Ernst von Mirbach

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Ernst von Mirbach um 1900

Ernst von Mirbach, vollständiger Name Ernst Otto Karl Ludwig Freiherr von Mirbach, (* 24. Dezember 1844 in Düsseldorf; † 6. April 1925 in Potsdam) war preußischer Generalleutnant und Hofbeamter.

Geschichte

Mirbachs Vater war preußischer Regierungsrat. Als ältester Sohn diente er nach seinem Abitur im Garde-Füsilier-Regiment in Potsdam. Dabei nahm er am Deutsch-Dänischen Krieg (1864), am so genannten Deutschen Krieg (Preußen gegen Österreich, 1866) und am Deutsch-Französischen Krieg (1871) teil. 1881 wurde er Kammerherr im Hofstaat des Prinzen Wilhelm von Preußen und diente dessen Frau Auguste Viktoria. Seit 1884 wohnte die Familie Mirbach in der so genannten Mirbach-Villa in der Nauener Vorstadt, in der Straße Am Neuen Garten 25.

Nach der Krönung Wilhelms zum Kaiser wurde Mirbach Oberhofmeister der neuen Kaiserin. Seine Aufgabe bestand unter anderem in der Leitung ihres Kabinettes, der Abarbeitung behördlicher Korrespondenz und der Vermögensverwaltung der Kaiserin. Außerdem vertrat er Auguste Viktoria bei ihren Auftritten bei Wohltätigkeitsveranstaltungen. So vertrat Mirbach die Kaiserin besonders beim Evangelische Kirchenbauverein, der 1888 als Evangelischer Kirchlicher Hilfsverein gegründet wurde und bis 1930 etwa 70 Kirchen errichten ließ.

Wegen Koruptionsverdacht und einer nicht autorisierten Geldsammlung sollte Mirbach 1902 seine Hofämter niederlegen. Ein eigenes Entlassungsgesuch wurde abgelehnt. Er blieb somit weiter am Hofe tätig, durfte aber keine Kabinettsgeschäfte mehr bearbeiten und das Etat der Kaiserin wurden ihm entzogen. Im Februar 1914 ging Mirbach in den Ruhestand. Mirbach starb am 6. April 1925 und wurde auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt.

Quellen