Hans Friedrichs

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Hans Friedrichs (* 9. November 1875 in Demmin; † 11. April 1962 in Meran) war von 1934 bis 1945 Oberbürgermeister von Potsdam und zeitweilig auch Kreisleiter der NSDAP.

Geschichte

Hans Friedrichs wurde am 9. November 1875 in Demmin (Vorpommern) geboren. Er war von 1894 bis 1929 Berufssoldat. Nach seinem Abschied aus Reichswehr – im Rang eines Generalmajors – zog er nach Potsdam. Hier setzte er sich für den Heimatschutz ein.

Im Jahr 1932 trat Friedrichs in die NSDAP ein. Nach der Machtübernahme der Faschisten 1933 wurde er Vorsitzender des Finanzausschusses des Potsdamer Magistrats. Im darauf folgenden Jahr wurde er als Oberbürgermeister eingesetzt. Als solcher beschäftigte er sich vorrangig um städtebauliche Projekte und um Grünanlagen. Am bekanntesten ist die nach ihm benannte Friedrichsstadt (heute als Siedlung am Schillerplatz bekannt). Außerdem ließ er die Siedlung Am Wildpark (Forststraße 3–4), die Siedlung der Eisenbahnsiedlungsgesellschaft in der Kleiststr., die Siedlung in der Leipziger Straße 29–44 und die GAGFAH-Siedlung in Neubabelsberg errichten. Aber auch der Bau vieler militärischer Gebäude geht auf seine Initiative zurück. In Bezug auf die Grünflächen schuf Friedrichs mehrere Kleingartenanlagen und zeichnet sich bei der Umgestaltung verschiedenster vorhandener Grünanlagen verantwortlich. So zum Beispiel für die Ausgestaltung der Freundschaftsinsel – unter Mitwirkung von Karl Foerster. Er zerstörte aber auch die Lennéschen Anlagen auf dem Luisenplatz und wandelte ihn in einen Parkplatz um. Insgesamt ließ Friedrich das städtische Grün von etwas über 300.000 (1934) auf fast 1,9 Millionen Quadratmeter (1940) vergrößern.

Friedrichs strebte in seiner städtebaulichen Arbeit aber auch ein „Groß-Potsdam“ an, ähnlich wie Hitlers „Groß-Berlin“. Hierzu wurden rigoros Nachbarorte eingemeindet, ohne Rücksicht auf geographische oder historische Besonderheiten. Dies betraf u. a. Babelsberg, Bergholz-Rehbrücke, Geltow und Drewitz.

Friedrichs war ein linientreuer Nationalsozialist. Noch im Februar 1945 verlangte er von den Beschäftigten der Stadtverwaltung, Wehrmachtsdeserteure – die für ihn „Marodebrüder“, „Lumpen“ und „Volksverräter“ waren – zu denunzieren.

Vor den herannahenden Soldaten der Sowjetarmee floh Friedrichs 1945 in den Westen und ließ sich im Schwarzwald nieder. Seine politische Laufbahn war damit beendet. Er engagierte sich aber wieder für den Natur- und Heimatschutz. Am 11. April 1962 starb Friedrichs in Meran. Zeitweilig war er Ehrenbürger der Stadt Potsdam.

Quellen