Henning von Tresckow

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Henning von Tresckow um 1943

Henning Hermann Robert Karl von Tresckow (* 10.1.1901, in Magdeburg; † 21.7.1944, in Ostrow bei Białystok, Polen) war Generalmajor der deutschen Wehrmacht und als militärischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus ein Opfer des Faschismus.

Nach ihm wurde unter anderem die Henning-von-Tresckow-Kaserne und die Henning-von-Tresckow-Straße benannt.

Geschichte

Henning Hermann Robert Karl von Tresckow wurde am 10. Januar 1901 in Magdeburg als Sohn eines preußischen Offiziers geboren und wurde, wie sein Vater, Berufsoffizier.

Mit 17 Jahren wurde er Leutnant im „1. Garderegiment zu Fuß“ – später 9. Infantrieregiment der Reichswehr – in Potsdam. Nach einer Banklehre und der Absolvierung der Kriegsakademie wurde Tresckow ab 1936 im Generalstab tätig. Seit 1939 war er Erster Generalstabsoffizier einer ostpreussischen Infanteriedivision und später in der selben Funktion beim Oberkommando der Heeresgruppe Mitte im Rußlandfeldzug tätig.

Von Tresckow, der 1933 die nationalsozialistische Machtübernahme begrüßt hatte, distanzierte sich jedoch nach dem sogenannten Röhm-Putsch von dem Nazi-Regime. Nach der Reichskristallnacht wurde er endgültig zum Gegner des Systems. Die Durchsetzung legalisierter Kriegsverbrechen, wie z. B. den Kommissarenbefehl, widersetzte sich Tresckow energisch.

Nach langem inneren Ringen befürwortete Tresckow den Tyrannenmord und erklärte die gewaltsame Beseitigung Hitlers durch einen Staatsstreich zur unabweisbaren, sittlichen und patriotischen Pflicht. Bei einem Besuch Hitlers im Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront versuchten Tresckow und Schlabrendorff am 13. März 1943 ein Attentat auf dessen Flugzeug mittels einer Zeitzünderbombe. Dieses schlug fehl.

Am 21. Juli 1944 begann Henning von Tresckow, in Ostrow bei Białystok (in Polen), Selbstmord – nur einen Tag nach dem Attentat auf Adolf Hitler, an dem er jedoch nicht direkt beteiligt war. Damit wollte er der Verfolgung durch die NS-Diktatur entgehen und seine Familie vor der drohenden Sippenhaft schützen. Die genauen Umstände des Selbstmordes sind nicht eindeutig geklärt: sie reichen von einem vorgetäuschten Partisanen-Angriff bis zum Gang über die Frontlinie.

Nach seinem Tot wurde Henning von Tresckow zunächst auf dem Familiengut Wartenberg bestattet. Später wurde die Leiche exhumiert und im Konzentrationslager Sachsenhausen verbrannt. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof Bornim.

Weblinks