Karl Friedrich Schinkel

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Karl Friedrich Schinkel, im Jahr 1826

Karl Friedrich Schinkel, auch „Carl Friedrich Schinkel“ geschrieben (* 13.3.1781, in Neuruppin; † 9.10.1841, in Berlin), war ein preußischer Architekt, Baumeister, Stadtplaner und Maler, der den Klassizismus in Preußen entscheidend prägte. Zudem war er der Begründer der Schinkelschule.

Geschichte

Karl Friedrich Schinkel wurde am 13. März 1781 in Neuruppin (in Brandenburg) geboren. Er erhielt seine Architekturausbildung bei David Gilly. Im Jahr 1800 entwarf Schinkel als Bauschüler einen Gartenpavillon am Pfingstberg, den Pomonatempel. Danach ging er auf Reisen durch Frankreich und Italien, wo er viele Eindrücke für seine spätere Arbeit sammelte. Neben diesen Reisen studierte er auch mittelalterliche und neuzeitliche Baukunst.

Als er im Jahr 1805 nach Preußen zurückkehrte, gab es wegen der politischen Lage kaum Aufträge für ihn. Deswegen musste er sein zeichnerisches Talent nutzen und war vornehmlich als Maler tätig. Er gestaltete das Bühnenbild zu der Oper „Die Zauberflöte“, was ihn einige Aufträge für die Gestaltung von Theater-Dekorationen einbrachte. Auch Königin Luise wurde auf sein Talent aufmerksam und beauftragte ihn mit der Ausgestaltung einiger ihrer Wohnräume.

Im Jahr 1810 trat Schinkel durch die Förderung von Wilhelm von Humboldt in den Dienst des staatlichen Bauwesens. Als Geheimer Oberbaurat (ab dem Jahr 1830 Oberlandesbaudirektor von Preußen) erhielt er im Jahr 1818 den Auftrag für ein Gesellschaftshaus der Potsdamer Casinogesellschaft. Nach seinen Plänen baute der Potsdamer Christian Heinrich Ziller in den Jahren von 1819 bis 1823 das Zivilkasino in der Waisenstraße (Dortustraße; 1945 zerstört).

Zusammen mit dem Garten-Architekten Peter Joseph Lenné prägte Schinkel die Potsdamer Stadtlandschaft nachhaltig. Ihre Auffassung von der Einheit und der wechselseitigen Beziehung zwischen Baukunst und Landschaftsgestaltung ließen in Potsdam und seiner Umgebung ein harmonisches Gesamtkunstwerk entstehen. Ein bekanntes Zeichen dieser perfekten Zusammenarbeit ist der Park Charlottenhof. Aus dem ehemaligen Vorwerk gestalteten Schinkel und Lenné in Jahren von 1826 bis 1836 den Kronprinzensitz für Friedrich Wilhelm III.. Die Baupläne für die Gebäude stammten von dem bekanntesten Schinkel-Schüler Ludwig Persius aus Potsdam.

Nachdem die Nikolaikirche am Alten Markt im Jahr 1795 abbrannte, waren es Schinkels Entwürfe, die für den Wiederaufbau zur Verwendung kamen. In zwei Bauphasen (1830–1837 die erste und 1843–1849 die zweite) wurde die Kirche in neuem Glanz aufgebaut. Leider war es Schinkel nicht vergönnt, die zweite Bauphase – der Aufbau der Tambourkuppel und die Errichtung der vier Ecktürme zu erleben.

Beim Park Babelsberg sollte wiederum das erfolgreiche Paar Schinkel und Lenné Hand in Hand arbeiten. Im Jahr 1833 begannen die Arbeiten am Schloss Babelsberg und am dazugehörigen Park. Aus finanziellen Gründen konnte die Sommerresidenz für den Prinzen Wilhelm I. nur bis ins Jahr 1835 verwirklicht werden und wurde nur zum Teil fertig gestellt. Persius, in Zusammenarbeit mit Johann Heinrich Strack, war es vorbehalten, ab dem Jahr 1844 den Bau zu vollenden, wobei er die ursprünglichen Pläne seines Lehrers nicht umsetzte.

Seine Werke sind sehr vielseitig, sie reichen von einfachen Wohnhäusern bis hin zu Schlössern und Kirchen sowie einzelne Einrichtungsgegenstände oder vollständige Innenausstattungen.

Karl Friedrich Schinkel verstarb am 9. Oktober 1841 in Berlin.

Weblinks

Quellen

  • „1000 Jahre Potsdam – Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil II“; Autorenkollektiv; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; Potsdam 1989