Glienicker Brücke

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Datei:Glienicker Brücke.JPG
Glienicker Brücke um 2005

Die Glienicker Brücke im Potsdamer Stadteil Berliner Vorstadt war (neben dem Brandenburger Tor in Berlin) das Symbol für die deutsche Teilung. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Brücke im Jahr 1907. Es war eine für damalige Zeiten moderne Stahlkonstruktion, die nur auf zwei Strompfeilern ruht. 1945 sprengte die SS die Brücke, um den Vormarsch der Roten Armee auf Berlin zu verhindern. Die Brücke knickte ein, konnte jedoch repariert werden und wurde 1949 als „Brücke der Einheit“ wiedereröffnet.

Von 1961 bis 1989 verlief in der Mitte der Brücke die Grenze zwischen der DDR und Berlin (West). Auf dem Asphalt sind sogar noch die Reste der Grenzlinie auszumachen. Zu DDR-Zeiten floss der Verkehr nur spärlich, denn der Grenzübergang durfte nur von Angehörigen der Siegermächte und von Diplomaten benutzt werden. Dreimal war die Brücke der Ort von Agentenaustauschen. Besonders spektakulär war der Austausch des US-Piloten Gary Powers gegen den sowjetischen Agenten Rudolf Abel im Jahr 1962. Im Volksmund wurde die Brücke "Agentenbrücke" genannt.

Als Provinzposse in die Geschichte eingegangen ist die schleppende Abfertigung des westdeutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher bei seiner Einreise 1988. Ein Jahr vor dem Fall der Mauer fand in Potsdam eine internationale Konferenz des „Institute for East-West Security Studies“ statt. Genscher gehörte zu den Gästen. Genscher hatte die Genehmigung den Grenzübergang Glienicker Brücke zu passieren. Das Wachpersonal war instruiert. Die Grenzkontrolleure fertigten die Limousine mit dem Außenminister weisungsgemäß ab. Das dauerte zwei Minuten. Die folgenden Wagen mit den Diplomaten wurden jedoch einer „ortsüblichen“ Kontrolle unterzogen. Genscher, der den Vorfall bemerkt hatte, fuhr nicht weiter. Er wartete, bis der ganze Konvoi freie Fahrt erhielt. Genscher trug die Verspätung mit Humor und ulkte vor Journalisten: Der Posten habe 20 Minuten gebraucht, herauszufinden, dass er der deutsche Außenminister ist. Das wurde prompt verbreitet. Die Passkontrolleure fanden das gar nicht lustig, denn sie fühlten sich ungerechtfertigt vorgeführt.

Die Glienicker Brücke wurde am 10. November 1989 gegen 18 Uhr erstmals für die Menschen aus der DDR geöffnet. Am 11. November wurde das Tor zur Brücke demontiert. Ab 24. Dezember 1989 konnten auch die Westberliner über die Glienicker Brücke nach Potsdam gelangen.

Ausführliche Information über die Glienicker Brücke bietet die sehr interessante Ausstellung im Foyer vom Bundesvermögensamt in der Berliner Straße 98 an. Die Ausstellung ist wochentags frei zugänglich, am Wochenende beim Wachschutz klingeln. Der Eintritt ist frei.

Baugeschichte

Glienicker Brücke, Ansichtskarte um 1910

Um 1660/63 wurde an der engsten Stelle zwischen dem Jungfernsee und dem Tiefen See die erste Brücke errichtet, mit dem in der Regierungszeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm Potsdam und Berlin miteinander verbunden wurden. 1777 wurde dieses Bauwerk durch eine stabilere Konstruktion ersetzt - wieder aus Holz. Schon wenig später genügte diese Brücke nicht mehr dem Verkehr.

Karl Friedrich Schinkel wurde mit dem Bau einer neuen Brücke beauftragt, für die er 1831 den Entwurf vorlegte. Dabei handelte es sich um eine fünfbogige Steinbrücke mit einem hölzernen Mittelsegment, das als Zugbrücke ausgeführt war. Damit sollte auch größeren Dampfschiffen die Durchfahrt ermöglicht werden. Der Brückenbau wurde 1843 mit einem großen Festakt abgeschlossen, bei dem auch Alexandra Feodorowna, geb. Friederike Charlotte Wilhelmine von Preuße (Kaiserin von Russland) anwesend war.

Die Schinkelsche Brücke erfüllte bis 1905 ihre Aufgabe. Dann war auch sie zu klein geworden. Insbesondere der Bau des Teltowkanals hatte zu einer rasanten Entwicklung des Schiffsverkehrs geführt. Kaiser Wilhelm II. erteilte 1905 der Preußischen Wasserbauverwaltung den Auftrag, für Ersatz zu sorgen. Es wurde eine Stahlkonstuktion mit zwei Stützpfeilern und einer großen Mittel-Durchfahrt errichtet. Im November 1907 wurde sie feierlich als Eisenbrücke eröffnet.