Charlottenstraße

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Die Nordseite der Charlottenstraße von der Ecke Dortustraße aus gesehen , Oktober 2008

Die Charlottenstraße befindet sich in der Innenstadt von Potsdam. Sie beginnt an der Berliner Straße, führt an dem Klinikum Ernst von Bergmann, am Bassinplatz und an der Wilhelmgalerie vorbei, kreutzt dort die Friedrich-Ebert-Straße, verläuft dann parallel zur Brandenburger Straße und endet kurz vor dem Luisenplatz.

Benannt ist die Straße nach Prinzessin Charlotte von Preußen, der Tochter von Friedrich Wilhelm dem Dritten.

Seite ihrer Entstehung ist die Straße durch viele Läden, Gaststätten und kleinere Gewerke geprägt. Hier befindet sich unter anderem das Klinikum Ernst von Bergmann, das Haus des Handwerks, die Gaststätte Preußischer Hof, die Alte Wache und das Kabarett Obelisk.

Geschichte

Die Charlottenstraße mit der Alten Wache, um 1905
Die Charlottenstraße auf einer Ansichtskarte, 1908

Die Charlottenstraße entstand im Zuge der Ersten Stadterweiterung als nördlichste Grenze von Potsdam. Hier verlief eine Stadtmauer mit entsprechenden Stadttoren. Die Stadtmauer bog kurz vor der Französischen Straße nach Nordosten ab und die Charlottenstraße kurz dahinter nach Südosten in Richtung Berliner Straße.

Nach der Zweiten Stadterweiterung, bei der eine neue Stadtmauer mit neuen Stadttoren gebaut wurden, verloren die Mauer und die Tore aus der ersten Stadterweiterung – nicht nur – in der Charlottenstraße ihre Bedeutung und wurden komplett abgerissen. Nur die Alte Wache zeugt noch davon, dass hier einst die Stadtgrenze verlief und ein Stadttor – das Havelländische Tor – stand.

Ab 1749 hieß die Straße nach einer dort ansässigen Familie „Pflugstraße“. Aber auch der Name Große oder Breite Brandenburgische Straße wurde verwendet. Im Jahr 1820 erhielt die Straße auf Antrag der Bewohner den Namen „Charlottenstraße“, benannt nach der Tochter von Friedrich Wilhelm III., Prinzessin Charlotte von Preußen (1798–1860). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Charlottenstraße, unter Einbeziehung der Elisabethstraße, in „Wilhelm-Pieck-Straße“ (nach Wilhelm Pieck, 1876–1960; Präsident der DDR 1949–1960) umbenannt. Im Jahr 1991 erfolgte die Rückbenennung der gesamten Straße; die Integrierung der Elisabethstraße wurde also nicht rückgängig gemacht.

Die Charlottenstraße protzt geradezu mit ihren verspielten Hausfassaden aus dem 18. Jahrhundert. Nur wenige Häuser mußten im Laufe der Jahrhunderte durch Neubauten ersetzt werden. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in der Charlottenstraße Schienen für die Straßenbahn verlegt. Die meißten Bäume mußten den Masten für die Fahrleitungen der Bahn weichen. Dadurch öffnete sich aber ein ungehinderter Blick auf die Häuser.