Eduard II. Nietner

Aus PotsdamWiki
Version vom 6. August 2016, 16:21 Uhr von Der Nowaweser (Diskussion | Beiträge) (Quellen)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | ?Nachstjüngere Version (Unterschied)
Wechseln zu:Navigation, Suche

Eduard II. Nietner, eigentlich nur Eduard Nietner (* 30. Juni 1842 in Potsdam; † 10. März 1909 in Charlottenburg) war preußischer Hofgärtner in Potsdam und in Berlin. Er gehörte zu der Hofgärtner-Dynastie Nietner.

Geschichte

Eduard Nietner wurde am 30. Juni 1842 in einem Gärtnerhaus unterhalb des Schlosses Sanssouci geboren. Wie sein Vater, der Hofgärtner Eduard I. Nietner, erlernte auch Eduard II. den Beruf des Gärtners. Nebenher besuchte er die Königliche Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam. Ab 1861 wurde er in der Baumschule am Neuen Palais eingesetzt und ein Jahr später im Botanischen Garten Berlin. 1865 ging er auf Weiterbildung nach Paris. Wegen des so genannten Deutschen Krieges von 1866, an dem er teilnahm, mußte er seinen Frankreichaufenthalt abbrechen. Anschließend wurde er als Obergehilfe in Koblenz eingesetzt. Ab 1867 holte er seine verspätete Wanderschaft nach und bereiste Süddeutschland, Holland, Belgien, Frankreich und England. Anschließend arbeitete Eduard als Obergehilfe im Park Sanssouci.

Am Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 nahm Eduard wieder als Soldat teil. Nach dem Krieg übernahm er als Hofgärtner das Revier des Marlygartens. In dieser Zeit wurde gerade die Villa Liegnitz, unweit des Grünen Gitters, modernisiert werden. Dazu gehörte auch die Umgestaltung des Gartens, die Nietner in den Jahren 1877/78 übernahm. Die Pläne für die Umgestaltung stammten von Emil Sello.


1880 wechselte Nietner nach Berlin und kümmerte sich um den Garten des Charlottenburger Schlosses. Der verstorbene Hofgärtners Hermann Kellner (1812–1880) hat den Garten vernachlässigen müssen, da Kaiser Wilhelm I. kaum Interesse an diese Liegenschaft hatte. Als das Erbprinzenpaar von Sachsen-Meiningen 1883 Schloß Charlottenburg als Residenz bezog, konnte Nietner 1884 den Garten nach den Pläne von Gustav II. Adolph Fintelmann neu gestalten. 1891 erhielt Nietner noch das Revier Monbijou zu seinen Aufgaben dazu. Er nutzte dieses Revier für die Zucht von Dekorationspflanzen.


Weblinks

Quellen

  • „Potsdam. Park Sanssouci. Garten der Villa Liegnitz“ von Jörg Wacker, in „Peter Josef Lenné. Parks und Gärten im Land Brandenburg“, Herausgeber: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Worms 2005
  • „Schloss Charlottenburg. Königliches Preußen in Berlin“, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: München 2010
  • „Das Coniferen-Parterre vor dem Königl. Schlosse zu Charlottenburg“ von Eduard Nietner, in: Garten-Zeitung. IV. Jg., Nr. 48, 1885
  • „Londoner Parks und Gärtnereien“ von Eduard Nietner, in: Deutsche Garten-Zeitung. Nr. 9, 1885
  • „Der Königliche Wintergarten zu Charlottenburg“ von Eduard Nietner, Garten-Zeitung. IV. Jg., Nr. 36, 1885
  • „Blumenspenden am Sarge der Kaiserin Augusta“ von Eduard Nietner, in: Gartenflora. 39. Jg., 1890,
  • „Zur Verlegung der Königlichen Gärtner-Lehranstalt von Potsdam nach Dahlem“ von Eduard Nietner, in: Gartenflora. 47. Jg., 1898, S. 13ff.