Lindenstraße in Nowawes: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. Dezember 2009, 14:43 Uhr

Die Lindenstraße, um 1910

Die ehemalige Lindenstraße in Nowawes wurde schon vor dem Jahr 1751 angelegt und nach dem Jahr 1930 in Rudolf-Breitscheid-Straße umbenannt.

Geschichte

Die Lindenstraße (schräg rechts), auf einem Nowaweser Bebauungsplan von 1750

Vor der Gründung der Kolonie Nowawes führte hier ein Triftweg entlang, welcher aus einer 72 Meter breiten Schneise bestand. Über diesen Triftweg trieben die Bauern des Rundangerdorfes Neuendorf ihr Vieh zur Weide. Die Funktion für den Vieh-Trieb sollte bei der späteren Bebauung erhalten bleiben, zudem brauchten die Weber den Platz, um ihre Wäsche zum Trocknen aufzuspannen.

Im Jahr 1751 wurden in der damaligen Alten Lindenstraße die ersten Häuser errichtet und der Triftweg wurde zu einer königlichen Allee, von Potsdam nach Berlin führend, ausgebaut. Diese Allee führte vom Hakendamm (auf dem Plan westlich des späteren Lutherplatzes) nach Norden in die „Neue Lindenallee“, bog dann in östliche Richtung als „Alleestraße“ ab (auf dem Plan die unterste Häuserzeile links in der Mitte) und mündete dann, in Höhe der späteren Bahnstation für Neuendorf und Nowawes, in die Alte Lindenstraße.

Im Jahr 1771 mit der Gründung der Kolonie Nowawes wurde die Alte Lindenstraße, zur Erweiterung der Kolonistensiedlung, ausgebaut. Diese Straße wurde von acht Baumreihen gesäumt. Zu beiden Seiten der Alten Lindenstraße entstanden in der gleichen Zeit die ersten Kolonistenhäuser – das sind Doppelhäuser mit einem gemeinsamen Eingang in der Mitte und je zwei Fenstern links und rechts. Bewohner waren hauptsächlich eingewanderte böhmische Weber und später Bauhandwerker.

Zusammen mit der Priesterstraße bildete die Alte Lindenstraße ein Dreieck, welches auch für die Anlage der Straßen und Plätze vom damligen Nowawes bestimmend war.

Im Jahre 1838 wurde beim Bau der Eisenbahnlinie von Potsdam nach Berlin die Bahntrasse erst ebenerdig auf die Alte Lindenstraße gebaut und damit die Straße in die Lindenstraße und in die Retzowstraße (später Benzstraße) aufgeteilt. Zeitgleich erfolgte auch die Abtrennung der Schulstraße. Zudem wurde (vermulich) auch in dieser Zeit aus der „Alten Lindenstraße“, zusammen mit der „Alleestraße“, die „Lindenstraße“. Im Jahr 1866 erfolgte die Einrichtung der Bahnstation für Neuendorf und Nowawes, aus welcher später der Bahnhof Babelsberg entstand. In den Jahren 1911 bis 1914 erfolgte die Höherlegung der Bahnlinie und damit auch eine optische Trennung zwischen den neu entstandenen Straßen.

Nach dem Jahr 1930 wurde dann die Lindenstraße in die Rudolf-Breitscheid-Straße umbenannt.

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1

Weblinks