Paul Schultze-Naumburg

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Paul Schultze-Naumburg, 1919

Paul Schultze-Naumburg, eigentlich Paul Eduard Schultze (* 10. Juni 1869 in Almrich bei Naumburg, Provinz Sachsen; † 19. Mai 1949 in Jena) war ein deutscher Architekt, Kunsttheoretiker, Maler, Publizist und Politiker (NSDAP).

Geschichte

Paul Schultze-Naumburg war das jüngstes Kind des Portraitmalers Gustav Adolf Schultze. Er stammte aus der Nähe Naumburgs. So ergab sich auch der Doppelname, den der Lehrer bereits dem Vater verlieh, um Verwechslungen auszuschließen.

Schultze-Naumburg studierte ein wenig Malerei und Architektur und gab unter dem Titel "Kulturarbeiten" insgesamt neun Bände mit Kritik zur Architektur heraus. Er ging streng mit der Gründerzeit ins Gericht. Gleichzeitig prägte Schultze-Naumburg einen neuen Baustil, der in den 1920er Jahren in zwei Richtungen führte: zum Neoklassizismus und zum Heimatstil.

Der Autodidakt Schultze-Naumburg wurde ein begehrter Architekt des Großbürgertums und des Adels. Sein bekanntester Bau ist Schloss Cecilienhof mit seinen 176 Zimmern, das er 1913 bis 1917 für das Kronprinzenpaar baute. Während dieser Zeit hatte er sein Baubüro im Grünen Haus im Neuen Garten. Auch das Landhaus Andreae wurde von ihm entworfen.

Schultze-Naumburg war ein konservativer Geist, der auch in den 1920er Jahren weiter Paläste plante, obwohl die Wohnungsnot eigentlich den Bau praktischer Wohnungen erforderte. Schultze-Naumburg war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei. Ab 1929 war er auch im Kampfbund für Deutsche Kultur und gehörte zu den Scharfmachern der Rassenideologie.

Weil er sich wegen des Umbaus des Nürnberger Opernhauses mit Adolf Hitler stritt, geriet Schultze-Naumburg in Ungnade. Ab 1935 bekam er keine größeren Aufträge mehr. Nach 1945 erhielt Schultze-Naumburg keine Rente und lebte von Almosen.

Quellen