Josef Stalin

Aus PotsdamWiki

(Weitergeleitet von Josef W. Stalin)

Josef Stalin

Josef Wissarionowitsch Stalin (* 18.12.1878 in Gori; † 05.03.1953 in Kunzewo) war ein sowjetischer Politiker und Diktator.

Stalin und Potsdam

Stalin befand sich im Frühsommer 1945, vom 17. Juli bis zum 2. August, anlässlich der Potsdamer Konferenz in Potsdam, welche – nach dem Zweiten Weltkrieg – Europa durch eine Neuordnung stabilisieren sollte. Eigentlich sollte die Konferenz auf Wunsch Stalins in Berlin stattfinden, allerdings war die Stadt zu stark zerstört. Stalin traf am 16. Juli um 11 Uhr Moskauer Zeit auf dem abgeriegelten Potsdamer Hauptbahnhof ein. Er fuhr mit einem speziell für ihn und diesen Anlass konstruierten Zug zur Konferenz, der aus 11 Eisenbahnwagen bestand, da er nicht gerne mit dem Flugzeug reiste. Auch die Bahngleise ab der russischen Grenze, einschließlich eines Teils der Berliner Stadtbahn, mussten extra auf die russische Breitspur umgenagelt werden. Stalin wurde von Marschall Schukow mit einer aus breiten schwarzen ZIS-Limousinen bestehenden Wagenkolonne abgeholt und bezog die Villa Herpich in der Kaiserstraße 27, heute Karl-Marx-Straße. Stalin reiste erst einen Tag später als vorgesehen an, da er vorher einen leichten Herzanfall erlitt. Er besuchte das zerstörte Berlin nicht, da er sich fast überall bedroht fühlte. Dafür war er auf Plakaten in der zerstörten Stadt sehr präsent. Am 16. Juli um 17 Uhr begann die Potsdamer Konferenz in Schloss Cecilienhof. Das Mobiliar für diese Konferenz wurde in Potsdamer Villen beschlagnahmt. Der runde Holztisch wurde von der Moskauer Möbelfabrik „LUX“ angefertigt.

Jugend

Josef Stalin wurde am 18. Dezember 1878 in Gori, Georgien, als Josef Dschugaschwili geboren. Er war der Sohn von Jekaterina Geladse, einer Ossetin, und ihrem Mann, dem leibeigenen georgischen Schuhmacher Bessarion Dschugaschwili. Er wuchs als Einzelkind auf, da alle seine Geschwister früh starben. Sein Vater eröffnete bald ein Schuhgeschäft, was aber aufgegeben werden musste. Danach musste er in einer Schuhfabrik in Tiflis arbeiten. Er kümmerte sich selten um seine Familie, trank, und schlug seine Frau und ihren Sohn oft. Ein späterer Freund schrieb, dass diese unverdiente und schreckliche Prügel den Jungen genauso gefühlslos und hart wie den Vater machte. 1888 ging Stalins Vater nach Tiflis und ließ seine Familie zurück. Stalin hatte nacheinander zwei Frauen, die erste starb drei Jahren nach der Hochzeit, 1907, an Typhus. 1917 heiratete er Nadjeschda Allilujewa, welche sich 1930 umbrachte. Mit ihr hatte er zwei Kinder. Ab 1887 besuchte Josef Dschugaschwili in Gori die Schule. Der junge Stalin wurde oft von ihnen verspottet, da er sozial niedriger gestellt als die meisten seiner Mitschüler war. Er konnte jedoch bald auf Grund seiner Persönlichkeit die Führungsrolle in seiner Klasse übernehmen. Stalin versuchte immer die besten Leistungen zu erbringen, um Anerkennung zu bekommen. 1894 verließ er die Schule als bester Schüler und wurde somit für den Besuch des orthodoxen Tifliser Priesterseminars, der damals bedeutendsten höheren Bildungsanstalt Georgiens vorgeschlagen, die auch ein Zentrum der Opposition gegen den Zarismus war.

