Kulturhaus Babelsberg

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Das Kulturhaus Babelsberg, im Sommer 2007

Das Kulturhaus Babelsberg im Potsdamer Stadtteil Babelsberg befindet sich in der Karl-Liebknecht-Straße 135, an der Kreuzung zur Rudolf-Breitscheid-Straße. Es ist auch unter dem Namen Kulturhaus „Herbert Ritter“ bekannt.

Geschichte

Im Jahr 1898 beschließt die Gemeindevertretung von Nowawes das Grundstück des ehemaligen Gasthaus Göhlsdorf zu erwerben, um dort ein Gemeindehaus zu bauen. Als Architekt wurde der Potsdamer Otto Kerwien gewonnen. Noch im selben Jahr war die Grundsteinlegung. Im Jahr 1900 wurde der große Backsteinbau, das Rathaus Nowawes, eingeweiht und verfügte neben Amts- und Sitzungsräumen auch über eine Kellerwohnung für den Hausmeister und einen Ratskeller. Über diesem bewohnte der „Armen“-Arzt Doktor Hecht eine große Sieben-Zimmer-Wohnung. Darüber wohnte der Gemeinde-Vorsteher und über diesem in einer Vier-Zimmer-Wohnung der Gemeinde-Sekretär. In einem gesonderten Bau auf dem Hof befanden sich Arrest-Zellen.

Vor der Eingemeindung von Neuendorf, Nowawes und Neubabelsberg, hatten diese Gemeinden ihre eigenen Rathäuser. Als im Jahr 1907 Neuendorf zu Nowawes vereinigt wurde, hatte die Neuendorfer Verwaltung fortan ihren Sitz in der Arztwohnung vom Rathaus Nowawes. Im Jahr 1938 wurde die Villenkolonie Neubabelsberg eingemeindet. Aus Nowawes wurde die Stadt Babelsberg. Diese blieb allerdings nur für ein Jahr selbstständig. Mit der Eingemeindung in die Stadt Potsdam verlor das Rathaus Babelsberg seine ursprüngliche Funktion. Die Räume dienten danach unter anderem als Reserve-Lazarett und Ausleihstelle der Bibliothek.

Am 1. August 1956 wurde das Haus, nach einem Beschluss des Rates der Stadt, zum Klubhaus umgestaltet. In den 1960er Jahren wurde das Klubhaus zu einem Kulturhaus und zu einem kulturellen Zentrum von Potsdam entwickelt. Im Mai 1974 wurde dem Haus der Name „Herbert Ritter“ verliehen. Die Bemühungen um den Namen „Bertolt Brecht“ hatten keinen Erfolg gehabt, da die Brecht-Erben nicht ihre Zustimmung gaben. In den Jahren 1989 bis 1990, in der Zeit der Wende, verfiehl das Haus und mit ihm auch die bisherigen kulturellen Strukturen.

Ab Anfang oder Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus als Stadtteilkultur- und Bürgerzentrum neu aufgebaut, dabei wurden umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten im Außen- und Innenbereich des Hauses durchgeführt. Und ab dem Sommer 2005 übernahm die der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. die Trägerschaft des Kulturhauses.

Weblinks