Hoffbauer-Stiftung: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Kaufmann Hermann Hoffbauer erkrankte auf einer seiner Handelsreisen als Teppichhändler schwer. Er wurde im Diakonissenhaus in Alexandria gepflegt und entschloß sich nach seiner Heimkehr, sein Vermögen in den Dienst der tätigen christlichen Nächstenliebe einzubringen. Das kinderlose Ehepaar bestimmte per Testament die Einrichtung eines ''Erziehungshauses für evangelische Ganz-oder Halbweisen'' aus dem gebildeten Mittelstand. Geleitet werden sollte die Einrichtung vom Rheinisch-Westfälischen Verein für Bildung und Beschäftigung evangelischer Diakonissen. Hermann Hoffbauer verstarb 1884. Nach seinem Tod begann Klara Hoffbauer mit der Verwirklichung des Stiftungsgedanken. 1898 erwarb sie ein 16 Hektar großes Gelände auf der Halbinsel [[Tornow]] südlich von Potsdam. Das Gelände wurde parkähnlich angelegt und mehrere Gebäude mit unterschiedlichen Zweckbestimmungen errichtet.
 
Der Kaufmann Hermann Hoffbauer erkrankte auf einer seiner Handelsreisen als Teppichhändler schwer. Er wurde im Diakonissenhaus in Alexandria gepflegt und entschloß sich nach seiner Heimkehr, sein Vermögen in den Dienst der tätigen christlichen Nächstenliebe einzubringen. Das kinderlose Ehepaar bestimmte per Testament die Einrichtung eines ''Erziehungshauses für evangelische Ganz-oder Halbweisen'' aus dem gebildeten Mittelstand. Geleitet werden sollte die Einrichtung vom Rheinisch-Westfälischen Verein für Bildung und Beschäftigung evangelischer Diakonissen. Hermann Hoffbauer verstarb 1884. Nach seinem Tod begann Klara Hoffbauer mit der Verwirklichung des Stiftungsgedanken. 1898 erwarb sie ein 16 Hektar großes Gelände auf der Halbinsel [[Tornow]] südlich von Potsdam. Das Gelände wurde parkähnlich angelegt und mehrere Gebäude mit unterschiedlichen Zweckbestimmungen errichtet.
 
1894 wurde das Stiftungsgelände zu einem selbständigen Gutsbezirk und wurde nun [[Hermannswerder]] zu Ehren des Stifters genannt. 1902 entstand eine unabhängige Anstaltsparochie und 1906 trennte sich die Stiftung vom Rheinisch-Westfälischen Verein. Neben einem Schulgebäude mit der seit 1905 zugelassenen öffentlichen zehnklassigen Lehreinrichtung entstanden auf dem Areal eine Turnhalle, sechs Waisenhäuser, 2 Krankenhäuser, das Diakonissen-Mutterhau,das Seminargebäude, das Oberlyzeum und eine Kirche.  
 
1894 wurde das Stiftungsgelände zu einem selbständigen Gutsbezirk und wurde nun [[Hermannswerder]] zu Ehren des Stifters genannt. 1902 entstand eine unabhängige Anstaltsparochie und 1906 trennte sich die Stiftung vom Rheinisch-Westfälischen Verein. Neben einem Schulgebäude mit der seit 1905 zugelassenen öffentlichen zehnklassigen Lehreinrichtung entstanden auf dem Areal eine Turnhalle, sechs Waisenhäuser, 2 Krankenhäuser, das Diakonissen-Mutterhau,das Seminargebäude, das Oberlyzeum und eine Kirche.  
 
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=== nach 1945 ===
 
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Das Krankenhaus wurde 1945 an die Stadt Potsdam verpachtet. Im Jahr 1950 widmete sich man mit der Gründung eines kirchlichen Oberseminars neuen Aufgaben. Es wurde zur Ausbildungsstätte für Jugendliche mit zehnklassigem Schulabschluß und/oder abgeschlossener Berufsausbildung, die hier auf das Studium der Theologie vorbereitet wurden. Sie erhielten auch eine kirchenmusikale Ausbildung. Weiterhin wurde ein Seminar für Geriatrie-Diakonie (Altersfürsorge)) geschaffen.  
 
