Alter Tornow

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ehem. Alter Tornow, 2014

Alter Tornow war ein Ausflugslokal auf der Halbinsel Hermannswerder. Es befand sich in der heutigen Tornowstraße 35. Seit 1995 nutzt das "Jugendhaus Oase" der Hoffbauerstiftung das Anwesen für seine Arbeit.

Neben dem eigentlichen Gastraum inklusive Nebenräumen gibt es auch ein Strandcafe und einen Biergarten mit überdachter Terrasse.

Geschichte

Alter Tornow, 1935

Die Gründung des Lokals wird in die Jahre 1798/99 datiert. Der Wirt Pasewald nutzte eine im 18. Jahrhundert angelegte Badeanstalt mit großem Zulauf (damals war das freie Baden noch als unsittlich verpönt) und richtete in unmittelbarer Nähe eine Gaststätte ein. Da der Anfahrtsweg auf die Halbinsel sehr beschwerlich war, wurde ein Fährverkehr mit so genannten "Bankenkähnen" eingerichtet. Der Gewinn aus der Wirtschaft war nicht sehr hoch und so wechselte im Laufe der Jahre der Eigentümer bzw. der Pächter. Zeitweilig gehörte der nördliche Teil der Halbinsel dem Hause Hohenzollern. König Friedrich Wilhelm IV. kaufte den Inselteil im Jahr 1841, um hier ein kleines Schloß mit Park bauen zu lassen. Doch die Eigentümerin des südlich gelegenen Rittergutes wollte nicht verkaufen. Und so verkaufte Kaiser Wilhelm I. das Areal im Jahr 1871.

Nachdem das Ausflugslokal abbrandte, erwarb die Kreis- und Sternschifffahrtsgesellschaft das Gelände. Sie baute nicht nur die Gaststätte neu auf, sondern errichtete auch, etwa 300 Meter westlich der heutigen Anlegestelle der Fähre, einen Steg zum Anlegen ihrer Schiffe. Seit 1918 gab es für den Alten Tornow konkurenz in unmittelbarer Nähe. Das "Fährhaus Alter Tornow" wurde eröffnet. Doch das "Fährhaus" war auf die noble kundschaft ausgerichtet, wogegen im "Alte Tornow" die allgemeine Bevölkerung verkehrte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das noble "Fährhaus durch Bomben beschädigt. Es wurde nach dem Krieg als Lehrlingswohnheim genutzt und später zog das Bezirkshygieneinstitut in die Räumlichkeiten. Der Alte Tornow dagegen wurde zunächst durch Karl Beckmann weiterbetrieben Er übernahm jedoch den Namen des Nobelrestaurants, wodurch aus dem Alten Tornow das "Fährhaus Tornow" wurde. Doch bereits in den 1950er Jahren wurde in der Gaststätte ein Lehrlingswohnheim eingerichtet. Seit 1995 nutzt das "Jugendhaus Oase" der Hoffbauerstiftung das Anwesen für seine Arbeit.


Weblinks

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.