Adolf Pitsch Aktiengesellschaft

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Das Firmengelände
im Jahr 1925

Die Adolf Pitsch Aktiengesellschaft (kurz „Adolf Pitsch AG“ genannt) hatte ihren Sitz im heutigen Potsdamer Stadtteil Babelsberg, in der Johannsenstraße. Die Aktiengesellschaft war – bis zur Diktatur der Nationalsozialisten – eine Textilfabrik des jüdischen Unternehmers Adolf Pitsch. Unmittelbar neben dem Werksgelände standen Mietshäuser für die Arbeiter und Angestellten des Werkes. Zwei dieser Häuser stehen heute noch, sind aber in äußerst schlechtem Zustand und stehen leer (Stand: 2008). Adolf Pitsch selbst wohnte ebenfalls neben seinem Werk. Die Villa stand am Ostende und hatte einen parkartigen Vorgarten.

Geschichte

Der Unternehmer Adolf Pitsch errichtete im Jahr 1890 eine Textilfabrik in der Bismarckstraße (später Johannsenstraße). Es war der drittgrößte Textilbetrieb der damaligen Gemeinde Nowawes. Hier wurde vom einfachen Urstoff bis zum nähfertigen Tuch alles produziert. Das Werk besaß eine eigene Großkesselanlage und verfügte über ein eigenes Kraftwerk zur Herstellung der notwendigen Elektroenergie.

Am Ende der 1920er Jahre musste wegen der Wirtschaftskrise die Produktion eingestellt werden. Die Gebäude blieben jahrelang ungenutzt. Der Wirtschaftsaufschwung während der Zeit der Nationalsozialisten brachte nur minimale Ausnutzung der Gebäude. Verschiedene kleine Firmen mieteten einzelne Gebäude, die immer noch der Adolf Pietsch AG gehörten. Die antisemitischen Gesetze zwangen die jüdischen Gesellschafter der Aktiengesellschaft das gesamte Gelände zu veräußern. In den leer stehenden Fabrikhallen wurden nun hauptsächlich Kundgebungen abgehalten oder militärische Verbände untergebracht, die in Potsdam bei Aufmärschen dabei waren.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde hier die Reichsreserve an Getreide gelagert.

Weitere Bilder

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1