Modelleisenbahn-Lehranlage

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Bilderreihe, mit Beschreibungen

Die Modelleisenbahn im (damaligen) Pionierhaus, am Neuen Garten, war eine der bedeutendsten Modelleisenbahnanlagen der DDR und galt zur Zeit ihrer Eröffnung als größte Modelleisenbahn-Lehranlage Deutschlands. Es handelte sich um eine Spur-1-Anlage im Maßstab 1:32 mit einer Gesamtfläche von rund 500 m².

Weitere Einzelheiten

Die Anlage ging auf den Potsdamer Lehrer und Konstrukteur Fritz Rust zurück, der zuvor über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren an ihrer Entwicklung gearbeitet hatte. Rust eignete sich im Rahmen seines Hobbys ein umfangreiches technisches Fachwissen an und fertigte nahezu sämtliche Bestandteile – von Lokomotiven bis zu Landschaftselementen – eigenständig aus Einzelteilen und Materialresten an.

Die Eröffnung erfolgte am 29. Mai 1954 in der ehemaligen Reithalle im Neuen Garten. Die Anlage wurde im Kontext des Nationalen Aufbauprogramms der DDR und der Förderung der polytechnischen Bildung unterstützt. Der Rat der Stadt Potsdam stellte hierfür personelle und materielle Ressourcen bereit; unter anderem wurden Maler, Maurer und Zimmerleute freigestellt und wirkten an der Gestaltung der Modelllandschaft mit.

Während ihres Bestehens entwickelte sich die Anlage zu einer weit über die Region hinaus bekannten Attraktion und zog insgesamt etwa eine halbe Million Besucher an. Nach dem Tod von Fritz Rust im Jahr 1974 wurde die Anlage schrittweise abgebaut. Teile gelangten zum Modelleisenbahnverein „Friedrich List“ in Leipzig, andere sind heute verschollen oder befinden sich in Privatbesitz.

Standort

Betriebszeit

  • Eröffnung: 29. Mai 1954
  • Ende: um 1975

Trägerschaft und Kontext

  • Träger: Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), Rat der Stadt Potsdam
  • Kooperation: Reichsbahnamt Berlin
  • Kontext: Nationales Aufbauprogramm der DDR, Förderung der polytechnischen Bildung

Urheber und Beteiligte

  • Hauptverantwortlicher: Fritz Rust (Lehrer, Konstrukteur)
  • Mitarbeiter: u. a. Paul Müller
  • Unterstützung: Rat der Stadt Potsdam, lokale Handwerksbetriebe (Maler, Maurer, Zimmerleute)

Fahrzeugbestand und Gestaltungselemente (Stand 1955)

  • Lokomotiven: 35
  • Wagen: rund 100 (Reisezug-, Güter- und Spezialwagen)
  • Landschaft: Gebirgsanlage mit Tunneln und Viadukten
  • Bahnhofsanlagen:
    • „Neuer Garten“ (Hauptbahnhof)
    • „Rissersee“ (Nebenbahn, erweitert)
  • Weitere Elemente:
    • Werkanschluss
    • Sendeanlage (≈ 3,2 m hoher Turm)
    • Besuchertribüne (ab 1955)

Technische Besonderheiten

  • nahezu vollständige Eigenanfertigung aller Modelle
  • Konstruktion nach Vorbildern der Deutschen Reichsbahn
  • Achsfederung und gefederte Puffer
  • realitätsnaher Antrieb mittels Kuppelstangen
  • Relaissteuerung für Fahrtrichtungswechsel

Bedeutung

Die Modelleisenbahn im Neuen Garten war nicht nur ein technisches Schaustück, sondern auch ein pädagogisches Instrument im Sinne der polytechnischen Bildung der DDR. Sie verband handwerkliche Präzision mit ingenieurtechnischem Anspruch und gilt als herausragendes Beispiel für privat initiiertes, öffentlich gefördertes Technikengagement in der Nachkriegszeit.

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