bundeswehr. In der Nacht fand die Beisetzung in der von Friedrich dem Großen vorbestimmten Gruft auf der obersten Weinbergterrasse statt, die schon 1744 unter seiner Aufsicht angelegt wurde. „Quand je serai là, je serai sans souci.“ (Wenn ich da sein werde, werde ich ohne Sorge sein) Friedrich II., 1744.

Noch im Todesjahr Friedrichs des Großen wurden die Möbel durch Friedrich Wilhelm II. ausgewechselt und das stark verwohnte Arbeits- und Schlafzimmer renoviert und völlig verändert.

Nach der Trohnbesteigung Friedrich Wilhelm IV., zog dieser mit seiner Frau Elisabeth Ludovika von Bayern in die Gästezimmer des Schlosses. Das vorhandene Mobiliar wurde erhalten und fehlende Stücke durch Möbel aus friderizianischer Zeit ersetzt. Das unter Friedrich Wilhelm II. umgestaltete Sterbezimmer Friedrichs des Großen sollte in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dies konnte jedoch nicht realisiert werden, da wichtige Unterlagen und Entwürfe fehlten.

Da das Schloß zu klein für die größere Hofhaltung war, wurde es nach Ausarbeitungen von Ludwig Persius um- und angebaut. Die örtliche Bauleitung übernahm Ferdinand von Arnim. Die Vorderfront wurde ernster und representativer als die Gartenfront. Im Inneren des westlichen Flügels wurde der Stil des Rokokos wieder aufgenommen. Nach dem Tod Friedrich Wilhelm IV. am 2. Januar 1861 lebte seine Witwe Elisabeth Ludovika von Bayern noch 13 Sommer in dem Schloß. Sie starb am 14. Dezember 1873 und wurde neben Friedrich Wilhelm IV. in der Friedenskirche beigesetzt. Nach dem Tod der letzten aristokratischen Bewohnerin wurde das Schloß zu einem Museum, und ist damit eines der ältesten Schloßmuseen Deutschlands.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie verblieb das Schloß zunächst im Besitz der Hohenzollern und kam 1927 in die Obhut der am 1. April des selben Jahres gegründeten preußischen „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“. Die Gesamtanlage wurde daraufhin öffentlich zugänglich.

Im zweiten Weltkrieg blieb es vor Zerstörung verschont. Zum Schutz waren alle Gegenstände aus dem Schloß in Sicherheit gebracht worden. In der DDR-Zeit wurden nur einige Gegenstände zurück gegeben, und die von den Aliierten gefundenen Wertgegenstände kamen in eine zentrale Kunstsammelstelle. Nach der Wiedervereinigung konnten viele Einrichtungsstücke wieder zurück nach Sanssouci kommen. Das von vielen Gästen aus dem In- und Ausland besuchte Sanssouci steht unter der Verwaltung der am 1. Januar 1995 gegründeten Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Äußere Gestaltung

Luftbild vom Schloß und Umgebung, Herbst 2008

Das Schloß Sanssouci ist ein Teil der Weinberganlage, und nicht, wie zu der Zeit üblich, der Mittelpunkt. Der eingeschossige Hauptbau mit seinen direkt anschließenden Seitenflügeln nimmt fast die gesamte Länge der obersten Terrasse ein. Die Seitenflügel werden durch Laubengänge, mit reich verzierten Gitterpavillions abschließend, verdeckt.

Das Schloß besitzt zahlreiche Fenstertüren, welche viel Licht in die Räume herein lassen. Deren Folge wird durch einen vorspringenden halbovalen Mittelbau aufgelockert, der mit seiner Kuppel das flache Satteldach leicht überragt. Auf der Kuppel wurde der Name mit vergoldeten Lettern aufgebracht. Üppige Figuren zwischen den Fenstern, Atlanten und Karyatiden, sollen den Bezug zum Weinberg darstellen und das Dach stützen. Sie wurden von dem Bildhauer Friedrich Christian Glume hergestellt, welcher auch die Vasen auf der umlaufenden Balustrade des Daches und die Puttengruppen auf den Kuppelfenstern herstellte. Das heiter verspielte Bild der Gartenseite steht im deutlichen Gegensatz zu der auf der Nordseite gelegenen Vorderfront, wo sachliche Strenge vorherrscht. Das Pendant zum halbovalen Mittelbau auf der Gartenseite ist ein rechteckiger Risalit (vorspringendes Bauteil) mit einem flachen Pultdach. Anstelle der Atlanten und Karyatiden stützen korinthische Pilaster (Wandpfeiler) das Gebälk. Der vom Schloßhof ausgehende Säulengang umschließt halbrund den schmucklosen Hof, und öffnet sich wieder an der nördlich gelegenen steilen Zufahrtsrampe. Durch die 88 in doppelter Reihung angeordneten korinthischen Säulen entsteht ein Wandelgang. Wie auf der Südseite schmückt auch hier eine Balustrade mit sandsteinernen Vasen den Dachansatz des Schloßbaus und wird auf den Viertelbögen der Kolonnade weitergeführt.

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