Kabinettshaus

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Am Neuen Martk Nr. 1, im Sommer 2008

Das Kabinettshaus – als Gebäudekomplex unter anderem mit dem Krumbholzsches Haus zusammen früher auch „Kronprinzenpalais“ genannt – befindet sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Straße Am Neuen Markt Nummer 1.

Geschichte

Am Neuen Martk Nr. 1, im Frühjahr 2001
Schwertfegergasse Nr. 8, im Frühjahr 2009

Das Kabinettshaus wurde im Jahr 1753 als bürgerliches Wohnhaus für den Landprediger Krumbholz und seine Familie errichtet. Der Bau wurde durch König Friedrich II. veranlasst. Nach dem Tod des Predigers wohnte von 1764 bis 1786 der Neffe von Friedrich II. in dem Haus, der später als Friedrich Wilhelm II. seinen Onkel in der Thronfolge ablöste. Das Gebäude wurde nach seinen Bedürfnissen umgebaut. Schmuckelement des breiten zweigeschossigen Massivbaus ist ein frei tragender Balkon, der von einem Mohren und einer Mohrin gestützt wird.

Anders als der kinderlose Friedrich II. führte Friedrich Wilhelm II. ein ausschweifendes Leben, was ihm auch den Spottnamen Dicker Wilhelm einbrachte. Weil das Kabinettshaus allein nicht dem Repräsentationsbedürfnis des Prinzen entsprach, mietete er 1765 noch das Nachbarhaus in der Schwertfegergasse 8 dazu. Dort traf sich die Hofgesellschaft häufig zu Empfängen, Konzerten und kleineren Bällen.

In dem Haus wurde der spätere König Friedrich Wilhelm III. geboren, sowie Wilhelm von Humboldt. Dessen Vater war Kammerherr bei der Kronprinzessin Elisabeth, der ersten Frau von Friedrich Wilhelm den Zweiten.

Zwischen 1788 und 1806 war der Neue Markt 1 Sitz der Königlichen Ingenieurs-Akademie - einer halb zivilen, halb militärischen Einrichtung. Abkommandierte Offiziere lehrten hier überwiegend militräische Fächer, darunter Festungsbau und Ballistik, aber auch rein naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik und Bauzeichnen. Ab 1833 nutzte das königliche Kabinett das Gebäude. Damit erhielt es den Namen Kabinettshaus.

Ab 1900 war das Kabinettshaus nochmals Kronprinzenwohnung. Der 18-jährige Sohn des letzten Kaisers Wilhelm II. zog ein und lebte dort ab 1905 mit seiner Gemahlin Prinzessin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin bis zum Umzug in das 1917 fertiggestellte Schloss Cecilienhof.

Später wurde das Kabinettshaus teilweise vom Katasteramt genutzt, während ein anderer Teil als normales Wohnhaus diente. Zu DDR-Zeiten war in den Brüoräumen das Geodätisch Kartograpehische Institut untergebracht.

Das Kabinettshaus wurde ab 1999 mit hohem denkmalpflegerischem Aufwand restauriert.