Königlich preußisches Proviant-Amt

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Das Königlich preußische Proviant-Amt hatte seinen Hauptsitz in der Leipziger Straße der Teltower Vorstadt von Potsdam, in der so genannten Speicherstadt. Weitere Speicher-Anlagen des Proviant-Amtes befanden sich in der Zeppelinstraße 136 und in der Straße Am Kanal 1 an der Kellertorbrücke des Stadtkanals. Letztere Anlage wurde im Zweiten Weltkrieg total zerstört. Beide Speicher-Komplexe dienten als Magazine des Proviantamtes zur Unterbringung von Lebensmittelreserven für das preußische Heer. In der Zeppelinstraße befanden sich eine Zweigverwaltung und die Garnisonsbäckerei.


Zeppelinstraße

Der Haupteingang zum ehemaligen Königlich preußischen Proviant-Amt, im Sommer 2010

Der Speicherkomplex in der Zeppelinstraße 136 ist eine weitläufige Anlage. Die beiden monumentalen Speichergebäude wurden im Jahr 1841 bis 1843 in spätklassizistischem Stil mit Turmzinnen nach Entwürfen von Ludwig Persius errichtet. Im Mittelteil des Komplexes befand sich die Garnisonbäckerei mit zinnenbewährtem Turm zur Verkleidung des Schonsteins. An der Straßenseite befinden sich zwei gleichgroße Verwaltungsgebäude, welche durch einen Bogengang verbunden sind. Zur Zeit der DDR hatte hier der „VEB Backwarenkombinat Potsdam“ seinen Sitz.

In den 1990er-Jahren, wurde der Komplex restauriert, um einen modernen Anbau ergänzt und zunächst als art'otel und dann arcona Hotel am Havelufer. Außerdem sind Wohnungen und Büroflächen an verschiedene Unternehmen vermietet.

Heute werden die historischen Gebäude zusammen mit einem modernen Anbau als arcona Hotel genutzt.


Leipziger Straße

Das Körnermagazin 2006

Der Komplex in der Leipziger Straße, am Fuße des Brauhausberges und direkt am Ufer der Havel, bestand aus folgenden Gebäuden:

  • das in den Jahren 1834 bis 1835 errichtete Körnermagazin, bekannt als Persius-Speicher,
  • das im Jahre 1843 nach den Plänen von Ludwig Persius im normannischen Burgenstil errichtetes Mehlmagazin, das direkt an der Straße stand,
  • der aus dem Jahr 1835 stammende Boehlcke-Speicher,
  • weitere Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude, die nicht mehr vorhanden sind.

In der Zeit der DDR wurde das Gelände vom Mühlenkombinat benutzt. Im Zuge der Umgestaltung der Speicherstadt zu einem Wohnkomplex der gehobenen Klasse wurde der Mühlenspeicher abgerissen. 2012 fiel auch das letzte am Wasser gelegene Gebäude, weil es nach Angaben des Investors, der Groth-Gruppe, aus statischen Gründen nicht erhalten werden konnte.

Weitere Bilder

Weblinks

Quellen

  • 1800-1899 – Liste bei Potsdam-Chronik.de; Stand: 13. September 2009
  • Schinkel-Speicher – Artikel bei Das-Baudenkmal.de; Stand: 13. September 2009
  • Persiusspeicher & ARThotel – Bild bei Panoramio, vom 4. Mai 2009
  • 30 Sammlerstücke Zeitungsartikel MAZ vom 02.Juli 2012
  • Zeitungsartikel "Der Mühlenspeicher wird abgerissen" MAZ vom 10.07.2012
  • Architekturführer Potsdam, S. 144, ISBN 3-496-01211-0
  • Bauer, Knitter, Ruppert: Vernichtet, vergessen, verdrängt, S. 96 f. ISBN 3-8132-0413-8