Hermann Kasack

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Hermann Kasack, voller Name Hermann Robert Richard Eugen Kasack, (* 24. Juli 1896 in Potsdam; † 10. Januar 1966 in Stuttgart) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Lektor und Rundfunkautor

Geschichte

Hermann Kasack wurde als Sohn eines praktischen Arztes in Potsdam, in der Schwertfegerstraße 10 geboren. Seine Kindheit verbrachte er, nach einem Umzug seiner Eltern, in der Straße Am Kanal 5. Später, als Erwachsener, wohnte er mit seinen Eltern in der Kaiser-Wilhelm-Straße 13 (heute Hegelallee). Nach seinem Schulbesuch im Viktoria-Gymnasium (heute Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium) begann er 1915 ein Studium der Nationalökonomie und Germanistik in Berlin, welches er 1920 in München abschloß. Bereits in dieser Zeit veröffentlichte er Gedichte und hielt Vorlesungsabende. Von 1920-1925 war Kasack Lektor und später Direktor des Kiepenheuer-Verlags in Potsdam. Hier gab er unter anderem die gesammelten Werke von Friedrich Hölderlin heraus. Im Jahr 1925 wechselte er zur „Funk-Stunde Berlin“ (erste Rundfunkgesellschaft in Deutschland mit Hörfunksender) als literarischer Mitarbeiter. Ein Jahr später wurde Kasack Direktor beim S. Fischer Verlag. Zudem wurde sein Drama Die Schwester uraufgeführt. Seit 1927 arbeitete er als freier Schriftstelle und veröffentlichte zahlreiche Gedichte. Außerdem war er für mehr als hundert Radiosendungen verantwortlich.

Seit 1933 verboten die Nazis Hermann Kasack jegliche Vortragstätigkeit. Trotzdem unterschrieb er am 26. Oktober 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er nicht zur Wehrmacht eingezogen. Von 1941 bis 1945 war Hermann Kasack wieder Lektor im "S. Fischer Verlag" (später Suhrkamp-Verlag), eine Filiale in der Waisenstraße (heute Dortustraße) hatte. Nach der Verhaftung Peter Suhrkamps im Jahr 1944 übernahm Kasack die Verlagsleitung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Kasack seine Wohnung in der Kaiser-Wilhelm-Allee verlassen, da die Sowjetarmee das Haus beschlagnahmte. Daraufhin zog er in die Hans-Sachs-Straße 13. In dieser Zeit arbeitete Kasack für den Berliner Rundfunk. Im Jahr 1947 erschien sein bekanntester Roman Die Stadt hinter dem Strom. Für dieses Werk erhielt er 1949 den Fontane-Preis. Kasack gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen P.E.N.-Zentrums (1948) und wurde Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Da Kasack es ablehnte, für den sowjetischen Geheimdienst Spitzeldienste zu leisten, zog er 1949 mit seiner Familie nach Stuttgart. Im Jahr 1952 erschien mit Das große Netz sein letzter Roman. Seit 1953 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Von diesem Amt trat Kasack 1963 zurück, da er fast vollständig erblindet war.

Hermann Kasack starb am 10. Januar 1966 in seiner Stuttgarter Wohnung.

Weblinks