Kiezbrücke

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Die Kiezbrücke, 1924

Die Kiezbrücke (früher auch Kietzbrücke genannt) befand sich in der Innenstadt von Potsdam in der Kiezstraße. Sie überspannte den Stadtkanal unmittelbar am Kieztor (auch Altes Wassertor genannt), der Einmündung des Kanals in die Havel. Dadurch verband sie die Straßen Wall am Kiez und „Am Lustgartenwall“.

Geschichte

Die erste Kiezbrücke wurde im Jahr 1571 erwähnt. Diese lag jedoch auf dem Gebiet des heutigen Neuen Marktes, westlich der Ratswaage. Sie überbrückte den damaligen Stadtgraben, der hier in einem Bogen der Havel entgegen floß. Die Brücke verband einst das mittelalterliche Potsdam mit Brandenburg an der Havel. Im Zuge der Stadterweiterungen ließ König Friedrich Wilhelm I. den Stadtgraben zum Teil zuschütten und die Brücke entfernen.

Der Rest des Stadtgrabens wurde zum Stadtkanal ausgebaut, um das Baumateriel transportieren zu können. Am westlichen Ende des Kanals ließ der König einen Laufsteg aus Holz errichten. Dieser Laufsteg war mit einer Klappkonstruktion versehen war, um die Durchfahrt der Schiffe zu gewährleisten. Sie war eine reine „Laufbrücke“, also nur dem Fußgängerverkehr vorbehalten.

In dieser vom Zentrum abgeschiedenen Ecke wurde die Brücke hauptsächlich für das Militär gebaut. Sie diente den Wachposten des Kieztores und deren Offizieren zur Querung des Kanals. Doch auch die wenigen Anwohner des Kiezes kürzten ihren Weg zum Zentrum über die Brücke ab. Sehr oft mußte diese Holzbrücke repariert oder total ersetzt werden.

Erst im Jahr 1884 wurde eine massive Brücke bebaut. Diese Brücke sollte im Jahr 1934 erneuert werden. Doch die nationalsozialistischen Machthaber lehnten dies ab, da ihnen andere Bauvorhaben wichtiger waren. Mit der Zuschüttung des Stadtkanals, Ende der 1960er Jahre, verschwand auch diese Brücke.

Quellen

  • „Furten, Fähren und Brücken in Potsdam“ von H. Fellien, 1975
  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.