Armen- und Arbeitshaus

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Das ehem. Armen- und Arbeitshaus im Jahr 2013

Das Armen- und Arbeitshaus befand sich in der Berliner Vorstadt von Potsdam, in der Neuen Königstraße 129 (heute Berliner Straße). Zu diesem Haus gehörte auch ein Hospital. Die noch vorhandenen Gebäude - das Pestkrankenhaus ist in seiner Außenansicht weitestgehend erhalten - und das dazugehörige Gelände (u.a. der ehem. Pestfriedhof) gehören heute zum Klinikum Ernst von Bergmann.


Geschichte

Das erste Haus dieser Art war das Gertrauden-Hospital in der heutigen Henning-von-Tresckow-Straße (Fläche der Häuser 9 und 10). Es wurde von Mauritius Schönow im Jahr 1486 gegründet. Hier fanden Potsdamer Bürger aus ärmlichsten Verhältnissen Aufnahme und wurden versorgt. Zu ihrem Unterhalt sollten sie selbst beitragen. Dazu wurde ihnen das Recht des Bettelns ("einsammeln von milden Gaben") genehmigt, was in Potsdam streng verboten war. Ferner gab es Äcker, Gärten und Wiesen auf dem Gelände der heutigen Breiten Straße und dem Lustgarten. Als das Gertrauden-Hospital im Jahr 1662 zum dritten Mal abbrandte, wurde es nicht wieder aufgebaut. 14 Jahre später wurde vor dem Berliner Tor ein neues Armenhaus eingerichtet, auf dem Gelände des bereits geschlossenen Pestfriedhofes.

Im Jahr 1756 wurde das baufällig gewordenen Armenhaus durch einen Neubau ersetzt. Bereits 1773 erfolgte der Um- und Ausbau zu einem Armen- und Arbeitshaus mit Hospital. 1790 wurde eine reine Frauenklinik errichtet, dem ebenfalls ein Arbeitshaus angeschlossen war (heute Gebäude P des Klinikums). Es folgten weitere An- und Ausbauten, durch die das Hospital ständig erweitert wurde und die Aufgabe des Armenhauses zurück gedrängt wurde.

Zu DDR-Zeiten gehörte die Frauenklinik zum Bezirkskrankenhaus Potsdam und wurde als Entbindungsstation genutzt.

Quellen

  • Klinikum Ernst von Bergmann - offizielle Webseite
  • potsdam.de - Beiträge zur Statistik und Stadtforschung
  • „1000 Jahre Potsdam, Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil I“; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; 1987; FG 010/001/88