Das Krankenhaus wurde 1945 an die Stadt Potsdam verpachtet. Im Jahr 1950 widmete sich man mit der Gründung eines kirchlichen Oberseminars neuen Aufgaben. Es wurde zur Ausbildungsstätte für Jugendliche mit zehnklassigem Schulabschluß und/oder abgeschlossener Berufsausbildung, die hier auf das Studium der Theologie vorbereitet wurden. Sie erhielten auch eine kirchenmusikale Ausbildung. Weiterhin wurde ein Seminar für Geriatrie-Diakonie (Altersfürsorge)) geschaffen.  

Version vom 10. Februar 2012, 19:28 Uhr

Die Hoffbauer-Stiftung, auch Hoffbauerstiftung bildet seit 1902 eine unabhängige Anstaltsparochie in Potsdam. 1906 trennte sich die Stiftung vom Rheinisch-Westfälischen Verein, dem Trägerverein von Kaiserswerth.

Geschichte

Der Kaufmann Hermann Hoffbauer erkrankte auf einer seiner Handelsreisen als Teppichhändler schwer. Er wurde im Diakonissenhaus in Alexandria gepflegt und entschloß sich nach seiner Heimkehr, sein Vermögen in den Dienst der tätigen christlichen Nächstenliebe einzubringen. Das kinderlose Ehepaar bestimmte per Testament die Einrichtung eines Erziehungshauses für evangelische Ganz-oder Halbweisen aus dem gebildeten Mittelstand. Geleitet werden sollte die Einrichtung vom Rheinisch-Westfälischen Verein für Bildung und Beschäftigung evangelischer Diakonissen. Hermann Hoffbauer verstarb 1884. Nach seinem Tod begann Klara Hoffbauer mit der Verwirklichung des Stiftungsgedanken. 1898 erwarb sie ein 16 Hektar großes Gelände auf der Halbinsel Tornow südlich von Potsdam. Das Gelände wurde parkähnlich angelegt und mehrere Gebäude mit unterschiedlichen Zweckbestimmungen errichtet. 1894 wurde das Stiftungsgelände zu einem selbständigen Gutsbezirk und wurde nun Hermannswerder zu Ehren des Stifters genannt. 1902 entstand eine unabhängige Anstaltsparochie und 1906 trennte sich die Stiftung vom Rheinisch-Westfälischen Verein. Neben einem Schulgebäude mit der seit 1905 zugelassenen öffentlichen zehnklassigen Lehreinrichtung entstanden auf dem Areal eine Turnhalle, sechs Waisenhäuser, 2 Krankenhäuser, das Diakonissen-Mutterhau,das Seminargebäude, das Oberlyzeum und eine Kirche.

Das Eingangstor zum Stiftungsgelände, im Frühling 2006

nach 1945

Das Krankenhaus wurde 1945 an die Stadt Potsdam verpachtet. Im Jahr 1950 widmete sich man mit der Gründung eines kirchlichen Oberseminars neuen Aufgaben. Es wurde zur Ausbildungsstätte für Jugendliche mit zehnklassigem Schulabschluß und/oder abgeschlossener Berufsausbildung, die hier auf das Studium der Theologie vorbereitet wurden. Sie erhielten auch eine kirchenmusikale Ausbildung. Weiterhin wurde ein Seminar für Geriatrie-Diakonie (Altersfürsorge)) geschaffen. Bereits seit 1949 war die Hoffbauer-Stiftung regelmäßiger Treffpunkt evangelischer Jugendlicher. Ein Landesjugendtag informierte über Fragen des Lebens und des christlichen Glaubens und nahm Stellung zu Problemen christlicher Junger Menschen in der Gesllschaft der DDR.


Literatur

  • Andreas Kitschke: Kirchen in Potsdam Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1983 1. Auflage (keine ISBN)

Weblinks