Lindenpark

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Lindenpark im Juni 2011

Der Lindenpark ist ein Jugendkultur- und Familienzentrum im Potsdamer Stadtteil Babelsberg, in der Stahnsdorfer Straße 76-78. Das Gebäude ist auch durch einen Berliner Doppelstock-Bus gut erkennbar, welcher halb aus der linken Seitenwand herausragt. Seit der Wende wird das Gebäude vom Verein „Lindenpark“ verwaltet.

Im März 2009 hat die Stiftung Sozialpädagogisches Institut die Geschäfte des ehemaligen Lindenpark e.V. übernommen. Neben dem Gelände in der Stahnsdorfer Straße zählen dazu auch das offene Jugendhaus jwd, der Jugendclub S13 und „die Andere Kinderbetreuung“ in der Sternwerkstatt.

Geschichte

Das Restaurant „Lindenpark“, im Jahr 1905

Um 1900 war das Gebäude für eine Wäscherei erbaut worden. Danach wurde es als Ausflugslokal umfunktioniert. Eine kurze Zeit fanden sogar Filmproduktionen in ihm statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er kurzzeitig für die sowjetische Kommandatur genutzt. Seit den 1960er Jahren fungierte das Gebäude mit seinen Nebenanlagen als städtisches Kulturhaus und war bei der Jugend sehr beleibt. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete eine neue Mannschaft im Lindenpark und brachte mit seinen progressiven Vorstellungen frischen Wind in die Gemäuer. So wurde beispielsweise in den großen Saal ein Bus eingebaut.

Der 1990 neu gegründete Lindenpark e.V. bildet mit seinen fünf Einrichtungen eines der größten Soziokulturellen Zentren des Landes Brandenburg. Zum Verein gehören, der Lindenpark mit dem, auf dem Gelände liegenden, Offenen Jugendhaus j.w.d. mit dem mini Atelier, seit 2003 auch die Sternwerkstatt und der Spartacus.

Schon seit den 1960er Jahren ist der Lindenpark als „Tanz- und Unterhaltungszentrum“, eines der beliebtesten Partyziele der Potsdamer Kulturszene. Durch das breite Angebot an Themen-Partys ist auch das angesproche Publikum in allen Generationen zu finden. So treffen sich die Mittvierziger zum Beispiel an einem Freitag bei dem „East Blues Festival“, während einen Tag darauf die Potsdamer Jugend zu Hip Hop und Soul bei „Black Club Grooves“ den Alltag vergisst. Der Lindenpark verwöhnt sein Publikum mit allem was eine Sinuskurve bildet, so wird Chartmusik genauso gespielt wie Rock, Punk, Ska, Reggae, Ragga, Hip Hop, Black Beats, Blues, Jazz, Dub- bis hin zur Weltmusik. Musiker wie Desmond Dekker, Rio Reiser, Element of Crime, Motorhead, Einstürzende Neubauten, Rammstein oder Gentleman waren schon im Lindenpark und gaben dort ihr Repertoire zum Besten.

Das „Offene Jugendhaus j.w.d.“ ist von Anfang an Teil des Lindenparks, wurde allerdings erst 1995 von einem Veranstaltungsort zu einem Offenen Jugendhaus umstrukturiert. Früher wurden dort kleinere Partys und Konzerte gefeiert, heute ist jeder willkommen, der seine Freizeit gerne mit Freunden beim Spielen, Fernsehen, Musizieren und Quatschen verbringen will. Im Sommer kann außerdem die Feuerstelle und der Skatepark genutzt werden. Professionelle Betreuung beantwortet natürlich auch alle Fragen und unterstützt mit Tipps und Tricks. Funsportprojekte wie der „Spring Skate“ oder „Summer Slam“ machen weit über die Stadtgrenzen hinaus von sich reden. Am spektakulärsten für Zuschauer ist das jährliche „Lakejumping“, am Havelufer beim Alten Markt, wo Skater und Trialer mit extremen Stunts begeistern.

Unter dem Motto „Von Kindern für Kinder“, bietet das mini Atelier im j.w.d. speziell für Kindern von vier bis sechs Jahren ein kostenloses Programm. Mit den Kindern werden Figuren aus Pappmaché gefertigt, die später zur Präsentation Kindertagesstätten übergeben werden. Auch Kinder- und Familienfeste, wie die Walpurgisnacht, das Rattenfänger-Fest oder die Halloween-Party finden weiterhin statt.

In den Jahren von 1993 bis 2004 gehörte das studentisch orientierte Waldschloss zum Lindenpark e.V. und dort fanden Theater-, Film-, Kleinkunst- und Clubveranstaltungen, aber auch Kleinkonzerte und Lesungen statt. Des Weiteren beherbergt das Waldschloss die Fritzkneipe, in Zusammenarbeit mit dem Radiosender gegründet, welches lange Zeit das erste Radio Café seiner Art war. Dort treffen sich die verschiedensten Menschen, genießen die unvergleichliche Atmosphäre und schlemmen das täglich angebotene „Happy Meal Hour“. Veranstaltungen wie „Ballroom“ oder der „Saturday Fight Club“ haben es in der Potsdamer Studentenszene zum Kultstatus gebracht. Für große und kleine Theaterfreunde findet einmal im Monat das „Sonntags-Kasper-Frühstück“ statt.

Im Juni 2003 wurde mit der Sternwerkstatt eine naturnahe Begegnungsstätte, für Kinder, Jugendliche und Familien, gegründet. Diese befinden sich in den alten Räumen des ehemaligen Sternclubs. Mit dem Gedanken „ausprobieren und erleben“ wurde ein Raum geschaffen der Kindern ermöglicht spielend ihre Umwelt zu erforschen. Angeboten werden Aktivitäten wie zum Beispiel Töpfern, Schnitzen, Batiken, Weben oder Filmen und Fotografieren. Außerdem werden Aktionen wie Erlebniswochenenden, Projektwochen sowie Waldfeste und Schatzsuchen geplant. Ebenso können die Räumlichkeiten für Kindergeburtstage und Jugendfeiern genutzt werden.

Ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, der Linderpark ist ein bedeutender Teil der Potsdamer Kulturszene und wird auch in der Zukunft nicht wegzudenken sein. Mit seinem sich ständig erweiternden Angebot werden regelmäßig neue Zielgruppen erobert und von dem unvergleichlichen Flair der einzelnen Einrichtungen gebannt.

Seit 1. März 2009 hat die Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI), Niederlassung Brandenburg, im Auftrag der Stadt Potsdam den Geschäftsbereich des insolventen Lindenpark e.V. übernommen. Das Sozialpädagogische Institut Berlin verfolgt die Ziele der Arbeiterwohlfahrt und soll mit dazu beitragen, eine Gesellschaft zu entwickeln, in der sich jeder Mensch in Verantwortung für sich und das Gemeinwesen frei entfalten kann.

Weblinks