Alter Friedhof: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Alter_Friedhof,_Denkmal_für_Elenore_Prochaska;_2009.jpg|thumb|Denkmal für [[Elenore Prochaska]]; Anfang 2009<br/>Foto: Der Babelsberger]]Der '''Alte Friedhof''' wurde 1796 in der [[Teltower Vorstadt]] angelegt.
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[[Datei:Alter Friedhof 2011, Kapelle.jpg|miniatur|Die Friedhofskapelle]]
Ursache hierfür war die Schliessung des [[Friedhof vor dem Nauener Tor|Friedhofes vor dem Nauener Tor]].
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Der '''Alte Friedhof''' befindet sich in der [[Teltower Vorstadt]] von [[Potsdam]] in der [[Heinrich-Mann-Allee]], neben dem Gelände der [[Landesregierung Brandenburg]].<br/>
Diese Schliessung erfolgte spontan durch [[Friedrich Wilhelm III.]] und der Magistrat stand vor der Aufgabe, kurzfristig ein größeres Grundstück bereitstellen zu müssen. Schliesslich wurde der Alte Friedhof auf einem Stück Exerzierplatz, einem Stück Amtsacker und der Gärtnerisch-Landschaftlichen Musterwirtschaft des Kabinettsrates von Beyer eröffnet. Insgesamt stand so ein 9,5 Hektar großes Gelände zur Verfügung.
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Oft wird er mit dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] verwechselt, der sich auf der anderen Straßenseite befindet.
Einzige Baumaßnahme zur Eröffnung war ein heute nicht mehr existierendes Torgebäude.
 
Die Friedhofsmauer wurde aus den Steinen der 1795 abgebrannten Nikolaikirche 1797 fertiggestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Überführung der Erbbegräbnisse vom [[Friedhof vor dem Nauener Tor]].
 
Seinen Namen bekam der Friedhof 1867, als er zu klein wurde und auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein neues Gräberfeld eröffnet wurde.  
 
  
Heute säumen Alter und [[Neuer Friedhof]] die [[Heinrich-Mann-Allee]].
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== Geschichte ==
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Der Friedhof wurde im Jahr 1796  angelegt. Ursache hierfür war die Schließung des [[Friedhof vor dem Nauener Tor|Friedhofes vor dem Nauener Tor]]. Diese Schließung erfolgte spontan durch [[Friedrich Wilhelm III. von Preußen|Friedrich Wilhelm III.]]. Der Magistrat stand nun vor der Aufgabe, kurzfristig ein größeres Grundstück bereitstellen zu müssen. Schließlich wurde der Alte Friedhof auf einem Stück Exerzierplatz, einem Stück Amtsacker und der Gärtnerisch-Landschaftlichen Musterwirtschaft des Kabinettsrates von Beyer ausgewählt. Insgesamt stand so ein 9,5 Hektar großes Gelände zur Verfügung.
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Die Friedhofsmauer wurde aus den Steinen der 1795 abgebrannten [[Nikolaikirche]] fertiggestellt. Zur Eröffnung wurde ein heute nicht mehr existierendes Torgebäude errichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Überführung der Erbbegräbnisse vom [[Friedhof vor dem Nauener Tor]].
  
