Garnisonkirche

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Die Garnisonkirche Potsdam wurde von Philipp Gerlach zwischen 1730 und 1735 errichtet. Sie galt als ein Hauptwerk des preußischen Barock. Mit einem 88,40 Meter hogen Glockenturm überragte sie die anderen Bauten der Stadt. Die Kirche bildetet mit der Nikolaikirche und der Heiliigengeistkirche eine Achse. In der offenen Turmlaterne befand sich ein Glockenspiel mit 40 Glocken. Es spielte in halbstündlichem jWechsel den Choral "Lobe den Herren" und das Lied "Üb' immer Treu' und Redlichkeit".

In der Königsgruft waren die Leichname von Friedrich II. und Friedrich Wilhelm I. beigesetzt.

Die Garnisonkirche wurde beim dem britischen Bombenangriff am 14. April getroffen und brannte völlig aus. Weitere Schäden wurden durch Artilleriebeschuss der herannahenden Sowjetarmee verursacht.

Bei einem Besuch am 22. Juni 1967 forderte SED-Generalsekretär Walter Ulbricht bei einem Besuch in Potsdam die Beseitigung der noch immer stadtbildbestimmenden Kriegsruinen, wie der Garnisonkirche.

Ohne Vorankündigung wurden die Potsdamer Stadtverordneten auf Druck der Bezirksleitung der SED in der Sitzung vom 26. April 1968 aufgefordert, für die Sprengung der Kirche zu stimmen. Vier Abgeordnete stimmten gegen den Abriss. Bereits zehn Tage davor hatte das Politbüro der SED den Kirchenabriss und die Neubebauung durch ein Rechenzentrum beschlossen.

Am 14. Mai fand eine erste Sprengung statt. Zunächst wurden abschnittsweise Umfassungsmauern und Pfeiler gesprengt. Die Sprengung des Turms gelang nur zum Teil, so dass am 23. Juni eine zweite Sprengung notwendig war. Hunderte Potsdamer standen an den Absperrungen und verfolgten bewegt das traurige Schauspiel.

Am 14. April 1991 wurde auf der Plantage Dortustraße / Ecke Yorckstraße ein neues Glockenspiel der Garnisonkirche in Betrieb genommen. Die Glocken sind an einer Stahlkonstruktion befestigt.

Gewölbebogen

Am 3. September 2005 wurde der Schlußstein über einem neuen, 8 Meter hohen Gewölbebogen gesetzt, der auf dem erhaltenen Fumandent steht und ein Teilstück des Turminnenraumes ist.

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ich vorgesehen. Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG) hat seit der Wende über 7 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gesammelt und möchte, dass die Kirche im ursprünglichen Sinne genutzt wird.

Als zweite Gruppierung ist die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) Potsdam e.V. an dem Thema dran. Am 15. Januar 2004 unterzeichneten mehr als 100 Persönlichkeiten aus Brandenburg und Berlin den „Ruf aus Potsdam“, der zum vollständigen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche aufruft. Als Schirmherren der Wiederaufbau-Initiative nahmen Martin Huber, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Jörg Schönbohm teil.

Die Evangelische Kirche in Potsdam möchte die ehemalige Garnisonkirche als Kirche wieder gewinnen, erhalten und als ein Versöhnungszentrum betreiben. Die FWG unterstützt diese Pläne Eine Stiftung befindet sich in Gründung. Zweck der Stiftung soll zukünftig die vom Ort der Potsdamer Garnisonkirche ausgehende Friedens- und Versöhnungsarbeit sein.

Die TPG ist der Auffassung, dass mit dem neuen Nutzungskonzept nicht ihre ursprünglichen Ziele verwirklicht werden. Sie hat ihre Auflösung beschlossen. Ein Teil der Spender nahm seine Zusage zurück. Es stehen aber noch gut 5 Millionen Euro aus Spenden der TPG zur Verfügung. Dieses Geld verwahrt die TPG. Es soll zur Auszahlung kommen, wenn die TPG im Nutzungskonzept ihre Ziele erfüllt sieht.

Die FWG zeichnete 2005 für den Bau des Gewölbebogens verantwortlich. Ihr Kapital beträgt nach Presseberichten 300.000 Euro. Die Kosten für den Wiederaufbau der Garnisonkirche werden auf 65 Millionen Euro geschätzt.

Im Haus der FWG, Breite Straße 7, befindet wird eine Ausstellung über die Garnisonkirche gezeigt.


http://www.garnisonkirche-potsdam.de

http://www.garnisonkirche.de

http://www.garnisonkirche-potsdam.de/de/foerderges/index.htm