Bornstedter Feld

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Das Kammergebäude der Roten Kaserne, im Frühjahr 2007

Das Bornstedter Feld – im Norden von Potsdam, im Stadtteil Bornstedt, gelegen – beheimatet heute unter anderem den Volkspark und war in der jüngsten Vergangenheit ein großer Truppenübungsplatz, so wie auch die Döberitzer Heide.

Geschichte

Während Friedrich Wilhelm I. noch im Lustgarten exerzieren ließ nutzte Friedrich II. bereits das große Gelände in der Bornstedter Feldflur für die zahlenmäßig angewachsene Truppe. Vermutlich wurde das Bornstedter Feld nach dem Zweiten Schlesischen Krieg (1744/1745) zum Übungsgelände. Die damals noch übliche Dreifelderwirtschaft ermöglichte es, brachliegende Ackerflächen für Manöver zu nutzen. Ein festes Exerzierfeld entstand erst später, während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm dem Vierten. Es befand sich im Bereich zwischen Jägerallee und Nedlitzer Straße im Westen, Kirschallee im Osten, sowie Pappelallee im Süden und Amundsenstraße (früher Heerstraße) im Norden. Im Umfeld des Übungsgeländes entstanden weitere Kasernen: die 3. Garde-Ulanen-Kaserne in der Jägerallee 87, die Ruinenbergkaserne sowie das angrenzende Garnisonslazarett (heute Parc du Bois).

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Übungsgelände verkleinert. Am Schragen entstand nun die Siedlung Vaterland.

Das Bornstedter Feld sowie auch Döberitz wurden zudem für die ersten Flugzeugstarts genutzt. Nach den ersten Flugversuchen von Orville Wright im Jahre 1909. Zu den bekannten Luftfahrtpionieren zählten auch Doktor Alberti und Wilhelm Focke. Zudem nutzte der Bornstedter Pfarrersohn Werner Alfred Pietschker das Bornstedter Feld als Landeplatz. Ende des Ersten Welktrieges wurde eine Jagdstaffel auf dem Bornstedter Feld am Hang des Ruinenberges stationiert. Sie sollte Luftangriffe auf Berlin abwehren. Als nach dem Versailler Vertrag die Militärfliegerei verboten wurde, trafen sich die ehemaligen Kriegsflieger zu entsprechenden Anlässen in einer Kaserne am Bornstedter Feld, um alten Zeiten zu gedenken.

Weitere Luftfahrtgeschichte wurde in Potsdam auch mit dem Luftschiffhafen geschrieben, und auf dem nahe gelegenen Truppenübungsplatz Döberitzer Heide.

Das Bornstedter Feld wurde bis in die 1990er Jahre durch Russische Truppen genutzt. Später wurden die brach liegenden Flächen für das Jahr 2001 als Park für die Bundesgartenschau 2001 hergerichtet.

Bis zum Jahr 2007 konnte im Quartier Kirschallee die Sanierung der Häuser aus den 1930er Jahren abgeschlossen werden. Zudem wurde im selben Jahr im Bornstedter Feld der Ausbau zu einem weiteren Stadtteil von Potsdam begonnen, welcher im Jahr 2015 abgeschlossen werden soll. Im Jahr 2007 wohnten hier bereits rund 5.000 Einwohner und im Jahr 2015 werden hier Schätzungen zu folge rund 13.400 Einwohner leben. Dazu wird bis zum Sommer 2010 auch eine neue Grundschule mit Hort errichtet, welche für bis zu 134 Kinder pro Jahrgang ausgelegt sein wird. Dies wurde von der Stadtverordnetenversammlung als notwendig erachtet, da die im Jahr 1999 eingeweihte Karl-Foerster-Schule – mit ihren 48 Plätzen pro Jahrgang – den für das Jahr 2010 vorhergesagten Bedarf in Wohnortnähe nicht mehr abdecken kann.

Weblinks

Quellen