Französisches Quartier

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Das Französisches Quartier,
Februar 2011

Das Französische Quartier ist ein Wohnviertel in der Innenstadt von Potsdam, welches in der Nacht von Potsdam fast vollständig zerstört und nach der Wende wieder aufgebaut wurde. Das Wohnviertel befindet sich zwischen der Französischen Straße und der Straße Platz der Einheit, sowie zwischen der Charlottenstraße und der Straße Am Kanal, nahe der Hauptpost Potsdam und dem Haus an der Stelle der ehemaligen Alten Synagoge.

Geschichte

Die Französische Straße, um 1910
Die Französische Straße, 1958

Mit dem „Edikt von Potsdam“ aus dem Jahre 1685 ermöglichte es der Kurfürst Friedrich Wilhelm den verfolgten Hugenotten in die Mark Brandenburg einzuwandern. Neben vielen Privelegien wurde den Neuankömmlingen Befreiung vom Militärdienst, mehrjährige Steuerbefreiung und politische Sicherheit zugestanden. Etwa 20.000 Glaubensflüchtlinge fanden in Brandenburg eine neue Heimat. In fast jeder Stadt entstand eine französische Kolonie, wußte Franz Mehring. Mehr als der religöse Hintergrund zählte jedoch anderes – der wirtschaftlich-technische Fortschritt war in Frankreich viel weiter entwickelt und sollte so auch in Brandenburg Einzug halten.

Die ersten französischen Flüchtlinge kamen bereits im Jahr 1686 und schlossen sich der „Deutsch-Reformierten Gemeinde“ an. In den Plänen zur Ersten Stadterweiterung war bereits der Bau einer Anlage für die Unterbringung der Franzosen eingearbeitet. Das Quartier umfaßt das Gelände zwischen der Ostseite des Platz der Einheit, Charlottenstraße, Französische Straße und der Straße Am Kanal.

Im Jahr 1723 gründete sich in der Kapelle des Potsdamer Stadtschlosses die „Französisch-Reformierte Gemeinde“.

Im Jahr 1753 schenkte König Friedrich II. den Franzosen ihre eigene, die Französische Kirche.

Im Jahre 1809 befahl König Friedrich Wilhelm III. die Bürgerrechte der französischen Kolonie abzuschaffen. So verloren die Brandenburger französischer Herkunft ihre eigene Verfassung, die Gerichtsbarkeit und die anderen Privilegien. Die Haltung einer eigenen Polizei wurde ihnen bereits im Jahr 1751 verboten. Nur die religöse Sonderstellung blieb den Nachfahren der Einwanderer erhalten.

Durch den Bombenangriff am 14. April 1945, in der Nacht von Potsdam, verlor Potsdam ein weiteres historisch wertvolles Stadtviertel, denn das Französische Quartier wurde dabei fast vollständig zerstört.

Quellen

  • „1000 Jahre Potsdam – Blätter aus der Stadtgeschichte; Teil 1“, Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; Druckerei „Märkische Volksstimme“ Potsdam; 1987