Königliches Schauspielhaus: Unterschied zwischen den Versionen

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Als Kanaloper bezeichneten die Potsdamer das ehemalige '''Königliche Schauspielhaus''', das sich in der [[Heilig-Geist-Straße]] befand und an die Straße [[Am Kanal]] angrenzte. Das Operhaus wurde am 21. Dezember 1940 bei einem nächtlichen Angriff englischer Bomber schwer beschädigt. Die Ruine wurde 1966 gesprengt.  
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Als Kanaloper bezeichneten die Potsdamer das ehemalige '''Königliche Schauspielhaus''', das sich in der Straße [[Am Kanal]]
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befand und an die [[Berliner Str.]] angrenzte. Das Operhaus wurde am 21. Dezember 1940 bei einem nächtlichen Angriff englischer Bomber schwer beschädigt. Die Ruine wurde 1966 gesprengt.  
  
 
Das Stadttheater wurde zwischen 1793 und 1795 auf Befehl des Königs [[Friedrich Wilhelm II.]], errichtet, der Kunstsinn und eine ausgrprägte Vorliebe für die schönenen Dinges des Lebens besaß. Mit dem Bau wurde der Oberhofbauamts-Intendant [[Boumann, Michael Philipp | Michael Philipp Boumann]] betraut. Dieser musste zunächst das geeignete Grundstück finden und später den Fortgang der Arbeiten beaufsichtigen. Architekt war wahrscheinlich [[Langhans, Carl Gotthard |Carl Gotthard Langhans]].  
 
Das Stadttheater wurde zwischen 1793 und 1795 auf Befehl des Königs [[Friedrich Wilhelm II.]], errichtet, der Kunstsinn und eine ausgrprägte Vorliebe für die schönenen Dinges des Lebens besaß. Mit dem Bau wurde der Oberhofbauamts-Intendant [[Boumann, Michael Philipp | Michael Philipp Boumann]] betraut. Dieser musste zunächst das geeignete Grundstück finden und später den Fortgang der Arbeiten beaufsichtigen. Architekt war wahrscheinlich [[Langhans, Carl Gotthard |Carl Gotthard Langhans]].  

Version vom 17. Juli 2006, 18:45 Uhr

Als Kanaloper bezeichneten die Potsdamer das ehemalige Königliche Schauspielhaus, das sich in der Straße Am Kanal befand und an die Berliner Str. angrenzte. Das Operhaus wurde am 21. Dezember 1940 bei einem nächtlichen Angriff englischer Bomber schwer beschädigt. Die Ruine wurde 1966 gesprengt.

Das Stadttheater wurde zwischen 1793 und 1795 auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm II., errichtet, der Kunstsinn und eine ausgrprägte Vorliebe für die schönenen Dinges des Lebens besaß. Mit dem Bau wurde der Oberhofbauamts-Intendant Michael Philipp Boumann betraut. Dieser musste zunächst das geeignete Grundstück finden und später den Fortgang der Arbeiten beaufsichtigen. Architekt war wahrscheinlich Carl Gotthard Langhans.

Das Theater fasste 500 Gäste. Es war ein öffentliches Thater. Die Hofgesellschaft hatte eigene Theater, ab 1748 im Stadtschloss und ab 1768 im Neuen Palais. Friedrich Wilhelm II. behielt sich aber auch für sein "Königliches Schauspielhaus" das Recht vor, selbst das Programmm zu bestimmen und die Künstler auszuwählen.

Nach 1800 fanden seltener Aufführungen statt, das Haus wurde geschlossen. 1846 wurde das Theater von einem Unternehmer kommerziell betrieben. 1938 wurde es eine städtische Bühne.

Über dem Portal des Schauspielhauses war zwölf Meter langer und 1,50 Meter hoher Fries zu sehen, der nach 1945 gesichert werden konnte. Der Fries stellt Figuren der griechischen Mythologie bei der Kunstausübung dar: Thalia, Göttin der Komödie, Apollo mit der Leier, Melpomene, die Mutter der Musen. Fragmente von diesem Fries sind heute im Foyer des Berliner Kronpinzenpalais Unter den Linden zu sehen. Eine Initiative fordert die Rückgabe des Reliefs an Potsdam.

Nach dem II. Weltkrieg wurde die Gaststätte Zum Alten Fritz in der Zimmerstraße zum Theater umgebaut.