Hans Marchwitza: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Hans Marchwitza''' wurde am 25.06.1890 in Scharley bei Beuthen (Oberschlesien) geboren und starb am 17.01.1965 in Babelsberg.  Er entstammte einer Bergarbeiterfamilie und stand in der Tradition der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung.
 
'''Hans Marchwitza''' wurde am 25.06.1890 in Scharley bei Beuthen (Oberschlesien) geboren und starb am 17.01.1965 in Babelsberg.  Er entstammte einer Bergarbeiterfamilie und stand in der Tradition der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung.

Version vom 7. Dezember 2009, 16:22 Uhr

Hans Marchwitza wurde am 25.06.1890 in Scharley bei Beuthen (Oberschlesien) geboren und starb am 17.01.1965 in Babelsberg. Er entstammte einer Bergarbeiterfamilie und stand in der Tradition der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung.

Bereits mit 14 Jahren mußte Marchwitza selbst unter Tage arbeiten gehen. 1910 ging er als Bergarbeiter ins Ruhrgebiet. Zwei Jahre später wurde er bereits wegen seiner Teilnahme an einem Streik entlassen und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter. 1915 wurde Marchwitza zum Kriegsdienst verpflichtet und erlebte die Schrecken des Ersten Weltkrieges als Soldat an der Westfront. Nach seiner Rückkehr unterstützte Marchwitza die Novemberrevolution und wurde Mitglied der Soldatenratswehr.

Über die USPD kam er 1920 zur KPD und nahm als Zugführer an den Kämpfen der Roten Ruhrarmee teil. In dieser Zeit begann seine schriftstellerischen Arbeiten. Alexander Abusch, Redakteur der KPD-Zeitung „Ruhr-Echo“, unterstützte Marchwitza und veröffentlichte dessen erste Arbeiten. Neben kleineren Erzählungen – die ab 1924 auch in den kommunistischen Zeitungen „Rote Fahne“ und „Rote Front“ veröffentlicht wurden – erschien 1931 der erste Roman von Hans Marchwitza: „Sturm auf Essen“, einer Reportage über die Kämpfe im Ruhrgebiet 1920.

1933 mußte Marchwitza in die Schweiz emigrieren, wurde dort ausgewiesen. Bis 1935 arbeitete er nun für die KPD im Saarland, das bis dahin noch von den Franzosen besetzt war. Seit 1936 nahm Marchwitza dann als Offizier der Internationalen Brigaden am Spanischen Bürgerkrieg teil. Als Marchwitza 1938 die spanisch-französische Grenze überschritt, wurde er sofort verhaftet und interniert. Er konnte jedoch 1941 fliehen und ging in die USA.

1946 kam Marchwitza zurück, zunächst nach Stuttgart, 1947 nach Potsdam. Hier wohnte er in der Rosa-Luxemburg-Straße 27 in Babelsberg. Er wurde u. a. Gründungsmitglied der Akademie der Künste, Vizepräsident des Deutschen Schriftstellerverbandes und Kulturattaché sowie zweiter Botschaftsrat der DDR in Prag. Marchwitza wurde 1950, 1955 und 1964 für seine geleistete Arbeit mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Anlässlich seines 70. Geburtstages erhielt Hans Marchwitza den Karl-Marx-Orden und den Ehrentitel Dr. phil. h.c. der Humboldt-Universität.

Weitere Bücher: „Die Kumiaks“, „Meine Jugend“, „Roheisen“.

Quellen

  • Neuendorf-Nowawes-Babelsberg; Autorenkollektiv; Herausgeber: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V.;Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000.