Gründung der Stadt Potsdam

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Schenkungsurkunde von König Otto III.

Die Gründung der Stadt Potsdam konnte bisher noch nicht genau datiert werden. Die erste urkundlichen Erwähnung als „Poztupimi“, was im wendischen soviel bedeutet wie „Unter den Eichen“, fand jedoch bereits im Jahr 993 statt.

Vorgeschichte

Bei archäoligischen Untersuchungen im 20. Jahrhundert – am Havelufer links hinter der Freundschaftsinsel – fand man 5000 Jahre alte Steinäxte. In dieser Zeit lebten die Wenden (oder auch Sorben genannt) nomadisch, das heißt sie durchzogen weite Gebiete ohne längeren festen Wohnsitz. Erst in der Bronzezeit (in Europa hauptsächlich das 2. Jahrtausend v. u. Z.) begann die erste reguläre Besiedlung des heutigen Stadtgebietes. In Babelsberg wurden Reste einer Siedlung gefunden, in der Berliner Vorstadt ein „Fürstengrab“ und nicht zu vergessen der „Kultwagen von Eiche-Golm“. Während der römischen Kaiserzeit (50 v. u. Z. bis 350 u. Z.) lebte hier der slawische Stamm der Semnonen. Vor und vor allem nach ihnen kann aber auch eine germanische Besiedlung nachgewiesen werden. Um 500 u. Z. – die Zeit der Völkerwanderung – war das Potsdamer Gebiet wieder verlassen.

Doch 100 Jahre später erfolgte die erneute Einwanderung slawischer Gruppen aus dem Osten und dem Südosten. Im 7. Jahrhundert errichtete ein slavischer Wendenstamm, die Heveller, gegenüber der Einmündung der Nuthe eine Burganlage an der Havel – etwa am Standort der Heiligengeistkirche. Der Name des Stammes der Heveller leitet sich wahrscheinlich von dem germanischen Wort für die Havel – Habula – ab, da der Stamm im Havelgebiet ansässig war.

Erste urkundliche Erwähnung

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt in einer Schenkungsurkunde vom 03.07.993 mit dem Namen „Poztupimi“, was im wendischen soviel bedeutet wie „Unter den Eichen“. Damals war das Gebiet um die Stadt stark morastig und von dichten Wäldern umgeben. Diese Schenkungsurkunde befindet sich heute im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg. In ihr vermachte der damals 13-jährige König Otto III. seiner Tante Mathilde, der Äbtissin des Klosters Quedlinburg, zwei Siedlungen im Havelland – „Locus Poztupimi“ und „Locus Geliti“ (später „Geltow“ genannt).

Manche Heimatforscher leiten „Poztupimi“ auch von „Podstup“ ab – womöglich der Name des ersten Burgherrn der slavischen Siedlung.

10. Jahrhundert

Im 10. Jahrhundert hatte die Siedlung strategische Bedeutung. Sie lag einerseits im Havel-Nuthe-Dreieck und kontrollierte so die Wasserwege zwischen Havelland, Teltow und Zauche, und außerdem lag sie im Grenzwald der Einflussgebiete des damaligen polnischen Herrschers, König Boleslaw, genannt „Schiefmaul“, und des deutschen Königs Otto III., welcher erst 13 Jahre alt war. Durch die Schenkung an die Äbtissin erhoffte man sich, daß eventuelle Expansionsabsichten König Boleslaws nicht nur die Königsfamilie, sondern auch hochangesehene Geistliche betroffen hätten. Der Papst hätte in so einem Fall Partei für den deutschen Hof ergriffen.

Der erste urkundlich mit Namen erwähnte Potsdamer Bürger hieß „Brunne“. Er hatte mehrere Pferde gestohlen und wurde im Jahr 1409 gehängt.

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts befand sich das Land unter der Herrschaft des Markgrafen Albrecht von Ballenstedt.