1851 erhielt der Alte Friedhof eine spätklassizistische Trauerhalle mit Kapelle. Das Gebäude wurde von [[Arnim, Ferdinand von|Ferdinand von Arnim]] entworfen. Das Relief im Giebel stellt eine Grablegung dar. Das Werk stammt aus der Werkstatt von [[Koch, Friedrich Wilhelm|Friedrich Wilhelm Koch]] und ist aus Terrakotta. Diese Trauerhalle verfügte, wie damals bei vielen Leichenhäusern üblich, über eine Anlage zur Überwachung und Rettung Scheintoter. Ermöglicht wurde die Ausführung des Bauwerkes durch die Spende [[Eisenhart, August Friedrich|August Friedrich Eisenharts]], dessen [[Bild:Denkmal_Befreiungskriege_1812;_2009.jpg|thumb|[[Denkmal für die Krieger von 1813]]; Anfang 2009<br/>Foto: Der Babelsberger]]Familiengrabstätte sich in unmittelbarer Nähe befindet. Neben der Trauerkapelle befand sich hier die Dienstwohnung des Inspektors. Des weiteren sind auf dem Alten Friedhof beigesetzt:
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1851 erhielt der Alte Friedhof eine spätklassizistische Trauerhalle mit Kapelle. Das Gebäude wurde von [[Ferdinand von Arnim]] entworfen. Das Relief im Giebel stellt eine Grablegung dar. Das Werk stammt aus der Werkstatt von [[Friedrich Wilhelm Koch]] und ist aus Terrakotta. Diese Trauerhalle verfügte, wie damals bei vielen Leichenhäusern üblich, über eine Anlage zur Überwachung und Rettung Scheintoter. Ermöglicht wurde die Ausführung des Bauwerkes durch die Spende [[August Friedrich Eisenhart]]s, dessen Familiengrabstätte sich in unmittelbarer Nähe befindet. Neben der Trauerkapelle befand sich hier die Dienstwohnung des Inspektors. Seinen heutigen Namen bekam der Friedhof 1867, als er zu klein wurde und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der [[Neuer Friedhof]] eröffnet wurde.
  
[[Schulze-Delitzsch, Herrmann|Hermann Schulze-Delitzsch]], der Vater des Genossenschaftswesens,  
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== Bekannte Persönlichkeiten ==
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Auswahl bekannter Persönlichkeiten auf dem Alten Friedhof:
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* [[Alexander Schuke]] – Orgelbauer
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* [[Eleonore Prochaska]] – Freiheitskämperin in den Befreiungskriegen gegen Napoleon (nur Denkmal, Grab liegt in Friedhof von Danneberg)
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* [[Ernst von Bergmann]] – Arzt
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* [[Hermann Schulze-Delitzsch]] der Vater des Genossenschaftswesens
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* Heinrich Theodor Wagener – Heimatforscher
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* [[Johann Joachim Quantz]] – Hofgeiger und Komponist zu Zeiten Friedrich II.
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* [[Moritz von Egidy]] – Kirchenkritiker
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* [[Peter Johann Benkert]] – Bildhauer
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* [[Friedrich Robert Helmert]] – der Direktor des Geodätischen Instituts (Qu 13a, Reihe 12, Nr. 22)
  
[[Helmert, Robert Friedrich|Robert Friedrich Helmert]], der Direktor des Geodätischen Instituts (Qu 13a, Reihe 12, Nr. 22),
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== Weitere Bilder ==                 
  
Hofgeiger und Komponist zu Zeiten Friedrich II., [[Quantz, Johann Joachim|Johann Joachim Quantz]]
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Bild:Alter Friedhof, Denkmal für Elenore Prochaska; 2009.jpg|Denkmal für Eleonore Prochaska; Februar 2009                         
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Bild:Alter Friedhof, Denkmal Befreiungskriege 1812; 2009.jpg|[[Denkmal für die Krieger von 1813]]; Februar 2009
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[[Bergmann, Ernst von|Ernst von Bergmann]] (Arzt)
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== Quellen ==
  
Wagener, Heinrich Theodor (Heimatforscher)
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* „Potsdam und Umgebung“ – Autor: Christiane Theiselmann; Verlag: DuMont, Köln; 2.&nbsp;Auflage, 1996; ISBN 3770131290 (ISBN-10); ISBN 9783770131297 (ISBN-13)
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* „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.
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* „Der Alte Friedhof zu Potsdam. Versuch einer Rekonstruktion militärischen und bürgerlichen Lebens und Sterbens im alten Preußen“ – Autor: Karlheinz Deisenroth; Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam, in Verbindung mit der Landeshauptstadt Potsdam,  sowie dem Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte“; Verlag: Rombach, Freiburg i. Br./Berlin/Wien; 2. durchgesehene Auflage, 2013; ISBN 978-3-7930-9696-2; ISBN E-Book-Ausgabe 978-3-7930-6003-1.
  
