Otto Kindermann

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Otto Kindermann, vollständiger Name Otto Ferdinand Kindermann (* 31. Januar 1843 in Nowawes; † 24. November 1918 in Potsdam) war Hofgärtner im Park Babelsberg.

Geschichte

Otto Kindermann war der Sohn des Hofgärtners Christoph Ferdinand Kindermann, der ebenfalls im Park Babelsberg tätig war. Den Beruf des Gärtners erlernte Kindermann in der Erfurter Handels- und Samengärtnerei von Friedrich Adolph Haageund sowie in der „Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam“, deren Direktor der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné war. Seine Gesellenwanderung führte Kindermann unter anderem nach Frankreich und Belgien und wurde auf dem Landsitz des Gartenkünstlers Hermann von Pückler-Muskau in Branitz beendet.

Der Tod seines Vaters im Jahr 1865 veranlaßte Kindermann nach Nowawes zurück zu kehren. Dort übernahm er die Arbeit seines Vaters als Provisorium, bis er drei Jahre später die offizielle Berufung zum Hofgärtner erhielt. Entsprechend den Vorgaben von Hermann von Pückler-Muskau erfolgte die weitere Gestaltung der Parkanlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Nachdem König Wilhelm I. im Jahr 1865 im Südwesten des Babelsberges weiteres Land für seinen Park ankaufte, erfolgte der Ausbau und die Integration des vergleichsweise flachen Geländes in die vorhandene Parklandschaft im Sinne Pücklers. Als wichtigste Anziehungspunkte in diesem Terrain sind der Kindermannsee zu nennen, der erst später nach ihm benannt wurde, und die Hofgärtnerei, in derem stattlich Wohnhaus die Familie Kindermann lebte. Der Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 unterbrach zunächst Kindermanns weitere Arbeit, da er mit einberufen wurde. Als er, nun als Rittmeister (Hauptmann der Kavallerie) nach Hause kam, warteten neue Herausforderungen auf ihn. Der mittlerweile zum Kaiser aufgestiegene Wilhelm hatte südöstlich seines Parks weitere Ländereien erworben, die Kindermann nun landschaftsgärtnerisch gestaltete mußte. Dazu ließ er 1879 die Gärtnerei ausbauen und zwei Jahre später für die Überwinterung der Kübelpflanzen um die so genannten Lorbeerhäuser erweitern.

Nach dem Tod Wilhelms I. (1888) und seiner Gemahlin Augusta (1890) blieben der Park und dasSchloß Babelsberg weitestgehend ungenutzt. Das Personal, einschließlich der Gärtner, wurde stark reduziert. Die meisten Orangeriepflanzen wurden in das Neue Palais nach Sanssouci umgesetzt. Der nun um seine Aufgabe gebrachte Kindermann erbat daher im Jahr 1898 um seine Pensionierung.

Quellen

  • „Preußisch Grün. Hofgärtner in Brandenburg-Preußen“; Herausgeber: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg; Henschel Verlag, Potsdam 2004, ISBN 3-89487-489-9
  • „Nichts gedeiht ohne Pflege“; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.), S. 120
  • „Der Park Babelsberg“ – Heinrich Hamann; Herausgeber: Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci; 1984; FG 041/30/84
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