Henri Alexande de Catt

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Das Wohnhaus Am Kanal 7, Sommer 2007

Henri Alexande de Catt (1725 - 1795) war der Privatsekretär und Vorleser des Königs Friedrich II.

Geschichte

De Catt war der Sohn eines Süßwarenhändlers. Er studierte an mehreren Universitäten Philosophie und Theologie. Anschließend war er als Hauslehrer in den Niederlanden tätig. Bei einer Reise im Jahr 1755, die Friedrich II. inkognito unternahm, trafen sich beide zufällig. Sie diskutierten über Politik, Literatur, Philosophie und Glauben. Dabei vertrat de Catt offen seine Meinung und widersprach dem unerkannten König öfters. Sechs Wochen später holte Friedrich den jungen, wortgewandten und gebildeten de Catt mittels eines persönlichen Briefes an den Potsdamer Hof. De Catt wurde ein enger und auch intimer Gesprächspartner, der das volle Vertrauen des Königs besaß und dessen Privatsekretär und Vorleser wurde. Die gegenseitige sehr gute Beziehung der Beiden stand jedoch auf tönernden Füßen, da de Catt dem König auch kritisch gegenüber stand und dies auch offen äußerte. Letztlich fiel de Catt im Jahr 1780 in Ungnade. Dennoch durfte er am Hofe Friedrichs bleiben.

Seit 1760 war De Catt Mitglied der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste. Er heiratete im Jahr 1762 Ulrike Kühn, Tochter eines preußischen Konsuls. Seit 1773 wohnte die Familie im Haus Am Kanal 7, in der heutigen Innenstadt, welches de Catt von Friedrich II. übertragen bekam. Dieses Haus wurde 1724 durch den Architekten Pierre de Gayette erbaut. 1777 ließ de Catt das Haus durch Georg Christian Unger erweitern. Der pompöse Anbau steht in der heutigen Berliner Straße 10.

Als herausragende Hinterlassenschaft de Catts gelten seine Tagebuchaufzeichnungen und Notizen aus den Jahren 1758 - 1762. Daraus stellte er nach dem Tode Friedrichs (1786) Memorien zusammen, die auf einem hohen literarischem Niveau standen. Veröffentlicht wurden diese jedoch erst über 100 Jahre später unter dem Titel "Unterhaltungen mit Friedrich dem Großen. Memoiren und Tagebücher von Heinrich de Catt" als 22. Band der Publikation aus dem Preußischen Staatsarchiv.

Nach dem Tode de Catts im Jahr 1795 wurde er auf dem Friedhof Bornstedt beigesetzt.

Quellen