[[Egidy, Moritz von| Moritz von Egidy]] (Kirchenkritiker)
 
 
Potsdams berühmter Orgelbauer [[Schuke, Alexander|Alexander Schuke]]
 
 
Bildhauer [[ Benkert, Peter Johann| Peter Johann Benkert]]
 
 
[[Eleonore Prochaska]], die als Mann verkleidet im Lützowschen Freikorps gegen die Napoleonische Fremdherrschaft kämpfte und fiel.
 
 
 
[[Kategorie:Friedhöfe]]
 
[[Kategorie:Friedhöfe]]
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[[Kategorie:Teltower Vorstadt]]

Aktuelle Version vom 29. April 2015, 10:06 Uhr

Die Friedhofskapelle

Der Alte Friedhof befindet sich in der Teltower Vorstadt von Potsdam in der Heinrich-Mann-Allee, neben dem Gelände der Landesregierung Brandenburg.
Oft wird er mit dem Neuen Friedhof verwechselt, der sich auf der anderen Straßenseite befindet.

Geschichte

Der Friedhof wurde im Jahr 1796 angelegt. Ursache hierfür war die Schließung des Friedhofes vor dem Nauener Tor. Diese Schließung erfolgte spontan durch Friedrich Wilhelm III.. Der Magistrat stand nun vor der Aufgabe, kurzfristig ein größeres Grundstück bereitstellen zu müssen. Schließlich wurde der Alte Friedhof auf einem Stück Exerzierplatz, einem Stück Amtsacker und der Gärtnerisch-Landschaftlichen Musterwirtschaft des Kabinettsrates von Beyer ausgewählt. Insgesamt stand so ein 9,5 Hektar großes Gelände zur Verfügung. Die Friedhofsmauer wurde aus den Steinen der 1795 abgebrannten Nikolaikirche fertiggestellt. Zur Eröffnung wurde ein heute nicht mehr existierendes Torgebäude errichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Überführung der Erbbegräbnisse vom Friedhof vor dem Nauener Tor.

1851 erhielt der Alte Friedhof eine spätklassizistische Trauerhalle mit Kapelle. Das Gebäude wurde von Ferdinand von Arnim entworfen. Das Relief im Giebel stellt eine Grablegung dar. Das Werk stammt aus der Werkstatt von Friedrich Wilhelm Koch und ist aus Terrakotta. Diese Trauerhalle verfügte, wie damals bei vielen Leichenhäusern üblich, über eine Anlage zur Überwachung und Rettung Scheintoter. Ermöglicht wurde die Ausführung des Bauwerkes durch die Spende August Friedrich Eisenharts, dessen Familiengrabstätte sich in unmittelbarer Nähe befindet. Neben der Trauerkapelle befand sich hier die Dienstwohnung des Inspektors. Seinen heutigen Namen bekam der Friedhof 1867, als er zu klein wurde und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neuer Friedhof eröffnet wurde.

Bekannte Persönlichkeiten

Auswahl bekannter Persönlichkeiten auf dem Alten Friedhof:

Weitere Bilder

Quellen

  • „Potsdam und Umgebung“ – Autor: Christiane Theiselmann; Verlag: DuMont, Köln; 2. Auflage, 1996; ISBN 3770131290 (ISBN-10); ISBN 9783770131297 (ISBN-13)
  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.
  • „Der Alte Friedhof zu Potsdam. Versuch einer Rekonstruktion militärischen und bürgerlichen Lebens und Sterbens im alten Preußen“ – Autor: Karlheinz Deisenroth; Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam, in Verbindung mit der Landeshauptstadt Potsdam, sowie dem Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte“; Verlag: Rombach, Freiburg i. Br./Berlin/Wien; 2. durchgesehene Auflage, 2013; ISBN 978-3-7930-9696-2; ISBN E-Book-Ausgabe 978-3-7930-6003-1.