Politische Wurzeln

Mit 15 Jahren bekam er Kontakt mit geheimen marxistischen Zirkeln. So hatte er auch Zugriff auf verbotene linke Literatur. Mit 18 Jahren wurde er in die erste sozialistische Organisation aufgenommen. 1899 wurde er aus dem Priesterseminar ausgeschlossen, da er wegen seinen politischen Aktionen oft bei wichtigen Prüfungen gefehlt hatte. Daraufhin arbeitete Stalin als Propagandist der SDAPR (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands) und organisierte Streiks und Demonstrationen unter den Eisenbahnarbeitern. 1902 wurde er festgenommen und nach Sibirien verbannt. Er floh ein Jahr später, wurde aber wieder festgesetzt und abermals verbannt, doch er floh bald darauf wieder. Dies wiederholte sich insgesamt acht Mal. Um in Kontakt mit Lenin zu bleiben und sich der Verfolgung durch die zaristische Polizei zu entziehen, floh er 1912 im Dezember nach Österreich-Ungarn. Dort lebte er ein halbes Jahr lang in Krakau und Wien. Danach kehrte er zurück nach Russland und wurde festgenommen. Die nächsten vier Jahre lebte er in der Verbannung. 1903 spaltete sich die SDAPR in zwei Lager: Menschewiki und Bolschewiki. Er selbst trat der Bolschewiki bei, deren Generalsekretär Lenin war. 1905 begegnete er Lenin zum ersten Mal persönlich. In den folgenden Jahren beteiligte er sich Stalin an Banküberfällen, um Geld für die Parteikasse zu bekommen.

Anfänge der politischen Laufbahn

Ab 1912 gehörte er dann nach dem Willen Lenins zu dem Zentralkomitee der Bolschewiki und nahm den Namen Stalin (der Stählerne) als Pseudonym an. 1917 wurde Stalin auf dem ersten Allrussischen Sowjetkongress zum Mitglied des Zentralexekutivkomitees (ZEK) gewählt. Zunächst arbeitete er mit der provisorischen Regierung Russlands unter Kerenski zusammen. Lenin, der bald darauf aus dem Exil zurückkehrte, sah die Unterstützung Kerenskis als Verrat an den Bolschewiki an. Er verteidigte Lenins Ideen auf den großen Debatten der Bolschewiki im September und Oktober. Stalin hatte jedoch sehr wenig mit der Vorbereitung und Durchführung der Oktoberrevolution zu tun. Die zentrale Rolle bei dem Umsturz kam Leo Trotzki als Chef des Militärischen Komitees des Petrograder Sowjets zu. Stalin erhielt am 7. Novemer aus Dank für seine Loyalität zur neu installierten provisorischen ersten Sowjetregierung den Posten als Kommissar in Nationalfragen. Stalin wollte in dieser Position eine freiwillige und ehrenvolle Allianz zwischen Russland und allen Minderheiten des Landes schaffen. Diese Allianz war jedoch dahingehend eingeschränkt, dass ihre Mitglieder sozialistisch zu sein hatten.

An der Spitze der Sowjetregierung

Doch die neue Regierung und auch die rote Armee waren sehr schwach. Viele der Nationalitäten des großen Landes sahen die Möglichkeit, sich unabhängig zu machen und taten dies auch, meist jedoch, ohne die Sowjetregierung davon in Kenntnis zu setzen. Stalins Aufgabe war es, die verlorenen Gebiete wieder einzugliedern. Dies versuchte er auch mit allen Mitteln durchzusetzen. Als der Bürgerkrieg 1918 ausbrach, wurde Stalin zum Befehlshaber der neu geschaffenen Roten Armee. Es gelang ihm, die Südfront gegen die Truppen des Generals Krasnow zu verteidigen. Zarizyn wurde 1925 deshalb in Stalingrad (heute Wolgograd) umbenannt. Im März 1919 wurde Stalin ein Mitglied des neuen Inneren Direktoriums der Sowjetregierung. Mit seinem Hauptrivalen Trotzki hatte er hier seinen ersten heftigen Zusammenstoß. Im Februar 1920 wurden die nordkaukasischen Völker dank Stalin wieder an die Sowjetunion angegliedert. Dieses geschah zunächst auf freiwilliger Basis, da die Nordkaukasier gegen den konterrevolutionären weißen General Denikin revoltiert hatten. Die Tschetschenen erhoben sich aber im August des Jahres wieder gegen die Sowjetmacht und Stalin war bestrebt, die Stabilität der Sowjetherrschaft wieder herzustellen. 1920 gehörte die ganze Kaukasusregion (ohne Georgien) zum Gebiet der Sowjetunion. Jedoch schaffte er es auch 1921 mit Hilfe eines frühen Parteifreundes, Georgien zurückzuerobern.

Im Jahr 1922 wurde Stalin zum Vorsitzenden des Zentralkomitees (ZK)der KPdSU gewählt. Stalin trieb die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft in den 1930er Jahre sehr unnachgiebig voran. Den Widerstand der Bauern brach er rücksichtslos. Eine Folge der Kollektivierung war die große Hungersnot im ganzen Land. Es gab bis zu 10 Millionen Opfer.

Am ersten März 1953 starb Josef Stalin, vermutlich an einem Schlaganfall.

Weblinks

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von PotsdamWiki. Durch die Nutzung von PotsdamWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.